Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1840)
- Date
- 1840-06-27
- Page
- Seite 376 (sequence 8)
- Language
- German
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376 anschließend, einen religiösen Gedanken kurz entwickelt, und das Gebet für den König mit dem Segen der Gemeinde daran knüpft. Auf Mehrerer Gesuch hat sich Dr. Philippsorr entschlossen, von nun an diese Gebete, so weit dies möglich ist, aufzuzeichnen. Vielleicht daß eine spätere Publikation einer kleinen Sammlung derselben für kleinere Gemeinden ein Hülfsmittel schafft, diese kurze Erbauung, beim Mangel anderer Hülfsmittel, anzunehmen. , Dresden, 11. Zuni. Das Wochenfest in der neuen Synagoge zu Dresden. Nachdem der Gottesdienst nun bereits mehrere Wochen in der neuerbaueten Synagoge gehalten wird, zeigt sich immer mehr die Zweckmäßigkeit der getroffenen Einrichtungen. Insbesondre sind wir, ehe wir in das Nähere eingehen, die Vorbemerkung schuldig, daß die hiesige isr. Gemeinde, — einige wenige Indifferente abgerechnet, welche weder von altem noch von neuem Gottesdienste etwas wissen wollen und die man füglich das leere Blatt zwischen dem alten und neuen Testamente nennen könnte, — fast ganz aus sogenannten frommen Israeliten bestehet, deren Hauswesen noch nach den Vorschriften des jüdischen Ritus eingerichtet ist; die vorgenommenen gottesdienstlichen Verbesserungen sind daher auch von diesem Gesichtspunkte aus zu beurtheilen. Erwägt man, daß die zu Hamburg, Wien, Prag und wol auch selbst in Kopenhagen eingeführten Reformen lediglich von den Neuerern — mit mehr oder minderem Widerspruch der Alten — ausgingen, andrerseits aber die in mehreren größeren Städten z B. Paris, Berlin, München, Mainz und selbst in Brüssel gemachten sogenannten Verbesserungen diesen Namen kaum verdienen, indem daselbst neben einigen schönen Gesangpartien das laute Beten, Plaudern und andre Unarten beibehalten sind, auch sogar von Cassel berichtet wird, daß die Reform allda sich nur auf verbessertes Rezitiren einiger weniger Gebetstücke und Absingung eines Chorals vor und nach der Predigt beschranken, nicht aber die ganze Ordnung des Gottesdienstes umfassen soll, so dürfte, die Gemeinden Wuctembergs etwa ausgenommen — bei deren Melodien jedoch das israelitisch-charakteristische mitunter zu sehr verwischt ist, — Dresden die einzige aus eifrigen und fleißigen Synagogenbesuchern, worunter auch talmudischgelehrte Greise sich befinden, zusammengesetzte Gemeinde sein, deren Mitglieder insgcsammt, ältere und jüngere, mit Freude und Anhänglichkeit an dem neuen Culrus theilnehmen. — ' Wir geben hier nur eine Beschreibung des Gottesdienstes am jüngsten Wochenfeste, wovon inan auf die liturgischen Einrichtungen an den übrigen Tagen, welche diesen analog sind, schließen kann. — Sin Vorbeter bcs ginnt des Morgens mit Dbi* pi» und rezitirt -P72L 7T-P27-J bis mwiStfra bar: in schlichtem, kräftigem Borlrage; hierauf betritt der andre Vorderer die Estrade, sein sogenanntes 17722 bestehet nicht, sondern die Gebete sowie tinnn nsoip werden von dem auf der Estrade vor der heil. Lade befindlichen ",nb'L verrichtet) singt in einem der alten Melodie ähnelnden, jedoch neugesetzten Recitativ '727 bar: bis betet dann allem taut weiter bis 2720 nsrip; bei den Responsen, .als 22) n« ’Tna w üblyh 117272N 'n "pia , '127 btfn Tnn am ^12 , pn , '-»»ro arr pa p7 , N1NP Tölip löTlp , 7737p7272 'n 1722 ^712 fallt jedesmal der in der 2. Gallerie dem Ällerheiligsten gegenüber postirte, aus 20 — 30 Sängern, Erwachsenen und Knaben, bestehende Chor harmonisch ein. bann 27222 rezitirt der Vorderer, dann wiederholt der Chor diesen Vers, von 277322 Dtf bis zu Ende des 2)p sagt die Gemeinde leise, der Vorbeter beginnt dann tmrrbtf 'tt N728 und rezitirt bis banm bfc«, wo der Chor durch ein sanft verklingendes pa die Gemeinde zur stillen Andacht der 2>"22 hinleitet. Die Piutim vor N1222 N27722) waren sämmtlich weggelassen worden; aber mit dem Beginne der Wiederholung des 2Ä-Gebets erinnert der Vorbeter durch Jntonirung des ü">722n 17272 an die besondre Bedeutung der heutigen Festesfeier, die Gemeinde sagt dann leise die ersten Piutstücke bis 2*n72ii ^n?2; es folgt dann sogle ich 1211 nioan ^22p n p27,.man bereitet sich durch würdevolles Rezitiren der sinnigen Parabel, wie die Tora vom Anfang der Geschlechter keinen Sterblichen für geeignet fand ihm offenbart zu werden bis zu Moses, auf den großen Act der Gesetzgebung vor und, schon von innerer Seelenfreude über die unsren Vätern gewordene himmlische Wohlthat erfüllt, steigert sich diese zu lautem Ausbruch in dem plötzlich von der Höhe herab erschallendes Chorgesang des ,22>n b2 7N732)">7 '">27 2572 '-7728 NN72222; man gehet nun in den näheren Inhalt der offenbarten Zehn Gebote ein, und nach dem vom Vorderer rezkrirten Schlußsätze jeder Abtheilung des Zehngebot-Piut fällt der Choc mit dem betreffenden Stichworte ein, als ,2">nbs 1211 , ■“ptibs 'n rnrr u. f. w.; den erhebenden Schluß 7b^2>772 N72 1727N72 ^7lp bildet ein schönkomponirter Wechselgesang zwischen Chor und Vorbeter, wobei besonders einige Soloparthien eine rührende Wirkung hervorbrachten. Es folgte nun iib^n ^bi pm Nw7ip und, mit Hinweglassung des Siluk-Piuts, sogleich N2)7ip.— Das Hallel wird vom Vorbeter nach einer passenden Melodie ganz durch rezitirt bis zu 7bbn 212 b2'rsn^, welches der Chor vortrefflich sang, ml und N2N singt der Vorbeter und der Chor wiederholt es. — Die Tora's werden, unter melodischer Anstimmung des '21222 im, herausgenommen und jedesmal vom Oberrabbinen und dem fungirenden Vorsteher feierlich um die ganze Estrade herumgetragen, n&rip rrnnii und miüstt ist wie gewöhnlich, jedoch darf niemand etwa laut mitsagen. — Vor Anfang der Vorlesung aus dem Pentateuch war heute das dreimalige Rezitiren des '727 'n 'n sehr erhebend; erst — nach einer eignen Melodie — vom Vorbeter, dann vom Chor und nun wiederholt vom Vorbeter, worauf die Gemeinde in die. stille Andacht des dbi* -btt) 72721 überging. — Da der Gottesdienst für die ganze Gemeinde ist, so