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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 372 (sequence 4)
Language
German
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372 Cremieux, und dieser antwortete mit Wärme und Liebe für die Sacheder Emancipation. — Einen andern Schritt der Anerkennung that das israelitische Konsistorium zu Marseille; es richtete unter dem 13. Febr. ein Dankschreiben an Herrn Cremieux, worin es unter Anderm bemerkt, daß.es Sorge ge, tragen, Exemplare der Rede Cromieux'nach Calcutta und Bombay zu schicken. —. Edmund Halphen, Mitglied des. israelitischen Konsistoriums von Paris, Juwelier, ist zum Mitgliede des General-Konseils der Hospitäler und Hospicien von Paris ernannt worden. —. Zn Bezug auf den von uns (No. 8—10) mitgetheilten neuen Ordonnanzentwurf für den israel. Kultus laufen bei dem Central-Konsistorium viele Berichte und Gutachten der verschiedenen Provinzialkonsistorien ein, die sich allesammt mehr oder minder dagegen aussprechen. Zuerst die „Reklamationen" des Groß-Rabb. Lambert von Metz. Er spricht sich überhaupt gegen alle Reform aus, indem er zugleich Kultus und Religion, Gebrauch und göttliches Gesetz so untereinander mengt und vertauscht, daß damit auch der kleinste unbedeutendste Minhag eine Ewigkeit erlangen würde, mit deren Ende die Religion fallen würde. Jnsonders protestirt er gegen die absolute Obergewalt, die sich das Central- Konsistorium aneignen will, ein Konsistorium, das aus einem Geistl. und 7 Laien besteht, und darin stimmt ein Jeder mit ihm überein. — Alsdann die „Bemerkungen" des Groß-Rabbinen Cahen von Marseille. Derselbe protestirt insonders dagegen, daß die Rabbinen allen Einflusses auf die Synagogen beraubt, und überhaupt neutralisirt werden sollen, so wie daß eine Majorität von b Laien den Kultus zu regeln hätte, was nothwendiger Weise zu Schismen und Aufregungen führen würde. — Am ausgearbeiketsten ist der „Bericht" des Groß-Rabbinen von Straßburg, Herrn Aaron Arnaud"). Derselbe beantwortet die Frage, ob eine neue ^Organisation des israelitischen Kultus nothwendig sei? entschieden bejahend. Hingegen häuft er seine Bemerkungen über den vorliegenden .Gesetzentwurf auf eine umfassende Weise. Der °) Derselbe ist uns abschriftlich schon von Strasburg 1 in extenso zugekommen. Revakl. Artikel 13 giebt keine Gewähr, daß der unterrichtete Israelit, der nicht Wähler, Offizier ff. ist, unter die Notabeln treten könne. Ein vollständiges Ausscheiden aller Laienglieder nach dem Quadriennium, anstatt jährlichen Ausscheidens eines Viertels derselben, ist unstatthaft. Was soll der Ausdruck sacrificateur (Opferer) statt Schächters? Gegen den Art. 24, daß das Central-Konsistorium den Gottesdienst nach seiner Willkür ordnen soll, vollständige Protestation. Keine Unter-Rabbinen, sondern erster, zweiter ff. Klaffe. Das Examen der Rabbinen nur von Laien vollzogen, ist durchaus ungenügend. Die Kreirung ambulanter Prediger völlig verworfen. (Aber keiner der protestirenden Rabbinen schlägt als nothwendigen Art. vor, daß die Rabbinen predigen müssen.) Schlüßlich verlangt Herr Arnaud eine Synode, oder Versammlung sämmtlicher Rabbinen, um die zu treffenden Verbesserungen zu berathen. Preuße», Berlin, 12. Juni. Wir entnehmen der Haude- und Spener'schen Zeit, folgenden Artikel: Es ist unstreitig eine schöne und fromme Sitte unserer Vorfahren gewesen, die Stätte, an welcher irgend eine ausgezeichnete Person geboren ist oder gelebt und gewirkt hat, in schlichter Weise, etwa durch einen Denkstein oder eine Inschrift, zu bezeichnen. In unseren Tagen fehlt es nun zwar nicht an großartigen Monumenten auf die Helden des Jahrhunderts, mögen sie den Lorbeer errungen haben im Kriegsgetümmel, oder in den harmlosen Künsten des Friedens, fehlt es auch nicht an Grab-Denkmalen der sinnigsten und schönsten Art — aber was der Fremde z. B. in unserer Stadt vermißt, das sind jene Denkzeichen, wenn man will, gemüthlicher Art. Wie wenige giebt es z. B. unter uns, welche nicht Rede stehen können, wenn man sie fragt, wo haben Lessing, Ramler, Mendelssohn, Spener, Spalding, wo haben Voltaire, Bernoully, Lagrange, Oelrichs, Teller gewohnt und doch hat das Wissen von solch' scheinbar äußerlichen Notizen auch sein Gutes, sei es auch nur, daß dadurch das Andenken an solche Personen ein lebendigeres bleibt. Je seltener nun, wie gesagt, bei uns dergleichen ist, desto mehr scheint es Pflicht, die Aufmerksamkeit darauf hinzulenken, wenn etwas der Art geschieht. So bemerkt man seit einigen Tagen an dem unscheinbaren Häuschen Spandauerstraße 68,

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