Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1840)
- Date
- 1840-05-23
- Page
- Seite 303 (sequence 11)
- Language
- German
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503 werke erbaut hat, deren Trümmer uns noch mit dem höchsten Erstaunen erfüllen. Diese Trümmer finden sich durch ganz Nubien hindurch bis tief in den Senaar. Ware aber dieses schwarze Volk aus Abyffinien erobernd ausgezogen, so hätte es unstreitig sein schönes Vaterland, das schöner als alle umliegenden Länder ist, mit ähnlichen Werken der Baukunst geschmückt, aber auch nirgends ist in Abyffinien eine Spur davon aufzusinden. Nur in Axum sieht j man Ruinen in alt-ägyptischem Geschmack, aber j ihre griechischen Inschriften beweisen, daß sie von den Ptolmaern herstammen. Dieses schwarze, in Aegypten herrschend gewesene Volk mag daher wol schwerlich aus Abyffinien stammen, sein Vaterland sind wahrscheinlich die Ebenen Dongola's und der Senaar gewesen. Andere Hypöthesenmacher behaupten, die jetzigen Abyssinier seien Nachkommen der Urjuden und beweisen dies aus den jüdischen Gebräuchen, die sich noch in Abyffinien vvrsinden. Zwar haben sie die Feier des Sabbats, die Beschneidung, die Verehrung der Bundeslade u. s. w., allein daraus folgt immer noch nicht, daß sie die Abkömmlinge der Juden sind. Auch die Araber haben viele jüdische Gebräuche. Es ist überhaupt ein merkwürdiges Zeichen unsrer Zeit, überall Juden zu entdecken. Lernt man irgend ein noch wenig bekanntes Volk kennen, sogleich macht man Juden aus ihnen, finden sich in weit entlegenen Ländern Völker von auffallenden Sitten, eigenthümlicher Sprache, so beweist man, daß es die Nachkommen der zehn verlornen Stämme sein müssen. So bewies dem Vers, ein deutscher Rabbine, der sich 13 Jahre in Indien aufgehalten und es ans allen Seiten bis nach der chinesischen Grenze bereist hatte, daß die Chinesen die Nachkommen der Juden wären. Denn, sagte er, da die Chinesen Dinge verfertigen, die ihnen die Europäer selbst nicht nachzumachen verstehen, so können sie dies nicht anders gelernt haben, als von den Juden. Da aber die Juden niemanden ihre Künste lehren (!), so müssen folglich die Chinesen selbst Juden sein, die nur die Religion ihrer Väter verlassen haben. Nicht viel besser ist das Räsonnement des Amerikaners Cultou, der die nordamerikanischen freien Jndianerstämme zu Nachkommen der verlornen tv jüdischen Stämme macht. Sein Beweis beruht hauptsächlich auf den tiefen Kehllauten der indianischen Sprache. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 10. Mai. Angekommen: Zwei Pre. digten, aus Veranlassung öeS Himritis weiland S. M. des Königs Fcederik ves Sechsten, glorw. And., in der Syn. zu Copenhagen gehalren vou 0r. A. Ä. Wolfs. Cvpenh. 1840. Selren sprechen Predigten, die bei solchen Gelegenheiten gehalten werven, in Klarheit und An« muttz, in Fülle der Gedanken und Reichrhum der Spca che, in reiner Liede und Herzlichkeit und Wahrheit de, Gefühle, ohne alle Ueveririedenheit und Kriecherei, dar Rechte aus, was an Koulgsgrusren zu denken und zu fühlen sei, wie diese. Selo st der, jenem Lande Fremde, jenem Könige an sich Gleichgültige wird aus diesen Worten empsinben, was der Redner in den Gemüthern seiner Hörer anklirigen wollte und selbst empfand — und daS ist der größte Ruhm solcher Vorträge. Die Form ist einfach, die. Disposition logisch und regelmäßig. — Leipzig, 8. Mai. Nach dem Ostermeßkataloge erscheinen naclistens: Delitzsch's Herausgabe des System's der Religionsphilosophie von Ahron den Elia dem Karaer, nach zwei Handschriften der Bibl. zu Leipzig und München. Der Herausgeber verspricht subsidiarische Beitrage zum leichtern Vecstandniß, reichhaltige Mittheilungen aus hebr. und arab. Handschr. und histor. Prolegomena über die peripat. Philosophie unter den Juden und Arabern. Ferner: Hirschseld's talmudifthe Exegese, deren erster Band über die halachische Exeg. handelt, eine sehr gründliche Arbeit, die ohne Vorarbeiten originaliter vollendet sein wollte. Magdedurg, 10. Mai. Wir gestatten uns die Bemerkung, daß, der den wenigen compleren Exemplaren, die von dem Israel. Predigt- und Schul-Magazin, drei Bande, noch voccathig sind, keine mehr durch den Buchhandil verabfolgen, sondern nur, wenn man sich direkt an uns, mit Einsendung oder Anweisung des Preises, wendet. Lehrern erlassen wir das compl. Exempl. zu 3 Tyalecn, Schul-Bibliotheken zu 4 Thalern, allen Uebcigen können wir sie nur zum vollen Ladenpreise — 6 Thlr. Pr. Et. abgeben. Fortlaufende Berichte über Gemeindenud Synagogen--Reformen. Vorbemerkung der Redaktion. Wir finden uns veranlaßt, die obige neue Rubrik einzurichten. Es kommen uns sehr oft Nachrichten über kleinere Reformen im Synagogen- und Gemcindewcsm zu, die als Zeitungsnachrichten oder Korrespondenzen zu geben nicht genug allgemeines Interesse besitzen, und die dennoch für