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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-13 · Heft 24 (13.6.1840) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 24 (13.6.1840)
Date
1840-06-13
Page
Seite 341 (sequence 5)
Language
German
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341 Wunde zu heilen, und ihre, der Menschheit zur Schmach gereichenden Fehler durch Gutmachung auszugleichen. — Und solches ist wirklich mit dem hier rnitzutheilenden, vom Kaiser Maximilian dem I. herrührenden, die Vertreibung der Juden aus Steyermark, in Folge der in damaliger finsterer Zeit gang und gäbe gewesenen Beschuldigung des Christblut Bedürfens betreffenden Documente der Fall. Können und dürfen wir auch aus diesem barbarischen Erlasse keinen gegründeten Vorwurf gegen diesen allerdings großen Monarch schöpfen, da er im Geiste seines Jahrhunderts gehandelt; so möchten wir doch vermeinen, daß es von großer Wichtigkeit ist, hinzuzeigen, von wannen Erscheinungen gekommen, die noch bis in die Gegenwart hineinragen, und noch jetzt von Geltung sind. Ich lasse hier das betreffende Dokument in treuer, buchstäblicher Copie folgen: Wir Maximilian, von Gottes Gnaden Rom's König, zu allen Zeiten mehrer des Reichs, zu Hungern, Dalmatien, Croatien und König, Ertzherzog zu Oestreich, Hertzog zu Burgund, ju Brabant, zu Geldern, und Graf zu Blandem, zu 'Tyrol. Bekennen für uns und unsere Erben und Nachkommen öffentlich mit diesen Brieff und thun kund allermänniglich. Als wir nach Abgang weyland unsers lieben Herrn und VatterS deß Rom. Kaysers w. löbl. gedachtniß in das Regiment unser Erblichen Furstenthuinb und Lande Oestr. Steyer, Kärnten und Grain gegangen, seyn uns zu mehrmalen werklich und schwer Unehre, laster un schwach, so unser Jüdischhait in denselben unfern Fürstenthumben und Landen gesessen die b. liochw. Sacrament zu vielmahlen erzeigt, daß sie auch junge Christenliche Kinder jämmerlich gemartert getvdt vertilgt ja blut v. jene genommen und zu jrem erstockten verdamlichen Wesen gebraucht sürkommen. Uns auch daneben unser Landschafft von Praelaten, Herrn, Ritterschaft Statten und Markten gemanniklich des abbewürten un, sers Fnrstentbumbs Steyr anbracht, wie dieselb Jü- < dischhait jhr vorsordern und sie mit falschen Brieffen und Jnsiegeln in andern wege inn u außerhalb rechtens in manigfaltige weise betragen u vil mächtiger u ander Geschlecht damit in gant verderben un Armut gesetzt hatten darums etlich gefangen, solch jbel an jr gefunden, uw der ainstheils mit painlichen Rechten gestrafft, derselben Beschwerung sie jr Erben und Nachkommen wo das durch uns nit verhüt wurde täglich von jr gemartert worden. Und uns als iren Herrn u Landesfürsten demütiglichen angeroffen und gebetten sie in solchem gnädiglich zu versehen und wann wir nun als ein Komis König und Christlicher Fürst und Liebhaber der Ehre Gottes und seines Hailigen Glaubens, solches groben erschräklichen u unleydlichen Handels nit unbillichen merklich mißfallen und Beschwärung tragen, Haben wir Gott zu loben u unfern Unterthanen die uns zu Ablegung u crgetzlichkeit unser Nutz u Rente so wie v. der gemelten Jüdischhait Järlichen Gehalt hatten mögen im Summa Gelts zu unfern Händen gestellt und geben haben den uns wol berüget zu gnaden, un damit füran sollich jbel in dem obgenannten Furstenthumb und Lande nit mehr lieschehn mit gatter Vorbetrachtung geistigem Rath und auß Vollkommenheit unsers königlichen u Fürstlichen Gewaltv und Rechterwisser, dieselb unser Jüdischhait allethalben auß dem abbevärten unfern Land Steyr auch von der Newenstatt und Newenkirchen in ewig Zeit geurlaubt, und zwischen hie u. der heil. 3 Kouigstag, schworst kräftig auszutreiben zugesagt Urlauben un zu sagen ihn solches zu, als Komis König u regierender Herr u Landesfürst, wissentlich mit diesen Brieffmainen setzen und wöllen das nun für den gemelten den heil. 3 Konigtag kain Zud in die obbevärten unser Land Steyr Newenstatt u Newenkirchen nit mehr kommen noch darinnen einerlei Handlung mit Wucher noch in andre gestalt über noch treiben sondern darauß gantz ausgeschlossen u ja verbottcn seyn sollen. Es wäre denn ob derselben Juden ainer oder mehr wo wie unsere Erben oder Nachkommen unsere königlichen oder Fürstlichen Hofe, in dem jetzt genannten unserm Furstenthumb Steyr hielten, seiner Nottorft nach uns besuchen oder mit unser oder unfern Kegenten oder Anwält in Steyr sicherhait und gelait zu uns durchziehen wurden, das soll ja nit gewört werden, doch das sie sich darinnen glaitlicb halten und wesentlich nit bleiben. Es soll auch kain Jud wo der wohnhaft ist, kainem Steyern noch jenen armen leuten, nach Datto deS Brieffes, auf Brieff grund noch pod, die innen oder außer u Lands Steyr gelegen seyn nit leyhen. Wo sie aber das thalen, und sollich Brieff durch sie oder G'hristen den sie die übergeben, innen oder außer Lands fürbracht wur-

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