Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1840)
- Date
- 1840-06-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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iv. Jahrgang. Allgemeine No. 28. Zeitung -cs Zu-cnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Vermag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer attergnadigfter Concession) Leipzig, den 27. Juni 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben-, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Syrien. Magdeburg, 15. Juni. Wie wir bereits gemeldet, veranlaßte die Angelegenheit der Damasker Israeliten eine Debatte in der franz. Deputirtenkammer, Sitzung vom 2. Juni. Als nämlich vom Personal der Konsuln die Rede war, bat Hr. Fould sich das Wort aus. Er lenkte die Aufmerksamkeit der Kammer auf die Angelegenheit der Juden zu Damask, indem er sich über das Betragen des französischen Agenten aufs eifrigste beklagt. Dieses Betragen, sprach er, erbitterte dermaßen die Repräsentanten der andern Mächte, daß sie unter sich eine Berathung hielten, die aus dem österreichischen, russischen, preußischen und englischen'Agenten bestand, ohne daß Frankreich dabei vertreten war. Die franz. Negierung mußte sich mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Der Herr Conseil-Präsident hat einen neuen Agenten auf den Schauplatz der Ungerechtigkeit gesandt. Unglücklicherweise aber ist dieser ein Subalternbeamte, der zu rücksichtsvoll oder zu unterwürfig sein wird. Was die Sache selbst anbelangt, so bedürfen die Juden in Damask erst meiner Rechtfertigung nicht. Es ist zu bekannt daß das Christenthum in den ersten Jahrhunderten von den Heiden ebenfalls Anfechtungen durch gleiche infame Anklagen zu erleiden hatte. Ich glaube, daß alles Sträfliche und Ruchbare dieser traurigen Angelegenheit von der Regierung anerkannt und bestraft werden wird. Der Conseils-Präsident. Die Angelegenheit der Juden in Damask hat eine unglückliche Berühmtheit erlangt. Die meisten Details wissen wir schon, dennoch würde ich's für Uebereilung erachten, eine Meinung über das Geschehene hier auszusprechen. Ich habe alle Dokumente gelesen, und ich würde strafwürdig sein, wenn ich über die Unschuld der Juden oder -über ihr Verbrechen hier entschieden urtheilen wollte. Welche auch meine persönliche Meinung sei, ich darf sie nicht auf der Tribüne äußern. Soviel aber erkläre ich, daß das Betragen unsres Agenten: bis jetzt noch nicht den geringsten Vorwurf zu verdienen scheint. Da er mit den fremden Agenten zu kämpfen hatte, hielt ichs für Pflicht ihn zu unterstützen, was ich gethan und thun werde bis seine Schuld, wenn er welche hat, klar zu Tage liegen wird. Der Minister bezeichnet hier das Verhältniß der Sache, indem er sagt, daß unser Agent keinesweges die Tortur begünstigt habe, wenn eine solche nämlich stattgefunden hat; und da HerrCocheler, unser Generalconsul in Aegypten, für unfern Agenten sprach, so wäre kein hinlänglicher Grund ihn bloß wegen der vom östreichischen Agenten beantragten Bestrafung und Denuncirung zu verurtheilen. Ich habe einen Vice-Konsul abgesandt, sagte