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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-13 · Heft 24 (13.6.1840) · p. Seite 339

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 24 (13.6.1840)
Date
1840-06-13
Page
Seite 339 (sequence 3)
Language
German
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339 mudstellen ist durch vr. Zunz siegreich zu Ende geführt, und der Gegner vollständig entwaffnet worden. Weniger angemessen, ja tadelnswetth ist die Erklärung des vr. Geiger ausgefallen. Er hat seinen Privathaß gegen die Talmudisten in diese allgemeine Angelegenheit hinübergetragen. Dieser Mann vergißt, daß über dreizehn Jahrhunderte unsres Stammes auf dem Talmud basirten, und daß somit diese dreizehn Jahrhunderte seines Bestandes zu rechtfertigen waren. Er scheint aber solche nationalhistorische Interessen gar nicht zu hegen. Mit Recht hat er aber die unbescheidenen Aufforderer zurückgewiesen, auf die es nun zurückfällt, wenn sie sich in ihm — getäuscht haben. Rußland und Pole«. Riga, 9/21. Mai. (Privatmitth). Es ist bei der israelitischen Schul-Commission dahier neuerdings wieder folgendes Schreiben eingelaufen: Den Herren Gründern der in Riga Allerhöchst bestätigten Schule für die Ebräische Jugend! Ihr an mich gerichtetes Schreiben vom 5. April, so wie die demselben beigelegte von dem vr. Lilienthal gehaltene Rede hatte ich das Vergnügen zu empfangen. Es war mir außerordentlich angenehm, von dem Fortschritte Ihres so lobenswerthen und so vielversprechenden Unternehmens zur Bildung Ihrer Jugend in Kenntniß gesetzt zu werden: ich wünsche aufrichtig, daß Ihre Schule unter der Leitung eifriger Fürsorger blühe, und daß die Fortschritte dieser Anstalt Ihren Mühen und Bestrebungen entspräche. No. 64. am 1. Mai 1840. Prinz Peter von Oldenburg. Am 21. April d. I. beging die hiesige israelitische Gemeinde auf Veranstaltung des vr. Lilienthal zum ersten Male, von allen russischen Gemeinden auf eine feierliche und der Würde des Tages entsprechende Weise das hohe Namensfest Ihrer Majestät, unserer allergnädigsten Kaiserin. Um 11 Uhr Morgens versammelte sich die Gemeinde in der festlich erleuchteten Synagoge, die noch überdieß von christlichen Zuhörern überfüllt war: drei Psalmen wurden gebetet; mit der Tora im Arme ein neuer hangen teschuah vorgetragen und eine Predigt gehalten, in der vr. L. die Frauen der hiesigen Gemeinde aufforderte, zum Andenken an die erste Feier dieses Tages einen Frauenverein zu stiften. Am Abende bei einem festlichen Mahle redete Derselbe mit mehreren frommen Müttern den Tag zu einer Versammlung ab; und bVet Tage darauf traten 95 Frauen zur Gründung dieses Vereines zusammen, der nun constituirt ist, und folgende fromme Zwecke hat: a) Unterstützung armer kranker Frauen und Wöchnerinnen; b) Unterstützung armer Geldbedürftigen: c) Unverzinsliches Darleihen eines Fünftels des Kapitals auf Pfänder, nur solchen Familien aufzuhelfen, die kein Geschenk wollen, sondern in einer augenblicklichen Verlegenheit sind, und die mit einem Darlehen wieder aufgerichtet werden können. d) Unterstützung zweier Bräute in jedem Jahre bei ihrer Verheirathung. Die Direction des Vereines ist der Leitung des vr. L. und eines Ausschusses von 5 Frauen übergeben. Die am Namenstage gehaltene Rede ließ vr. L. drucken, und schenkte den Ertrag als Fonds dem Vereine. — Bei den Trauungen hat vr. L. alle die polnischen Ceremonien, die den heiligen Akt wahrhaft entweihten, mit Zustimmung unsers hochgelehrten Herrn Rabbinen Elkan, abgeschafft, und bei dem deutschen Theile der Gemeinde ganz auf deutsche Weise eingerichtet. Vorerst eine Trauungsrede, bei der Braut und Bräutigam um ihr Jawort gebeten worden, (eine Einrichtung, die man in ganz Rußland der frühen Verheirathungen wegen wünschen sollte); darauf der Trauungsakt, wobei alle Segenssprüche blos vom Herrn Rabbinen gesprochen werden, und alle Laien ausgeschlossen sind; dann vom Prediger ein Glückwunsch und der Priestersegen, der den Akt schließt. — So unwichtig dies Alles in Deutschland ist, so ungeheure Fortschritte sind das hier, wo man um ganze Jahrhunderte noch hinter Deutschland zurück ist. Doch, mit Gottes Hülfe, wird sich die innere moralische Bildung, wie die Verherrlichung des äußeren Gottesdienstes auch hier immer mehr Bahn machen, und dann unser Glaube nicht bloß in Schriften herrlich dargestellt, sondern an Leben göttlich hergestellt sein. — Im Laufe dieses Sommers geht eine große Anzahl armer jüdischer Familien unter den von der

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