Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1840)
- Date
- 1840-05-09
- Page
- Seite 270 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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270 jedem Anlässe gegen diese unglückliche und friedliche Nation Luft macht. Der Oberrabbine, Pinkas de Segura." —. Man kann es allerdings diesem Schreiben ansehen, daß es in Aengstlichkeit und mit jener Schonung abgefaßt ist, welche die Nahe der herrschenden Gewalten ausdrängre. Wien, 15. April. (Privatmitth.) Die Damasker Anschuldigung hat nicht nur in Rhodus, sondern auch in Smyrna zu Ehrlichkeiten gegen die Israeliten geführt. Der heutige Beobachter bringt ein, dem Echo de!'Orient entnommenes Schreiben des Smyrnaer Oberrabbinen Pinkas de Segu ra, in welchem derselbe die Blutbeschuldigung zurückweist. Einem hiesigen Handelshause ist ein Schreiben zugekommen, welches die Bairuter Nabbinen an die Gemeinde zu Konstantinopel gerichtet, worin die Verfolgungen in Damask beschrieben wer-, den, die einen fürchterlichen Grad erreicht haben. —, Ein bekanntes Finanzhaus soll sich mit allem seinem Einflüsse dafür thatig interessiren, daß die ganze Sachlage auf's genaueste untersucht werde. Literarische Nachrichten. Wien, 15. April. (Privatmitth.) Der Rakibkne H. B. Fasse! in Proßnitz wird seinem Gegner die Antwort nicht schuldig bleiben. Eine gründliche Entgegnung der Postscripra von Hirsch ist bereits fertig, und wird nächstens erscheinen. Unter den Gegnern ist Herr Fasset der Einzige, der sich zu den wesentlichen Ansichten j in Hirsch's Schriften bekennt, und den Rigorism H.'s j mit rabbinischen Waffen zu bekämpfen strebt, wahrend die anderen, selbst Kohn in Hohenems nicht ausgenommen, mehr oder weniger antirabbinischen Tendenzen huldigen. Hr. Fasset steht also dem geistreichen, nordischen Vorkämpfer des Rabbinism am nächsten; die theologischen und historischen Ueberzeugungen beider Gottesgelehrten sind, unerhebliche Differenzen abgerechnet, dieselben. Anderer Seits hat Hirsch an Fasset in so fern einen sehr gefährlichen Gegner, da Letzterer in seinem j eine Kenntniß der rabbinischen Quelle, besonders des j ^-,19 zeigt, die der Ben-Usi'els offenbar überlegen! ist. Indessen muß H. F. sein Werkchen vor dem Drucke nicht ganz durchgelesen haben, sonst würde er wahrscheinlich seinem humoristisch-theologischen Herausgeber Eharbonah gesagt haben, was z. B. bedeute, und Letzterer hatte keine Blöße gegeben. Es ist sehr leicht einen deutschen Aufsatz mit talmudischen Floskeln zu überladen, — ob es auch schön sei? — ist eine andere Frage, — nicht so leicht ist es, eine gründliche Realkenntniß des Talmud zu haben; aber es ist gewiß nicht schwer, über einen Gegenstand nicht zu schreiben, zu dessen vollkommenem Verständnisse man noch nicht gelangt ist. Magdeburg, 26. April. Angekommen: DaS Gotteshaus eine Beförderungs-Anstalt des höher» Lebens ff., zwei Predigten vom! Rabb. Elias Millstätter. Karlsruhe, 1840. Diese beiden Predigten waren bestimmt, den Choratgesang, der in Karlsruhe eingefühct worden, auch dem ungebildeteren Manne als nothwendig, und überhaupt den Standpunkt zu zeigen, aus welchem solche Neuerungen als im Bedürfnisse der Zeit liegend erscheinen. Diesen Zweck erfüllen diese Predigten, in ihren Granzen, auf eine recht würdige Weise. — Florians histor. Roman (?) Elieser und Nephtaly, übersetzt von Alex. Friedländer. Brilon, 1840. (Der Ertrag ist der jüdisch-tyeolog. Fakultät bestimmt.) Wie um des Zweckes willen, so auch um den Gegenstand, war die Novelle Florian's gewiß nicht unwerth, einen Uebersetzer zu finden. Ern Jeder wird zugeben, daß unter der großen Zahl der gewöhnlicheren Menschen noch gar zu Viele an den Vorurtheilen zu würgen haben, denen auch Florian diese anmuthige, in dem bekannten, oft allzusüßlichen Tone Florian's gehaltene Novelle gegenüberstellte. Besonders that aber der Uebersetzer gut daran, auch die Vorrede Florian's zu geben, die noch immer sehr interessant ist. Das Schriftchen leidet an Druckfehlern, die Uebersetzung ist meist fließend. — La Bible. T. X. Je'reiuie. (Schluß.) Par S. Calien. Paris. 1839. Die Fortsetzung dieses bedeutsamen Unternehmens gewinnt immer mehr Terrain, und giebt das rühmlichste Zeugnis von der Ausdauer und dem Fleiße des Herrn Cahen. Diesem Bande sind eine franz. Uebersetzung der Vorrede Abarbanels zu Jeremias, noch einige Notizen zum jüd. Kalender, und einige auszügliche Bemerkungen von Dahlec über die Anordnung Oec Reden Jeremia, zugegeben. Bei der immer mehr nahenden 'Vollendung des ganzen Werkes werden wir eine allgemeine Kritik desselben geben. Hamburg, 15. April. (Privatmitth.) Binnen Kurzem erscheint nach langem Stillschweigen wieder ein Wort Rießer's in den Angelegenheiten der Juden. Es führt den Titel „Jüdische Briese," und soll gegen Menzel's, Pfizer's und And. Anschuldigungen, daß die Juden mit dem jungen Deutschlande in Verbindung gestanden, kräftigst zurückweisen. Diesem zur Seite erscheint, wie Sie bereits in No. 3 d. I. gemeldet, die Broschüre Steinheim's über Mendelssohn und seine Schute. Zwei vollkrästige Produkte zweier vollkräftigen Männer in unsrer Mittel