Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1840)
- Date
- 1840-05-16
- Page
- Seite 289 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Md Ucberhaupt haben 'wir diese Bemerkung an vielen ehrenwerthen Grauhauptcrn gemacht, und uns durch viele Beispiele überzeugt, daß gerade jene Mitteldinge aus der jüngern Generation, die mit einem Fuße noch in der alten, und mit dem andern in der neuen Schule stehen, und folglich weder der einen noch der andern recht angehören, die eigentlichen Gegner von der Einführung der nothwendig gewordnen Verbesserungen seien, und zwar, weil sie dabei keinen Antheil nehmen können als Sokraten, so wollen sie sich wenigstens bemerkbar machen als Herostraten. — Nicht also von dieser, sondern von der jüngsten Generation, haben wir uns eine vollkommene innere Emanzipation zu versprechen. — Wir kehren nun zu unserer Geschichte zurück. Im Jahre 1812 traf die Gemeinde das Unglück, daß ihr das Gotteshaus abbrannte. Doch gelang es ihr durch eigne willig dargebrachte Opfer, und durch die großmüthige Unterstützung eines Edelmannes, des seligen Herrn Georg von Dominich, ein neues zu erbauen, und welches auch noch jetzt besteht. Dieses ist aber, da die Familienanzahl von 28 bis auf 67 herangcwachsen, nicht mehr geräumig genug, und überdies auch noch den Anforderungen des jetzigen, ästhetischern Geschmackes, nicht entsprechend. Die Gemeinde kaufte daher vor zwei Jahren auf einem Platze, der nicht erwünschter sein konnte, ein großes, einstockhohes Gebäude mit einem dazugehörigen, hart anliegenden Grunde von sehr großem Umfange, um den äußerst billigen Preis von 6000 fl. E.M. In diesem Gebäude befinden sich einstweilen die Judenschule, der Kahals-Saal u. und auf dem erwähnten, leeren Raum sollen sich in ein Paar Jahren — wenigstens ist dies der fromme Wille der Gemeinde — die Synagoge, die Lehrschule, ein Spital, dann Wohnungen für den Rabbinen, für die Lehrer und Vorbeter erheben. — (Fortsetzung folgt.) B e l Ijtj L st i k. Die Wanderung durchs Leben. Eine Zeit-Novelle. (Fortsetzung.) Die letzten Hasmonäer. (Zwischenncvelle. Fortsetzung). Die Eroberung Mesada's wurde Malichus übertragen. Vergebens wurden alle Mittel aufgeboten, welche die Belagerungskunst der damaligen Zeit darbot; weder das Untergraben der Thürme und Wälle, noch die Kraft der Wurfmaschinen vermochten die Feste zu schwächen und das Wurfgeschoß der galiläischen Schleuderer, so wie die herabgeworfenen Balken streckten immer mehr der judäischen Belagerer zu Boden. . Selbst die Gottheit schien für sie zu streiten. Denn als schon Mangel an Trinkwasser den Josephus bestimmt hatte, mit zweihundert der ihm Ergebensten nach Arabien zu flüchten und den letzten Zufluchtsort der Herodianer dem Antigonus zu überlassen, als sie sich schon auf dem Hose des Kastells versammelt halten, um mit den Frauen in ihrer Mitte, beim Dunkel der Nacht abzuziehen, siehe, da überzog sich der Himmel mit Wolken und nach langer Dürre träufelte der Spätregen hernieder und füllte die Cisternen. Unter Jubelruf gingen die Tupfern von neuem voneinander, frischer Muth beseelte alle und immerfort war ihr Blick nach Westen gerichtet, von wannen man Hülfe in der Noth erwartete. So verging Monat nach Monat, Boren brachten die Nachricht, daß Hcrodes umsonst den Araberfürsten um Hülse gebeten; uneingedenk der Gastfreundschaft die ihn einst mit dem Vater des Tetrarchen verbunden, ließ er ihm, in Furcht vor den Parthern, durch entgegengeschickte Eilboten befehlen, sobald als möglich sein Land zu verlassen. So nahm er den Weg nach Aegypten, wo er in Alexandrien stattlich von der Cleopatra empfangen wurde; sie hoffte ihn zum Anführer des Krieges zu erhalten, zu welchem sie sich rüstet: doch er schlägt das Gesuch der Königin aus und ohne sich weder vor der rauhen Witterung noch vor den kriegerischen Unruhen in Italien zu scheuen, schiffet er sich ein — nach Rom. Und unter solchen Umständen wäre es möglich gewesen, sich durch einen allgemeinen Sturm der Feste zu bemeistern, wenn nicht den Feldherrn Malichus selbst eine innre Stimme von dem Unternehmen abhielt, denn wisset, denn wisset, die Braut des Herodcs, eingeschloffcn im Kastell, — cs war seine erste Liebe. Erzogen am Hofe Hyrkan's fesselte ihn von frühester Jugend Freundschaft an Antigonus und das Gefühl aufkeimcndcr Liebe an die Prinzessin. Als nun politischer Haß die hasmonäische Familie zerriß, als sich Hyrkan von seinem Bruder trennte und dieser mit seinem Sohne in Gefangenschaft geführt wurde, da wurde er dem jungen Fürsten, der den