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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 370

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 370 (sequence 2)
Language
German
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370 der Minister, zur Untersuchung der Sache, um so schnell als möglich zu einem Resultat zu gelangen, und einen Zeitverlust von drei Monaten zu vermeiden. Graf de la Borde erwähnt, daß die jüdische Nation im Orient einer wohlverdienten Achtung genösse, und daß er wie Hr. v. Lamartine die herzlichste und offenste Gastfreundschaft in den bedeutendsten Familien derselben getroffen hätte. „Ich wurde daher sehr schmerzlich bei der Nachricht bewegt, welch ein Loos eine achtungswcrthe Familie, die ich in Damaskus kennen lernte, getroffen, und besonders von dem Verdacht, der nach dem Gerücht unfern Consul wegen der Theilnahme an den Martern derselben traft Dieser Verdacht kann auf einem Franzosen und einem so achtungswürdigen Mann, wie der Consul, nicht lasten bleiben. Man muß daher das Geschehene genau untersuchen; der Redner wünschte, daß der französische General-Consul in Aegypten sich dem Repräsentanten-Comitö der Mächte anschließe. Herr Jsambert citirt einen vom 7. März 1840 aus Damask vom apostolischen Missionar an seine Obern erstatteten Bericht, worin gesagt ist, daß der Pascha Befehl ertheilt hat, die Juden auf die Tortur zu lege»; außerdem heißt es: „die Bemühung und der Eifer des französischen Consuls bei dieser Sache übersteigt alle Begriffe." Also, fährt Herr Jsambert fort, der französische Consul kannte die Torturen, und er beging das große Unrecht bei einer so infamen Behandlung mit thätig zu sein, während es doch von ihm Pflicht gewesen, dagegen auszutreten. Der Conseils-Präsident. Ich setze in die Dokumente über diese Angelegenheit nicht solches Vertrauen wie Hr. Jsambert;. dem dies gar nicht bedenklich scheint, anstatt ich damit sehr zurückhaltend bin. Ich ehre meine Stellung als Minister, und ich wünschte daher, daß ein Deputirter seine Stellung auch in Ehren halte. (Gemurmel). Die Juden verdienen Theilnahme, besonders wenn die Humanität an ihnen verletzt worden ist; aber gebührt nicht einem französischen Agenten, der gegen die Repräsentanten aller Mächte allein dasteht, ebenfalls Schutz? Ich glaube der Wahrheit näher als Sie zu sein; nun! si> sage ich, es ist Uebereilung, ein Urtheil zu fällen. Ich habe die Protokolle der türkischen Justiz gelesen, die gewiß nicht mit der franz. Justiz zu vergleichen ist; aber obgleich in diesem Protokoll so manches Verfahren sich vorfindet, das nicht zu rechtfertigen ist, so stimmt doch nichts darin mit dem überein, was man sagt, und es ist in der Verhandlung kein Grund vorhanden, weßhalb diejenigen, über welche sie ausgenommen wurde, getödtet werden sollten. Ich sehe in dem Betragen unsres Agenten einen legitimen Eifer, der der Größe des Verbrechens angemessen ist. Ich sage nicht, daß ich Alles weiß, denn ich bin nicht so verwegen wie ^Sie! Nur Geduld, bis man das Resultat der Mission kennen wird, die dem neuen Agenten anvertraut wurde. Sie reclamiren im Namen der Juden; ich reclamire im Namen eines Franzosen, der bis jetzt alle seine Pflichten erfüllt hat. Herr Jsambert. Ich habe nicht übereilt gesprochen, mich nicht auf Privatnachrichten gestützt, sondern auf den Bericht, der von dem Missionar herrührt, der dem Water Thomas nachfolgte; ich schöpfe meinen Beweis aus den Darlegungen eines Feindes der Juden. Ich habe mich auch aus den Bericht des österreichischen Consuls gestützt, der nicht verdächtig sein kann, da er in der Hauptsache die Meinung unsres Agenten theilte. Ich sage nicht, daß gar keine Uebertreibung dabei statt finde; ich kann nicht dafür.ganz bürgen; (Gemurmel im Centrum), allein ich sage, daß vier Personen auf der Tortur ihren Tod fanden; ich sage nicht, daß unser Agent Mitschuldiger dieser Jnfamieen war, allein ich sage, daß, als er von einem so entsetzlichen Verfahren in Kenntniß gesetzt wurde, es seine Pflicht wäre, dies der höchsten Behörde vorzustellen. Der Conseils-Präsident sagt, daß nicht nur Hr. Cochelet, der General-Consul, unsren Agenten unterstützt hat, sondern daß auch der englische Consul auf seiner Seite war. Der Minister fügt hinzu, daß die Juden von ganz Europa durch diese Bewandtniß aufgeregt worden, daß sie sich an alle Staatskanzler gewendet haben, und dadurch beweisen, daß sie nicht so wenig Einfluß haben, wie man vorgiebt. Gegen ein so wohl kombinirtes und weit ausgedehntes Angriffssystem hat der französische Agent, nur den Minister der auswärtigen Angelegen-

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