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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-30 · Heft 22 (30.5.1840) · p. Seite 512

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 22 (30.5.1840)
Date
1840-05-30
Page
Seite 512 (sequence 4)
Language
German
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312 Recht, sie zu beherrschen. Befehlen Sie, daß sie j vor Ew. Hoheit geführt, verhört und bestraft werj den, wenn sie strafbar sind, aber wenn sie unschul-! dig sind, möge ihre Unschuld verkündigt werden. Die Frage betheiligt eine alte Religion, welche man zerstören will, und es scheint, daß Gott Ihnen einen neuen Sieg bewahrt hat, nämlich den, ein unterdrücktes Volk.zu befreien." — Auch Herr Salvador hat in dem Journ. des Del>. vom 12. Mai ein Schreiben erlassen, worin er einige Stellen aus den christlichen Kirchenvätern citirt, die erweisen, daß in den ersten Jahrhunderten der Christenheit ganz dieselben Beschuldigungen mit denselben Beweisführungen von den Heiden erhoben wurden, und daß sie sich nur auf dieselbe Weise vertheidigen konnten, wie jetzt die Juden — durch Hinweisung auf ihre Religionsbücher. Palästina. Jerusalem, im Febr. Die Berliner Kirchenzeitung giebt, wahrscheinlich aus unzuverlässigen, französischen, theologischen Blättern, (sie giebt ihre Quelle nicht an ,) mehrere Nachrichten von hier, aus denen wir folgende hervorheben. „Der englische Consul bemüht sich, die Juden für den Anbau des Landes ihrer Väter, unter Begünstigung von Seiten Mehmed Ali's zu gewinnen, und es sind für fremde Einwanderer bedeutende Quantitäten Ackers gekauft worden. Es soll irgendwo ein talmudischer Ausspruch sein, daß, wenn im heiligen Lande wieder 2»,000 jüdische Einwohner sein würden, diejenigen Gesetze und Einrichtungen wieder in Wirksamkeit treten müßten, welche zu jener Zeit galten, als Palästina noch ein jüdischer Staat war. Die Rabbincn in der Türkei arbeiten dahin, durch Colonisirung des cheiligcn Landes diese volle Zahl herbeizuschaffen, was auch wirklich durch den kräftigen Schutz Englands nicht schwer wird. Einige reiche Juden in London und Italien gehen auch damit um, in Jerusalem und einigen andern bedeutenden Städten Palästina's unter englischem Schutze Faktoreien und Fabriken anzulegen. Die englische Negierung hat in Jerusalem einen Vice-Consul für ganz Palästina angestellt." Rußland und Pole«. Petersburg, 9. Mai. (Pr. St. Ztg.) Der dem Fürsten L Nadziwill gehörende Flecken Nowgorodsk im Gouvernement Minsk wurde in der Nacht vom 4. zum 5. d. M. von einer Feuersbrunst heimgesucht, welche 47» Häuser verzehrte, worunter die Griechisch-Russische und die Römisch-katholische Kirche, so wie die Synagoge. Nach einer im Bulletin scientiliquc der Akademie enthaltenen Uebersicht leben in 17 (westlichen und südlichen) Gouvernements des Russischen Kaiserstaa» tcs 1,034,349 Juden beiderlei Geschlechts. Da die Gesammtbevölkerung in diesen Provinzen 16,238,609 Seelen betragt, so ergiebt dies ein Verhältniß, wie 1:13,«; d. h. es machen die Juden etwa 6l/2 pCt. der gesammten Bevölkerung dieser Landestheile aus, wahrend in den übrigen Landestheilen (mit Ausnahme Sibiriens) keine Juden sich aufhaltcn. Nur in Trans-Kaukasien leben noch unter etwa zwei Millionen Einwohnern 10,482 Juden. Im Gouvernement Wolhynien befinden sich verhältnißmäßig die meisten Juden, indem ihre Zahl dort unter 1,314,100 Einwohnern 19»,030 beträgt und sich also zur Gesammt-Bevölkerung wie 1:6,74 verhält. Es folgen demnächst Bialysiock (1:6,9») Grodno, Minsk, Mohilew, Podolien und Wilna, wo das Verhältniß wie 1:10 ist. Im Königreich Polen ist das Werhältniß wie 1:9,M, indem.sich unter 4,3»8,5i09 Einwohnern 433,646 Juden finden. In der Stadl Warschau ist ungefähr jeder vierte Einwohner mosaischen Glaubens (36,390 unter 139,671). Dem Ackerbau hat sich bisher erst ein verhältnißmäßig sehr kleiner Theil gewidmet. Deutschland. Dresden, 1». Mai. (Privatmitth.) Die Einweihungsfeier der neuen Synagoge hat Freitags d. 6. d., am Vorabende des Sabbats, an welchem die Hauptgrundlehren der mosaischen Religion (Seid heilig! Liebet den Nächsten! Liebet den Fremden!) aus der heiligen Tora vorgelesen werden, (s->winp 's) stattgefunden und sowol die Feier selbst, die Ordnung, Ruhe und Andacht, welche dabei herrschten, als die innige Theilnahme daran, welche die gebildeten Einwohner Dresdens aller Stände und Confessionen zu erkennen gaben, überrraf alle vorher gehegten Erwartungen. — Es war nicht nur ein Fest der religiösen Erhebung für die israelitische Gemeinde, sondern die Stadt Dresden feierte gleichsam ein Bundesfest der solennen Ausnahme des israeliti-

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