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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-09 · Heft 19 (9.5.1840) · p. Seite 274

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 19 (9.5.1840)
Date
1840-05-09
Page
Seite 274 (sequence 10)
Language
German
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274 chm Hocherfahrne Professor Wagenseil hat in seinen iufundibulo p. 99 und in einer besondern Wiederlegung, daß die Juden zu ihrer Bedürfniß Christen Bluth haben wüsten, hauptsächlich gegen diese cahmiuiae sich gesetzet. So hat nur noch jüngstens der berühmte Basoage im YII Buch seiner Ilistoire des Julis CXI dieselbe verworffen. Geschweige was die Juden selbst, wegen dieser falschen Aufflage zu ihrer Verteidigung geschrieben, insonderheit lt.Abarbanel über Ezcch. 30. 14, der 3>afc*e Cardaso in seinem Spanischen Buche decima Calumnia des los Hebr. p. 412; Isaa^JHPa in Vindice sanguinis; die Juden zu Metz^^^iner Anno 1670 zu Paris an's Licht gegebenen schrifft unter dem litul factum servant de liesp. au livre in tit. Abrege du Process lait aux Juifs de Mets. Wir haben, seitdem die Christliche Religion entstanden, Niel. 1000 Juden zu deren Bekanntniß umbtreten sehen, unter denenselben hat keiner ein Glaubwürdiges Zeugniß zu Bestattigung dieser labet ab-- statten können. Im Gegentheil hatt der Grundgelehrte und mit Redlichen Herzen zum Christenthum umgetrettener Jude Christian Cerson in der Vorrede seines Talmudts der Juden diese Fabel wiederleget. Diesem tritt der Bekannte Pfefferkorn in dem Spec. adhort. Jud. pari. 11 bey, woselbst Er den guten Unterscheid machet, Es könne wohl sein, daß es Juden gegeben und noch geben die Auß Zorn, Haß und Rache heimlich Christen Kinder erwürgen, wie mann unter allen Nationen vor kein Bubenstück stehen könne, aber betheuert, daß dergleichen aus Uhrsachen, weil Sie Christen Bluth haben wüsten, nicht geschehen. Undt der Oben angeführte Hr. Wagenseil bezeuget in der angeführten Wiederlegung p. 163 bei dein Worte der Wahrheit und Gott und dem Vater Unsers Herrn JESU Christi, daß Ihm noch nie ein getaufter Jude unter so vielen, mit denen Er umgegangen, fürkommen, der gestanden hatte, daß seine Geschlechts^ genoßen Christen Bluth zu ihrer Bedürfniße gebrauchen, ob er zwar alle deswegen genau befraget. Wir möchten diesem allen das Zeugniß des Thomas beyfügen, welcher vor einem zum Christenthum bekehrten Juden^gehalten wird, der, alß er von dem König Alphonso in Spanieu über diese Sache befraget worden, dieselbe mit angeführten Gründen aus den Jüdischen Gesetzen, die dergleichen Gebrauch des Blutes einem Juden nicht gestatten, Verneinet, wie davon in Schevet Jehuda fol. 6. col. 2. und dahero in Eisenmengers entdeckten Judenthum Tom. II. cap. III. p. 220 ein mehreres nachgelesen werden kann. Zwar sind die Kirchen A anales seit dem 13ten Seculo mit verschiedenen Erempeln solcher Jüdischen Mordthaterr angesüllet, und aus denen sind solcher Exempein Viele von Genebrardo in 4. Buch seiner Chrouogr. wie auch in dem sogenannten Fortalito Fidei l. 3 und dem Antore des schwer zu bekehrenden Juden Hertzens zusammen getragen worden; Allein es ist bey denenselben Dreyerley "anzumerken, 1) daß die Umstande derer meisten von diesen Historien dermaßen gegen einander lauffen und mit solchen Unterschiede von verschiedenen Autoren erzehlet werden, daß sie sich selbst destruiren, wie solches der Berühmte Wagenseil, insonderheit an der berühmten Historie von dem Trideminischen Knaben Simon, welchen die Juden auß solchen Absichten sollen ermordet haben, sattsam erwiesen; 2) sind solche Historien meisten Theils auß denen Zeiten der Unwißenheir und Leicht Gläubigkeit hergeleitet, und machen sich mit denen zum Theil gar seltsamen Wundern, so sie begleitet haben sollen, ziemlich verdächtig, und ist dahero wohl in Acht zu nehmen, was Eisenmenger, ein sonst abgesagter Judenfeind, nachdem Er unterschiedene dergleichen Exempel angeführet, angemerket: „Mann höre jetzo nichts m-eyr von solchen grausamen Thaten in Teutschland, 1. c. p. 224, ohne Zweiffel weil in Teutschlandt, nachdem es mehr excoliret worden, sich die allzugroße Leicht Gläubigkeit von dergleichen Mehrlein, gleichwie vor andere, die Wir Unß vor diesem weiß machen laßen, verlohren. Endlich und 3) wird bey diesen Historien der von Pfefferkorn gemachte Unterscheid zu beobachten seyn, maßen die meisten dererfelben zwar geben, daß Christen oder deren Kinder von Juden ermordet seyn, Keinesweges aber um der Uhrsachen willen, alß wenn Sie deren Bluths zu ihrer religion oder Aberglauben vonnörhen hatten. IC Aber Wir geben von dem Historischen Beweise der Nichtigkeit dieser Anklage zu demjenigen fort, welche Unß diese Anklage selbst an die Handt gibt, da mann danw offenbahrlichen sichet, wie ungewiß die Erfinder derselben bey selben gewesen, indem Sie nicht gewust, wo Sie die Nothwendigkeit, zu welcher die Juden Bluth haben wüsten, hinbringen sollen. Dann da sagen I) einige, es wüsten

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