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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 375 (sequence 7)
Language
German
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375 halten, damit der Zweck der Regierung, das wahrhaft Gute zu schirmen und zu fördern, erreicht werde. Auch an Euch, Ihr edlen Männer, ergeht unser Ruf, daß Ihr, trotz der zwar mühevollen und lästigen Beschäftigung, dennoch zum Heile Eurer gedrückten Brüder, von der Leitung nicht zurücktreten möchtet! — Deutschland. AuS dem Calenbergischen, 9. Juni. (Privatmitth.) Ich beeile mich, Ihnen eine Nachricht mitzutheilen, welche zunächst für die hierländischen Juden, um des Prinzips willen aber für Alle, die mit und für Israel fühlen, von Wichtigkeit ist. Ich hege mit Grund die Vermuthung, die Klagen, welche ich vor Kurzem über unsre rechtlichen Verhältnisse in diesen Blättern äußerte, in Bälde zurücknehmen zu müssen. Und wie gern widerruft man sich in einem solchen Falle! — Vor wenigen Wochen begab sich der Herr Landrabbine Dr. Adler zu Sr. Majestät dem Könige, schilderte mit lebhaften Farben die beschränkte Lage der israelitischen Unterthanen in unserm Staate und bat in deren Namen und im Namen der Menschheit, daß Sr. Majestät geruhen möchten, durch ein geeignetes Gesetz den israelitischen Einwohnern des Landes eine zeitgemäße und ehrenvollere Stellung zu verleihen. Der Monarch antwortete in den huldreichsten Ausdrücken, erkundigte sich genau nach vielen einzelnen Umständen und entließ unser» würdigen Vertreter endlich mit dem allergnädigsten Versprechen, daß die dargelegten Wünsche recht bald in so weit als thunlich erfüllt werden sollten. Dem königlichen Worte folgte die Erfüllung auf dein Fuße. Noch in derselben Woche wurde dem Cabinet der Auftrag, unter Sr. Majestät höchsteigner Leitung einen Gesetzentwurf zur Verbesserung unsres Standpunktes zu bearbeiten. Schon ist dieser seiner Vollendung nahe, und man weiß mit Bestimmtheit, daß, wenn bei der Menge bereits vorliegender Arbeiten die Zeit -cs nur irgend gestattet, der in Rede stehende Gesetzentwurf noch im Lause der gegenwärtigen Diät der allgemeinen Ständeversammlung zur Berathung vorgelegt werden soll. Wie weit sich derselbe erstreckt, ist noch nicht bekannt und ich glaube, daß für diesen ersten Anfang wir unsre Hoffnungen nicht zu hoch spannen dürfen. So viel jedoch ist ziemlich gewiß, das Schutzverhältniß wird aufhören und unfern Glaubensgenossen der Eintritt in die Zünfte und Innungen gestattet werden. Hiermit ist uns also die freudige Aussicht eröffnet, endlich auch in Hannover, wo bisher am wenigsten geschah, die drückendsten Beschränkungen schwinden zu sehen; die wenigen Staaten Deutschlands, wo der Name Schutzjude noch Geltung hat, werden von diesem neuen Beispiele hingezogen werden, und unsre Kinder, welche mit des Herrn Hilfe in allen deutschen Landen das theure Bürgerband umschließen wird, dürften einst, wenn man ihnen von Schutzjuden erzählt, wol dieselben Regungen fühlen, die wir, wenn wir von Kammerknechten hören: ich meine die Regung des scheuen Rückblicks auf eine kummervoll durchlebte Nacht und das Gefühl des Dankes gegen Ihn, „der die Erde erleuchtet und die, so darauf wohnen." Literarische Nachrichten. Magdeburg, 15. Juni. Angekommen: Archive®, israeliles de France, par S. Cahen. Paris 1849. No. 2. 3. Es ist ein sehr erfreuliches Zeichen für das Wiederaufleben des Interesses für das Judenthum auch der den Israeliten Frankreichs, daß diese Monatsschrift einen glücklichen Erfolg, und ihr Erscheinen einen sichern Bestand erhalten hat. Außer den Nachrichten und Berichten, von denen wir unter dem Art. Paris Mehreres auszüglich mitgetheilt, enthalten die angckommcnen Nummern eine poetische Version von Hiob 38, 2, über die Konkordanz der Jüd. und Julianischen Zeitrechnung, über die Kabbala von Prof. Frank (wir behalten uns darüber Mittheilung vor), und über die Anklage der Juden zu Damaskus. — Die Synagoge. Zweit. Jahrg. Heft VI. Auch diese jüd. Monatsschrift hat einen verdienten Fortgang. Außer einem Gedichte von Stein enthält dieses Heft eine Kol-Nidre-Predigt von A. Kohn; über Beerdigung der Tobten; Recensionen von Schulbüchern; Züge der Humanität (aus der AUg. Zeit, des Jud.) und über das Erlöschen des Patriarchats (ein kurzes, ungenügendes Wort). — Fortlaufende Berichte über Gemeinde- und Synagogen - Reformen. Magdeburg. Es ist hier seit fast zwei Jahren ekngeführt, daß an die Stelle des Hanotcn teschua an jedem Sabbat, an welchem nicht gepredigt wird, ein freies deutsches Gebet vom Geistlichen der Gemeinde gehalten wird, welches, sich an die Sidra oder Hastora

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