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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-30 · Heft 22 (30.5.1840) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 22 (30.5.1840)
Date
1840-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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iv. Jahrgang. Allgemeine No. BL. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von »r. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. geipjfg. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigfter Concession) Leipzig, den 30. Mai 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — ] Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buckhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Syrien. Magdeburg, 18. Mar. Die Nachrichten über den Vorfall in Damaskus häufen sich so sehr, daß man sie um so weniger allesammt zu registriren braucht, als auch die meisten durchaus nicht den Stempel der Wahrheit tragen. So z. B. nach der Luccaer Zeitung hat, wie es scheint, die bereits angeordnete und auch als wirklich geschehen verkündete Hinrichtung der Juden in Damaskus noch nicht statt gefunden. Lächerliche Mitthcilungen werden überdies genug gegeben, wie z. B. die L. A. Z. sich aus Beirut vom 7. April schreiben läßt: „Die Kriegsrüstungen und Vertheidigungsanstalten dauern fort, aber die allgemeine Aufmerksamkeit bleibt dem großen Judenproceß und dessen Folgen in Damaskus zugewendct. Auf Befehl des dortigen Pascha wird nämlich jetzt der Talmud übersetzt. sNo. 110.) Drei Rabbinen sind damit beauftragt, welche in verschiedenen Gemächern eingesperrt sitzen, und denen Todes: strafe angedrohr ist, wenn sie sich das mindeste Falsum zu schulden kommen lassen, welches aus der Vergleichung hervorgehen muß. Von einem Theile i dieser Uebersehung, worin die Uebersetzer gänzlich! übereinstimmen, ist bereits Bericht erstattet, aber nur Auszüge daraus sind bis jetzt veröffentlicht, und die allgemeine Meinung, ist verbreitet, der Pascha fürchte die Erbitterung der Christen und Moslemin gegen die unglücklichen Juden durch einen solchen Schritt zu vermehren." Was kann wol eine größere Unwissenheit mit der Sache erweisen. Man übersetzt den Talmud, in ein Zimmer cingcsperrt! Ebenso erzählt dasselbe Blatt von Reformversuchen unter den Juden in Smyrna, die sich auf dieses Ereigniß stützen (?!). Unter allen Zeitschriften hält die Allg. Augsb. Zeit, die Behauptung der verruchten Insinuation vom wirklichen Mordgebote am längsten fest, und spricht sie am öftersten aus. Welcher Unsinn dabei zum Vorschein kömmt, sieht man z. B. aus folgender Stelle: „Man hat sich einer Menge auf die jüdische Religion Bezug habender Schriften bemächtigt, unter andern des Tora, eines seltenen Buches, in welchem man das Gebot der Menschrnopfer entdeckt haben will." Es ist scheußlich, wie Falschheit, krasseste Unwissenheit und bodenlose Keckheit sich verbinden, und Blätter, die sich für den Pulsschlag der deutschen, wo möglich europäischen Bildung ausgeben, dies so hinschrciben und in alleWelt verbreiten lassen! Die französische Presse konnte sich einen Augenblick hierin verirren, aber nicht zum zweiten Male! Herr Crömieux hat den französischen Blättern den vollständigen Bericht des österreichischen Konsuls, aus welchem wir als Privatcorrespondenz Mehreres in den vorhergehenden Nummern mitgetheilt, zugesandt. Der Univers bestreitet denselben. Wir behalten uns daher seine vollständige Mittheilung vor, bis derselbe noch einmal bestätigt worden. Vorerst ist

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