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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 371

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 371 (sequence 3)
Language
German
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571 Heiken Frankreichs zur Stütze, die ihm aber nicht fehlen wird. Dies die Debatte in der franz. Deputirtenkammer. Halt man diese mit den Thiers'schen Korrespondenzen der Leipz. Allg. Zeit, zusammen, so geben sie Veranlassung zu vieler Betrübniß. Man will es den europäischen Juden zum Verbrechen machen, in dieser Sache einige Schritte gcthan zu haben. Und doch war es für diese eine allgemeine Angelegenheit, da zunächst ihre Religion mit einer tiefen Gehässigkeit eines schrecklichen Verbrechens angeklagt worden. Man sagt uns, Eure Religion gebietet Euch Mcnschenmord, und wir sollen dies geduldig hinnehnien! Was hatte man aber gesagt, wenn wir still geschwiegen!-Zu bedauern ist es aber, daß die Angelegenheit einen politischen Charakter zwischen den Agenten der verschiedenen Mächte angenommen — denn dann ist nicht abzusehcn, wie die Sache zu Tage kommen soll. Wo die Politik anhebt, hat die Humanität ein Ende, und jede Partei will ihre Meinung und ihr Interesse vertheidigen. Die Opposition, die zwischen Herrn Tlsscrs und den großen Financiers in Paris bekanntlich statt findet, kömmt noch hinzu, um der Sache einen guten Ausgang zu nehmen, da jene Financiers sich fü.r die Juden intercssiren. Wir müssen es der Lenkung des Höchsten überweisen! Triest, 2. Juni. Der Osservatore Triestino bringt in seiner heutigen Nummer nachstehende Anzeige: ,,Da einige Zeitungen irrthümlich mitgetheilt haben, daß der Oesterreichische Konsul in Damaskus, Herr Merlato, ein Jude sei, so werden wir eingeladen, authentisch zu erklären, daß erwähnter Herr Merlato in der zum Triester Gubernium gehörigen Stadt Lussin geboren und sich zur Römisch-katholischen Religion bekenne, so wie auch dessen Familie, welche sich gegenwärtig in Triest befindet, katholisch ist." Algier. Der Civiletat der Israeliten in Algier vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1839 zählt 244 Geburten, 177 Todesfälle und 22 Heirathen auf (Arch. isr.) Frankreich. Paris, 8. Juni. Wir entnehmen dem zweiten und dritten Hefte der Arc’iives israelites des Herrn Cahen, die so eben uns zugekommen sind, Mehreres, was die Privatcorrespondenzcn bis jetzt nicht gebracht hatten. In der Sitzung des Central-Konsistoriums vom 23. Februar dieses Jahres kam ein eigener Vorfall zur Sprache, der, da er ein Prinzip enthält, mit einigen Worten besprochen zu werden verdient. Am Sabbat vor dem Rosch-Haschana- Feste bemerkte der Rabb. von Mühhauscn in Zittsheim (Ober-Rhein) drei jüdische Fleischer Fleisch verkaufen. Aus seinen Bericht entzog der Großrabb. von Kolmar den Fleischern den Schochet, und legte ihnen resp. 40 und 240 Fasttage und ein feierliches Versprechen vor der heil. Lade, desgleichen nicht wieder zu thun, auf, doch könnten sie jeden Fasttag durch 45 Centimes an die Armenkasse abkaufen. Die Fleischer petitionirten an das Ministerium. Dieses sandte die Beschwerde an das Central-Konsistorium, welches entschied, daß der Großrabb. nicht das Recht habe, eine religiöse Strafe oder die Ablegung eines Versprechens aufzulegen, daß er aber allerdings das Recht habe, ihnen den Schochet zu entziehen, bis auf Weiteres. —. Das Personal der Konsistorien Frankreichs bestehet jetzt aus acht Groß-Rabbinen, einem zweiten Rabbinen und 38 Laien, unter denen zwei Juristen, ein Arzt, ein Oberst, sonst Kaufleute, Eigenthümer, Fabrikanten. —. Am 26. Februar fand sich eine Deputation des israelitischen Konsistoriums von Paris bei Hrn. Crömieur ein, und überreichte ihm, als Anerkennung wegen seines beredten Plaidoyer's über den Schwur more jadaico (f. No. 9. 10.), eine prächtige goldene Medaille, auf welcher die Inschrift sich befindet: „Die Mitglieder des israelitischen Konsistoriums von Paris dem Herrn Cremieux, Advokaten am königl. Gerichtshöfe, Vicepräsident des Central- Konsistoriums. Ein Zeichen der Dankbarkeit für seine Reden gegen den Schwur more judaico." Auf der Kehrseite liest man: „den 10. Januar, 1. Juni 1827. 31. Dezemb. 1839." als die Daten der Reden Cremieux'. Der Präsident des Konsistoriums, Herr Dr. Cahen, hielt eine lobreiche Anrede an Hrn.

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