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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-30 · Heft 22 (30.5.1840) · p. Seite 510

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 22 (30.5.1840)
Date
1840-05-30
Page
Seite 510 (sequence 2)
Language
German
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510 dadurch Folgendes bewirkt worden, was wir mit den Worten des Conrr. Iran?, vom 8. Mai hierherstellen. „Man weiß, daß die französische Regierung, ge- -Uechterweisc von den gegen die Juden unter verschiedenen Vorwänden zu Rhodus ^und Damaskus ausgeübten Verfolgungen bewogen, Herrn von Pontois (dem Gesandten zu Konstantinopel) und Herrn Cochelet (franz. Konsul zu Alexandrien) Instruktionen erthcilt hat, um in Konstantinopel wie in Alexandrien den Abscheu zu bezeugen, den dieser barbarische Procedur ihr einflöße. Aber es scheint, daß das Betragen des französischen Konsuls zu Damaskus, auf energische Weise durch einen Bericht des österreichischen Konsuls denuncirt, der Gegenstand einer strengen Prüfung sein werde. Der Moniteur kündigt an, daß die Negierung einen Vice-Konsul nach Syrien gesandt. Wir können dieser Maßregel nur unfern Beifall schenken; Frankreich, wo mehr als irgendwo die religiöse Toleranz ausgeübt wird, muß nach außen mit Menschlichkeit, nicht bloß mit Energie rcpräsentirt werden. Wenn ein französ. Agent diese Pflicht vernachlässigt oder verkannt hat, fd kann ihm die Regierung seine Vollmacht nicht lassen. Die Zurückberufung unsres Konsuls zu Damaskus, sobald man erkannt hat, daß er die schrecklichen Foltern, denen man die Juden unterworfen hat, heroorgerufen oder autorisirt habe, wird nur eine gesetzmäßige, aber dennoch ungenügende Entgeltung für das vergossene Blut sein." „Aber die Verfolgung hat sich nicht auf Damaskus beschränkt; zu Rhodus haben die türkischen Behörden dieselbe Grausamkeit begonnen und noch weiter getrieben. Wird die franz. Regierung ihre Untersuchungen nicht auch dahin ausdehnen? Wir beschützen das türkische Reich; sind wir deshalb nicht auf gewisse Weise verantwortlich für die Greuelthaten oder Thorheiten, die diese Regierung in dieser Beziehung begeht? Ist es nicht Zeit, daß die Völker des Orients unfern Einfluß an den Verbesserungen erkenneck mögen, die wir bereiten? Ist es die Civilisation, welche die Spuren der Barbarei verwischen soll, oder soll die Barbarei die Civilisation bezwingen? Sollen wir Beduinen im Oriente werden, oder die Orientalen Europäer? dies ist die ganze Frage. Die Initiative des Ministeriums, aber eine weite und großmüthige Initiative kann es in der Gunst Europa's befestigen. Es ist schon ein großer Fehler, sich darin von einer andern Regierung zuvorkommen zu lassen." — Warum Hallen solche kräftige Demonstrationen nicht bei uns wieder? Aus London vom 2. Mai hieß es: Eine Deputation der Englischen Juden hatte gestern im auswärtigen Amte eine Unterredung mit Lord Palmerston in Betreff der Juden-Verfolgungen im Orient. Lord Palmerston erwiederte der Deputation, daß unverzüglich Instructionen an Lord Ponsonby in Konstantinopel und an den in Alexandrien beglaubigten Brittischen Repräsentanten abgehen sollten, um dieselben aufzufordern, Alles anzuwenden, daß so grausame und ungerechte Vorfälle sich nicht wiederholten. Die Morning Post äußert großes Erstaunen darüber, daß der Brittische und andere Konsuln in Da. maskus und Rhodus die Barbareien gegen die Juden mit angesehen haben, ohne zu ihrem Schutz einzuschreiten. Wir theilen hierüber aus dem Fr. I. das Spezielle mit: In Beziehung auf den Artikel aus London vom 1. Mai in unserm gestrigen Blatte, theilen wir hiermit die Antwort wörtlich mit, die Lord Palmerston der aus den Herren I. G. Hendrigües, I. L. Goldsmid, Sir Moses Montesiore, Baron von Rothschild, F. H. Goldsmid, D. Salomons, A. A. Goldsmidt, Jacob Montesiore rc. rc. bestehenden Deputation gab. Diese hatten ihm nämlich Dokumente vorgelegt, woraus sowol die unerhörten Grausamkeiten, welche in Syrien gegen ihre Glaubensgenossen geübt worden, als auch die völlige Grundlosigkeit der gegen dieselben vorgcbrachten Anklagen hervorging. Der Minister sagte hierauf: „Nichts würde ihm innigere Befriedigung gewähren können, als wenn er sich im Stande sehe, den Herren der Deputation in ihrem gerechten Verlangen behülflich sein zu können. Es erschien ihm kaum glaublich, daß bei der jetzt herrschenden größer» Bilvung in der Welt noch solche Unwissenheit, Leichtgläubigkeit, und Barbarei möglich wäre. Da das aber leider außer Zweifel sei, so wäre es Pflicht für die Nationen, deren Eivilisation nicht zugebe, daß sie solche Grausamkeiten ruhig mit ansähe, Alles zu thun, was in ihrer Macht stände, diesem ein Ende zu machen. Er gebe den Herren der Deputation sein Wort, daß sogleich dem englischen Gesandten zu Konstantinopel, Lord

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