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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-06 · Heft 23 (6.6.1840) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 23 (6.6.1840)
Date
1840-06-06
Page
Seite 330 (sequence 6)
Language
German
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33D Lektüre für den Freund hebräischer Lektüre, da er hier theils bekannte Einfalle in das passendste Hebräisch gekleidet wieder findet, theils eigene, oft sehr scharfe Witze vvrgetragen werden. Zuerst kommt der ärztliche Stand daran, wir citiren als nett und kurz: .N2L^i , , rrL ö»rt>*p Diesem folgt die juristische Fakultät, dann der Lehrer¬ und Schriftstellerstand, dem wir folgendes Epigramm an den Kopf werfen! Ifdy# ^rq W2\5 V? ln?; v.^n b'zx\ hrdN Frauen, Geizige ff. empfinden außerdem die scharfen Pfeile des Verfasiers, dem wir von Herzen die baldige Möglichkeit, uns das zweite Bändchen zu liefern, wünschen. Magdeburg, 24. Mai. Das laufende Jahr ist sehr fruchtbar an narrischen Erzeugnissen fixer Ideen, -die die Juden betreffen, und alten Sauerteig wieder aufzuwärmen. So ist unter dem Titel: „Neu-Judaa. Entwurf zum Wiederaufbau eines selbstständigen jüdischen Reiches von C. L. K. Berlin. 1840/' so eben der freundschaftliche Rath ertheilt worden, daß die Juden in Missouri, Michigan, Arkanhas ff., also in Nordamerika sich ein Land kaufen, und daselbst einen Staat bilden mögen. Es wird dieser Staat sogleich mit dem Grundgesetz beschenkt: Nur Juden dürfen als Bürger zugelassen werden. Auch soll die hebräische Sprache Landessprache sein, „sie ist noch immer die geehrte, wohlgepflegte Muttersprache der Nation" — ein Beweis, daß der Verfasser kein Jude ist; denn wenigstens i der Juden wissen jetzt nicht einmal auf hebräisch zu sagen: „Ich habe Hunger!" oder „Schade um's Papier!"-Nebenbei könnten, wenn wirklich die Juden ein Staat in Nordamerika würden, nach der Ansicht des Verf. sie später den Sultan zwingen, ihnen Jerusalem und das Weichbild abzutreten. Ich fürchte aber, daß dies die orientalische Angelegenheit noch verwickelter machen würde. Wir wollen daher die Sache noch mit ansehen. — Magdeburg, 25. Mai. Die achte Lieferung des großen Bibelwerkes wird in diesen Tagen versendet, und die neunte Lieferung wird in nächster Woche fertig. Dieselbe beendet die dritte Sidrah des zweiten Buches Moscheh. Unter Anderm kommen auch merkwürdige Zeichnungen aus einem Grabgewölbe bei Theben darin vor, welche die Arbeiten der geknechteten Israeliten in Aegypten (mit mehr als Vermuthung) darstellen. Die achte Lieferung enthält auch die „Schlußbetrachtung" zum ersten Buch Moscheh. C e r r e s p o u d e u z e u. Warschau, 10. Mai. Die Rabbinerschule. Um dem lesenden Publikum ein treues Bild mancher hiesigen Verhältnisse zu geben, und die Rabbinerschute wegen der ihr öfters gemachten Vorwürfe zu rechtfertigen: siehet sich Referent genöthigt, einen etwas ausführlichen Bericht abzustatten. Es wäre hier überflüssig, den niedern Stand der polnischen Israeliten in allen Fächern des Wissens zu schildern. Salomon Maimon's Biographie und Peter Beer's Beschreibung der Secte der Chassdim, geben hierüber hinlängliche Aufklärung. Referent könnte nur noch hinzusetzen, daß sich der intellectuelle Zustand der Israeliten Polens, mit dem Anwachsen der Zahl der Chasidim, immer mehr verschlimmerte. — Dieses immer tiefere Sinken Seiner Unterthanen jüdischer Conftssion, zog nun die ganze Aufmerksamkeit des höchstseligen Kaisers Alexanders 1. gesegneten Andenkens auf sich. Dieser gütige Monarch hoffte der Bildung bei den polnischen Israeliten am Leichtesten Zugang zu verschaffen, wenn erst die Lehrer des Volkes gebildet waren.. Er befahl demnach im Jahre 1825 die Eröffnung einer Rabbinerschule, in welcher nächst oer hebräischen Sprache und den Talmudischen Wissenschaften, auch polnische Sprache, Geschichte, Geographie, Mathematik und Naturgeschichte gelehrt werden sollten; mit dem Bemerken: daß in Zukunft Niemand zu einem Rabbinate zugetassen werden darf, der nicht den fünfjährigen Cursus in der Rabbinerschule durchgemacht, oder vor den Lehrern dieses Instituts oben gedachten Wissenschaften mit Erlassung der MÄH. matik ein Examen bestanden hat. — Dabei blieb aber die Wahl eines Oiabbmen den Gemeindegliedern überlassen , und weder die Functionen noch Attribute des Rabbinen festgesetzt, folglich der Zweck gebildete Männer als Rabbinen sungiren zu sehen verfehlt. — Denn gewöhnlich geben hier die jüdischen Vorsteher nur solchen Rabbinen ihre Zustimmung, von denen sie überzeugt sind, daß sie ganz in ihrem Sinne handeln und nur von ihnen abhängig sein werden. — Alle Andren werden als falsche Propheten verschrien. Schon die Erfahrung hat gelehrt: daß nur gebildete Gemeinden-, einen in den Wissenschaften vorgeschrittenen Rabbinen suchen. — Ihr Deutschland liefert hiervon ein auffallendes Beispiel. ~~

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