Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1840)
- Date
- 1840-05-16
- Page
- Seite 284 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Erklärung that, daß cr alle auf moralische Hebung der Israeliten abzweckende Bestrebungen auf das Eifrigste unterstützen wolle. Es fanden sich auch die angesehendsten Glieder der jüdischen hiesigen Gemeinde zu dieser Handlung ein. — Wilna, 30. Marz. In der Nacht zum 23. Marz entstand im Rynbzinnsiifchen Hause zu Wilna, wo die hebräische Druckerei befindlich, welche den Hebräern Maries und Simel Rom gehörte, eine Feuersbrunst, welche, trotz aller angewandten Anstrengungen des Spritzen-Eommando's, das Haus mit der ganzen Druckerei und den gedruckten Büchern in Asche legte. Bei diesem unglücklichen Borfalle verbrannte der Drucker Mowscha Ryndzinnski, ein Hebräer, den man erst drei Tage nach dem Brande unter Haufen verbrannten Papiers fand. Die Eigentümer der Druckerei, welche 23 Pressen hatte, berechnen ihren Verlust, mit Einschluß der verbrannten Bücher, aus 200,000 Rub. Silb. Oesterreich. Wien, 10'. April. Die Allz. Augsb. Zeit, von diesem Datum, enthalt die Noliz: „Man ist der Meinung, daß di: in Ungarn hinsichtlich der Juden gefaßten Reichstagsbeschlüste die königliche Sanction nicht erhalten werden." Man wird sich erinnern, daß die Augsb. A. Z. eben so berichtete, die Magnatcntafel würde sie nicht billigen. Die Augsb. Zeit, ist so sehr geschickt, gerade immer einer Meinung den Puls zu führen. Möge sie sich diesmal eben so getäuscht finden.. Preußen. Berlin, 30. April. Nach dem so eben erschienenen siebenten Jahresbericht über das'hiesige jüdische Waisen - Erzichungs - Institut betrugen die Ausgaben in den sieben Jahren seines Bestehens 8128 Thlr., im vorigen Jahre 1830 Thlr. 0 Sgr. Die Anstalt erfreut sich, unter ihrem Gründer und Leiter, Hrn. B. Auerbach, des besten Gedeihens, entließ im vergangenen Jahre 6 Waisenknaben, wohlausgestattet, in das bürgerliche Leben, und unterhalt gegenwärtig 16 jüdische Waisenkinder. Das baare Vermögen der Anstalt ist bereits auf mehr als 17,000 Thlr. gestiegen. Magdeburg, I. Mai. (Privatmitth.s Gewohnt, wenigstens über die homiletischen Aufgaben, die an den Festen in unsrer Synagoge besprochen worden, zu referiren, bemerken wir, daß der Dr. Philippson am S. hagadol in einer zweistündigen Deraschah eine tiefere Auffassung des PcsachlammeS in Aegypten, als Weiheopfec für Israel, und der Mazza als Reinigungs - und Heiligungsspeise über» Haupt, und dies im Einklänge mit dem Talmud und Midrasch, zu begründen suchte, am ersten Festtage über die rechte Freiheit sprach, nämlich 1) über die rechle Bedeutung, 2) über die rechte Wirkung, 3) über die rechte Forderung der Freiheit; und am Schlußtage die Frage behandelte: warum die religiösen Eindrücke im jetzigen Menschen so schnell sich verwischen d — Die Begeisterung, die dieser Redner über seine Vorträge hauchet, machte sich auch in diesen mit einer besonder» Frische geltend, und ließ bei den stets in derselben Liebe und Eintracht versammelten Zuhörern einen tiefen Eindruck zurück. Der Redner gesteht sich diesen so gern, da ec der wayraaftc Lohn einer völligen Hingebung ist, und wol sagen kann, daß er ihn sich gestehen darf. Deutschland. München, 21. April. (Privatmitth.) I» den Angelegenheiten unsrer Gemeinde geht es ziemlich stille her. Selbst das, waS man in Bezug auf die Regulirung des jüdischen Schulwesens besprach, scheint längst in den Hintergrund getreten zu sein. — Die Synagoge brachte uns während des gegenwärtigen Pesachfestes einige sehr schöne neue Gesänge, übrigens geht es im Gottesdienste den alten Gang, der in vieler Beziehung wol sehr löblich zu nennen ist, in nicht wenigen Rücksichten aber einer Restauration bedürfte. — Die von der Augsburger Allgemeinen Zeitung gegebne Nachricht von der Ermordung eines syrischen Geistlichen durch Juden, gegen welche schon ein französischer Advokat energisch auftrat, wurde in einem hiesigen Blatte von unftrm Rabbinen Herrn H. Aub besonders von der religiösen Seite aus bekämpft. Es ist dies um so lobenswerter, da gerade hiesige Zeitschriften jene grundlose und verlaumderische Erzählung unter das Volk aus« zustreuen, sich sehr bereit fanden. — Die israelitischen Studirenden unsrer Ludwigs-Maximilians-Universität haben im Verlaufe dieses Wintersemesters einen neuen Beweis ihres guten und edlen Sinnes gegeben. Es starb einer ihrer College«, Namens Stern aus Hoidingsseld bei Würzburg, von seinen Freun»