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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-09 · Heft 19 (9.5.1840) · p. Seite 269

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 19 (9.5.1840)
Date
1840-05-09
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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II. Ministerium An Bolköaufklärung Herren ^Sticfccic btt ßoituittfs Kanzlei. sion der ebräischen Schule in Am 26. März 1840. Riga. No. 391. Mit besonderem Vergnügen habe ich die Nachricht über die am lö. Januar stattgehabte Eröffnung der ebräischen Schule in Riga, und die von dem Doctor Lilienthal bei dieser Gelegenheit gehaltenen Rede empfangen. Jedes gute Unternehmen hat ein Recht auf meine Theilnahme; die neue Anstalt in Riga aber nimmt um so mehr meine Aufmerksamkeit in Anspruch, als dieselbe eines der wesentlichsten Bedürfnisse der ebräischen Jugend — deren geistige und moralische Bildung — befriedigen muß. Ich wünsche und hoffe, daß diese nützliche Anstalt immer mehr und mehr gedeihen werde, denn in dem lebhaften Eifer der Glieder der Commission und des Herrn Lilienthal sehe ich eine Bürgschaft für die fernere Entwickelung der gegenwärtig entstandenen Schule, welche mich stets bereitwillig finden wird, in Allem, was derselben nützlich sein wird, mitzuwirken. Die Rede des Herrn Lilienthal wird, auf meine Anordnung, übersetzt und dem Journale des Ministerii der Volksaufklärung beigedruckt werden. Minister der Volksaufklärung: Uwarow. Director: W. Kamowsky. Syrien. Magdeburg, 26. April. Wir tragen noch Folgendes über die unglückliche Begebenheit zu Damascus nach. (Nach dem Oester. Beob. No. 106.) Der Oberrabbine von Smyrna, Hr. Pinkas de Segura, hat in seinem und der dortigen israelitischen Gemeinde Namen nachstehenden Aufsatz in das Echo de l'Orient einrücken lassen: „Die Ereignisse von Rhodus und Damask haben zu Unordnungen und Tätlichkeiten gegen die Juden in Smyrna Anlaß gegeben. Der Unterzeichnete und die israelitische Nation, die er repräsentirt, wollen keineswegs einige ihrer Glaubensgenossen, über deren Häuptern der Verdacht des von den Journalen gemeldeten Verbrechens schwebt, von der Schuld frei sprechen, wohl wissend, daß es überall und bei allen Völkern Leute giebt, die fähig sind, Böses zu thun; sie erkennen demzufolge an, daß es ausschließend den kompetenten Ricktern zusteht, die Instruktion des Verbrechens, und die Bestrafung der Verbrecher weiter zu verfolgen. Die Pflicht des Unterzeichneten, indem er gegen die ohne Zweifel unverdiente Verfolgung, der seine Glaubensgenossen in Smyrna ausgesetzt sind, sich erhebt, besteht darin, nicht bloß den Behörden, sondern Allen und Jedem zu beweisen, daß die ganz und gar auf die Bibel gegründete israelitische Religion nie Beweggrund irgend eines Verbrechens und namentlich nicht des bei den Ereignissen von Rhodus und Damask erwähnten Mordes sein kann, und daß sich nie ein mehr aus der Luft gegriffenes und grundloseres Vorurtheil der Leichtgläubigkeit des gemeinen Volkes bemächtiget hat, als dasjenige ist, welches behauptet, daß sich die Juden des Christcnblutes bei ihrer Osterfeier bedienen. — Alle Religionsübungen der Israeliten sind aus dem alten Testamente geschöpft; giebt es nun aber in diesem heiligen, von Juden und Christen gleich verehrten, Buche eine einzige Stelle, welche derlei Unthaten, derlei Opfer vorschriebe? Nein, wahrlich nicht, und im Dekalog verbietet der Allmächtige streng den Todtschlag, und die Wohlthat dieses Verbotes beschrankt sich nicht auf die jüdische Nation, sondern erstreckt sich auf jeden Menschen, der gleichfalls das Werk seiner heiligen Hände ist. Das israelitische Gesetz verurtheilt jeden des Todtschlags Schuldigen zum Tode, Leib um Leib. Ja, noch mehr; in verschiedenen Stellen desselben Gesetzes ist den Israeliten streng untersagt, Blut von Lhieren zu genießen; wenn nun das Blut von Lhieren verboten ist, um wie viel mehr das Blut von Menschen, welche Religion sie auch bekennen mögen. — Diese Grundsätze und diese Maximen, welche der israelitischen Religion zur Richtschnur dienen, sind den aufgeklärten und unterrichteten Personen der verschiedenen christlichen Glaubensbekenntnisse bekannt, und werden von ihnen gewürdigt; aber das gemeine Volk, welches, ohne solide Kenntnisse, sich nicht darum kümmert, auf den Grund der Dinge zu gehen„ hält sich an die Ueberlieferung von Fabeln, die aus Haß gegen die Juden geschmiedet worden, einem Hasse, der sich bei

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