Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 25 (20.6.1840)
- Date
- 1840-06-20
- Page
- Seite 355 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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355 beabsichtigt eine Denkschrift zu diesem Behufe zu veröffentlichen; endlich wollen mehrere Gelehrte zum Frommen der Menschheit die ganze Geschichte in ihrem wahren Lichte darzulegen suchen. Die unglücklichen Juden segnen meinen Namen, und beten zu Gott für mich. Ja selbst die vornehmsten Muselmänner dieser Stadt geben mir ähnliche Gesinnungen des Dankes zu erkennen: sie sagen, meine Rechtsliebe habe den nichtigen Religionshaß zu verlöschen gewußt. Weder stolz auf das mir werdende Lob, noch gebeugt von den erlittenen Beschimpfungen, genügt mir das Bewußtsein, meine Pflicht als Mensch, als Beamter getreu erfüllt, mit Gottes Hülfe das Leben mehrerer Unglücklichen gerettet, und viele Familien vor den Verfolgungen geschützt zu haben. Ich danke endlich der göttlichen Vorsehung, mir einen so großen Trost gerade in der kritischsten Lage meines Lebens bereitet zu haben. G. G. Merlato." Aus London vom 27. Mai wird berichtet: Die Aeltesten der Judengemeinde von Portsca hatten sich an Lord Palmerston um seine Verwendung für ihre unglücklichen Brüder im Oriente gewendet. Der Globe theilt folgende Antwort mit, die ihnen der Minister durch seinen Secretair zufertigen ließ: „Meine Herren, ich bin von Viscount Palmerston angewiesen, Ihnen in Entgegnung aus Ihr Schreiben vom 4. Mai bekannt zu machen, daß Se. Lordschaft bereits den britischen Botschafter in Konstantinopel und den britischen Agenten und Generalconsul in Aegypten beauftragt, Jeder für sich der Pforte und Mohammed Ali Vorstellungen wegen der Verfolgungen zu machen, denen sich die Juden zu Rhodus und Damaskus jüngst ausgesetzt sahen. Ich bin rc. Levinson." — Die später widerrufene Nachricht, daß Lord Melbourne im Oberhause die Frage, ob die brittische Regierung etwas für die Juden in Damaskus gethan habe, verneinend beantwortete, veranlaßt den Ausschuß der brittischen Juden am 18. Mai zu einer Anfrage an Lord Palmerston, ob die Angabe des Lords Melbourne richtig sei, mit der Bitte, in diesem Falle doch jetzt noch und recht bald einzuschreiten, wie Lord Palmerston es bereits in einer frühem Audienz dem jüdischen Comitö versprochen habe. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten ließ unterm 23. Mai antworten, daß bereits am 5. Mai svwol über Damaskus wie über Rhodus Instructionen nach Konstantinopel und nach Alexandrien abgesendet worden, die wahrscheinlich am 25. Mai dort eintreffen würden. Cremieur hat neue Berichte in den französischen Journalen veröffentlicht, und heben wir folgende Stellen heraus: Die erwarteten Briefe haben wir mit dem Levanter Packetboot erhalten. Nachrichten über Damask werden uns aus Constantinopel und Alexandrien mitgetheilt. Der Advokat Darmon, der in Constantinopel bei der französischen Gesandtschaft fungirt, hat auf Ansuchen der israelitischen Gemeinden zu Constantinopel und Damask und der Abgeordneten des gelobten Landes, Herrn von Pontois eine Bittschrift überreicht wegen des unregelmäßigen Verfahrens des Grafen von Ratti-Menton, des französischen Consuls in Damask. Herr v. Pontois hat den 27. April dem Generalconsul Cochelet den Befehl ertheilt, dem v. Ratti-Menton aufzugeben, daß er alles einstelle. (Laut den Berichten des Consuls Merlato hat die Tortur den 23. April aufgehört.) Aus Alexandrien haben wir folgende zuverlässigere Nachrichten: „Mehemet Ali hatte anfangs gerichtliche Verhandlung anbefohlen, aber ohne Tortur. Dieser Befehl kam entweder nicht an, oder er blieb erfolglos. Hierauf traten europäische und ägyptische Juden zusammen, und wir richteten an Se. Hoheit Mehemet Ali eine feierliche Bitte, die jedoch frei von aller Kriecherei und Erniedrigung war. Wir sprachen als solche, die Gerechtigkeit fordernd, aber nicht Mitleid; als Unterthanen, die ihm Gott um regiert, nicht um gewürgt zu werden anvertraut. *) Se. Hoheit, einer solchen Sprache zwar ungewohnt, nahm sie dennoch wohlgefällig auf, ohne darüber unwillig oder beleidigt zu scheinen; und übte Gerechtigkeit, indem er sofort die Aufhebung der Torturen anbefahl und sämmtliche Prozeßakten forderte. Dieser nachdrückliche und bestimmte Befehl hatte eine unmittelbare gute Wirkung zu Folge. Aus Damask schreibt man uns, daß die Juden wieder frei athmen." „Am ersten'dieses Monats bat der Consul Merlato in seinem dem Generalkonsul abgestatteten Berichte um eine Ordre des Vice-Königs für Scheriff- Pascha, damit die Plagen, die Verfolgungen und die ö) Senza abbiezone ne umiltä, comine uotnini che chiedon# giustizia, non pieJaj com in c nomim dati da Dio per essere governati, non per essere trucidati.