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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-06 · Heft 23 (6.6.1840) · p. Seite 329

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 23 (6.6.1840)
Date
1840-06-06
Page
Seite 329 (sequence 5)
Language
German
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529 Einem Kreise hat er die Gesetzcsvorschlage der Ständetaftl gegen Mißverstand und Uebelwollen vertreten. Wien, 28. April. (Privatmitth.) Folgende Thatsache, die ich Ihnen ohne alle und jede Vor- und Nachbemerkung mittheile, verdient gewiß, in größeren Kreisen bekannt zu werden: Der als Arzt und orthodoxer Theolog bekannte Domprediger Veith legte bei Gelegenheit einer, in der Stephanskirche gehaltenen, Predigt einen sehr feierlichen Eid ab, daß die „Blutbeschuldigung," die den Juden so viele Verfolgungen zugezogen, falsch und grundlos sei. Er berief sich darauf, daß er früher selber Jude gewesen, und das Judenthum genau kenne. Brünn, 8.Mai. sPrivatmitth.) Der Gemeinde zu Boskowitz gereichtes zum großen Ruhme, daß zur Begründung einer Religions- und Bibelschule, die an dem letztverflossenen Peßachfeste zur Sprache gekommen, durch freiwillige Beiträge bereits die Summe von 4000 fl. C. M. zusammengebracht wurde. Besondern Eifer haben bei dieser Gelegenheit die Herren Moses und Samuel Löw-Bär und L. I. Löw an den Aag gelegt; doch sind auch die anderen Gemeindemitglieder nicht unter den billigen Erwartungen zurückgeblieben, die die constituirende Schulcommission von ihnen gehegt. Hoffentlich wird , die Schule im Laufe dieses Sommers organisirt sein, und so dürste die Boskowitzer Gemeinde den Ruf wieder erringen, dessen sie sich in unserem Vaterlande zu Ende des vorigen Jahrhunderts zu erfreuen hatte, als Hunderte von Jünglingen herbeiströmten, um dem belehrenden Worte des frommen, edlen und anspruchslosen Rabbi Samuel Halevy zu lauschen, dessen populäres und gemeinnütziges Werk Machazit-Haschekel, — ein sehr klar geschriebener, fortlaufender Commcntar zum Magen Abraham, — bereits vier Auflagen erlebte. Eine, in neuerer Zeit bei einem rein rabbinischen Werke! nur höchst selten vorkommende Erscheinung. In einem Aufsatze „die österreichischen Rabbinen der nächsten Vergangenheit," den ich Ihnen nächstens einzusenden gedenke, werde ich Gelegenheit haben, Ihnen über diesen Rabbi, dessen Name bei uns noch immer ein gefeierter ist, so wie über besten gelehrten Sohn R. Wolf Halevy Näheres mitzutheilen. Presburg, 14. Mai. (Privatmitth). In der! am II. abgehaltenen Ständesitzung ist das tl.d. 10.1,1. j herabgelangte, bereits mitgetheilte k. Reskript nicht angenommen, sondern S. Maj. eine Repräsentation, worin die Stände um gänzliche Einwilligung Sr. Majestät in die vorgeschlagenen Gesetzartikel bitten, unterbreitet worden, worauf am Abende des 12. eine königl. Resolution erfolgte, des Inhalts, S.Majest. beharren auf allerhöchstdero am 10. bereits gegebenen Resolution. Demnach hat der Reichstag in der um 12 Uhr Abends abgehaltenen Sitzung beschlossen, wohl die in derselben enthaltenen Vergünstigungen, nicht aber deren Beschränkungen anzunehmen. Am 13. hat auch Dieses die allerhöchste k. Sanktion erhalten. Welches die Vergünstigungen sind, ist bisher nicht genau zu ermitteln, und schwerlich dürften diese sich weiter als freies Wohnen in allen Orten mit Ausnahme der Bergstädte erstrecken; erst nach einigen Wochen, wenn die Landtagsgesetze im Drucke erscheinen, wird es möglich sein Ihnen hierüber Ausführliches mitzutheilcn. Doch auch diese wenigen Vergünstigungen, nehmen die Bürger, denen sie nur nützen können, da ihre Häuser an Werth gewinnen, mit Unmuth auf, und erlauben sich sogar rohe Ge« waltthätigkeiten. Hoffentlich aber wird sich diese Aufregung bald legen. Aber auch die Israeliten wa- | ren zu ermahnen, sich in ihrem äußern Betragen, besonders an öffentlichen Orten, eines paffendern Anstandes und einer reinern Sprache zu befleißen, besonders aber müßte dies den Bachurim der Jeschiba eingeschärft werden, die durch ihr unanständiges Aeußere, durch ihr häßliches Kauderwelsch und den ungenirten Pilpul an öffentlichen Orten zu Insolenzen und Beleidigungen von Seiten der Christen Anlaß geben, die sodann auch andere Juden erdulden müssen. Auch für die Gemeinde wäre es jetzt an der Zeit, den Cultus zu verbessern, um nicht von dieser Seite zu Schinähungen und Spötrereien An-! laß zu geben, und der Nation zu zeigen, daß der Israelit gerne sich der Bildung und Gesittung fügt. 8<>pieuti sat. — ß. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 24. Mal. Anqekommen: 3'1!i:i25 von Dr. SomerSbausen in Brüssel. Amsterdam 1840. Das erste Bändchen der hebräischen Epigramme, deren bereits öfter Erwähnung geschah. Eine sehr angenehme

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