Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1840)
- Date
- 1840-06-27
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Literatur. Heber einige Apocriphen.*) In den ersten christlichen Jahrhunderten gefiel man sich darin, Bücher unter dem geheiligten Namen biblischer Schriftsteller zu verbreiten, weil man ihnen auf diese Weise den leichtesten Eingang verschaffen konnte. Die Constitutt. apost. (VI, 16,) nennen Bücher, welche man Adam, Hcnoch, Moses, David und Jesaias zuscbricb, und verdammen sie als verderblich und lügnerisch. Schon Origines erwähnt der Apokryphen des Jesaias unter einem allgemeinen Namen '’Tlaatu.g änüxgv^og, und die spateren Kirchenvätersprechen schon bestimmter von einem ’Avußürtxov ’Hoalov. Seit dem 5. Jahrhundert ist aber dieses untergeschobene Werk fast wieder vergessen, und man glaubte nicht, daß das Griechische Original oder die Lateinische Uebersetzung Asceusio Jesaiae noch vorhanden sei. Dagegen fuhrt Theodor Petraus eine Aethiopische Uebersetzung dieser Himmelfahrt des Jesaias an, von deren Erhaltung man aber auch nichts wußte, bis vor kurzem diese Uebersetzung in England aufgefunden und von Richard Laurence unter dem Titel herausgegeben wurde: Urgata Esais Kabi. Asceusio lsaiae Vatis, opusculum pseudepigraphum, multis abbiuc seculis; ut videtur deperditum, nunc autem apud Aethiopas compertum, et «im versione latina anglicanaque publici juris factum *> R. Laurence etc. Derselbe Laurence gab im Jahr 1838 ein anderes apokryphisches Buch heraus, das sich noch in der Aethiopischen Sprache erhalten hat, das Buch Henoch nämlich. Es erschien unter dem Titel: Metscliaf Enoch Nabi. The book of Euoch the pro- *) Aus dem Mag. f. Lit. d. Ausl. Redakt. phet, an apocryphaf production, suppofed for ages to have beeu lost, but discovered at thc close of the last Century in Abissiuia. Now first translated from au Ethiopian M. 8. in the Bodlajan Library by Richard Laurence D. D. Archbischop of Cashel. Oxford. 1838. In demselben Jahre erschien von unserem Landsmanne, Professor Hoffmann in Jena: Das Buch Henoch, in vollständiger Uebersetzung mit fortlaufendem Commentar. 2 Bde., und bot die Gelegenheit, die Leistungen beider Gelehrten zu vergleichen. Eine solche Vergleichung stellt in der That ein Englischer Kritiker in dem neuesten Hefte der Foreign Quaterly Review an, indem er von dem crsteren Werke des Laurence (der Himmelfahrt des Jesaias) auSgeht. Da dieses Buch selbst in England selten ist, so glauben wir, daß es der Leser nicht ungern sieht, wenn wir einen hinreichenden Theil der Auszüge unseres Originals hier wiedergebcn, damit man sich ein deutliches Bild von dem literarischen Werth des apokryphischen Buches selbst und dem Verdienste des Herausgebers entwerfen kann. „Einige der ersten Kirchenvater," sagt Laurence, „kannten diese Himmelfahrt. Justin, welcher den Märtyrertod unter Mark Aurel litt, spielt in seinem Dialog mit dem Juden Trypho auf einen vorzügli« chen Fall an, der darin besprochen wird-, nämlich daß Jesaias entzweigesägt wurde." Auch Tertullian, in demselben Jahrhundert, legt dem Buche einige Autorität bei. Origines in seinem Briefe an Asrikanus und seinem Kommentar zu Matthäus beruft sich ebenfalls darauf. Epiphanius führt Stellen daraus an; dasselbe thut Ambrosius im Kommentar zum 118. Psalm; und endlich ist dessen in dem Kommentar zu Matthäus erwähnt, der in den Werken des Chryfostomus steht, und dessen Abfassungszeit Montfaucon in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts setzt. Dr. Laurence fährt so fort: „ Die Sage von der To-