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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 380

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 380 (sequence 12)
Language
German
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580 Sie hielten sich an die wörtliche Auslegung, daß jedes Glied des Körpers beim Beten in Ehäligkcit versetzt werden muß; und ein übel angebrachtes — ja selbst obszönes — kabbalistisches Motiv *) bestärkte sie in ihrem Wahne. — Die Chafsidim haben überdies sür ihre Frauen keine, nach ihrem Ritus"^ eingerichtete Frauenschule, (ü'w: sondern diese müssen mit den nichtchassidischcn Weibern zusammen beten. Dieses laßt sich auch aus dem Vorhergehenden gut erklären, weil erstlich die Chaffidim, wie wir gesehen, keinen Kultus für das Volk — wohin sie ihre Weiber mitzählen — besitzen; zweitens, weil sie die kabbalistischen Formeln, an die man während des Betens unablässig denken muß, ohne welche sie ihre Gebete profanirt glauben, doch ihren Weibern nicht anzuvertrauen wagen. — Außer der Zeit des Betens, ist in der Vorbereitungsweise dazu zwischen Chassid und (Lamdan) Nabbinist, eine große Differenz ersichtlich. — In diesen Präliminarien spielt die körperliche Reinigung, durch Entleerung (Evaciiatio ulvi-rvpp:) eine bedeutende Rolle. Diese wird überhaupt in dem ganzen chassidischen Leben nicht blos als heilsame Sanitätsvorschrift; sondern selbst als religiöse Pflicht geboten, und deren Unterlassen als Sünde bezeichnet. *) y»i:ri73 ir:b öi'un , •pi-na •’trp-'b .fimrfini Nr frin '*01 itbsrn nrin bbenaft **) Was den chassidischen Ritus betrifft, siehe «nten. — (Fortsetzung folgt.)! „forderlichen Gesangsfertigkeit, sich auch über musikalische : „Kenntnisse, so wie mit glaubwürdigen Zeugnissen über „ihren moralischen und religiösen Lebenswandel, und „über ihre Fähigkeit zum correcten Vortrage der üblichen „hebräischen Gebete aller Art, wie auch deutscher Ge- „bete, genügend ausweisen können, und einer Probe un- „terziehen. — Mit diesem Amte ist nebst freiem Wohn- „quarlicr, ein jährlicher fixer Gehalt vochj Sechshundert „Gulden in Zwanziger Münze, verbunden. — Die Zeit „des Eoncursev wird aus den 22. Juli l. I. anberaumt.—; „Bis dahin haben alle Bewcrbslustigen, in Pesth zur „Probeleistung auf eigene Kosten einzutrcffen, und ihre; „schriftlichen Gesuche, mit obigen Ausweisen versehen, „bei der Pesther israelitischen Gemeinde cinzureichcn. •— „Es steht jedoch jedem Bewerber frei, zu dieser Probe- „leistung schon früher in Pesth einzutrcffen, oder seine „Zeugnisse zur vorläufigen Prüfung portofrei zu über« „senden." — Unterzeichneter ersucht alle Herren Vorsteher der verschiedenen Gemeinden wohin dieses Blatt gelangt, daß , wenn Sie einen Färbergcsellcn Namens Meyer Lucas! Goldschmidt von hier ausfindig machen könnten, dem- I selben sofort gefälligst wissen zu lassen, daß dessen Mutter am 29. dieses Monats einem bessern Leben entschla- . fen ist, und weßhalb sich derselbe aus seiner Brüder! Verlangen sobald als möglich auf die Rückreise hierher! begeben soll. | Witzenhausen am 31. Mai 1840.! Der Kreisrabbine! vr. Frenkel. i ... .... | Zur höchst wichtige» Beachtung. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühre» für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum «urfgevomme». Die gZerlagshandlung. Concors. ,,Bon Seiten der Pesther israelitischen Gemeinde „wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in „dem mit Ehoratgesang bestehenden israelitischen Tempel „zu Pesth in Ungarn, die Stelle eines ersten Vorbeters „zu besetzen sei. Diejenigen, welche sich dieserwegen bewerben wollen, muffen außer jener zu diesem Amte er-. - Ein gewisser Louis Davidson, angeblich aus Odessa i gebürtig, welcher seit mehreren Jahren viele Städte Nord*! deutschlands als ^212 besuchte, und in dieser Eigenschaft j mehrere Arbeiten verfertigte, hat auch in hiesiger Ge-! meinde vor vier Jahren in diesem Fache Mehreres gear* beitet, namentlich ■pV'Dn angefertigr, verbessert und verkauft. — Es hat sich jetzt bei Eröffnung mehrerer von ihm gearbeiteten und verkauften ergeben, daß dieselben gar keine nvwa enthielten. Dies Ergebniß hatte ich mich verpflichtet, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Halberstadt, dm 5.'Juni 1840. Mathias Levian, Rabbiner Assessor.

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