Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1840)
- Date
- 1840-05-09
- Page
- Seite 268 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2CTT der Universität abwechselnd an einen Studirenden christlicher und jüdischer Religion, alljährlich zu vergebenden Stipendium verwendet werden solle, mit Bevorrechtigung jedoch eines zur Perception geeigneten Verwandten des Verstorbenen. Nachdem Se. Majestät der König die Annahme dieser Schenkung Allerhöchst zu genehmigen geruht haben, fühlen wir uns, den Urhebern und Beförderern jener wohlthätigen Stiftung den Dank der Universität öffentlich auszusprechen, um so lebhafter verpflichtet, j? größer ,die Zahl ihrer Zöglinge ist, die sich in einem erfolgreichen Streben nach höherer wissenschaftlicher Ausbildung durch Dürftigkeit und Mangel an Mitteln gehemmt und gelahmt finden. Berlin, den 21. April 1840. Rektor und Senat der König!. Friedrich-Wilhelms- Universität Hierselbst. Twesten. Oesterreich. - Preßburg, 20. April. Daß sich auch Stimmen gegen die Emancipation der Israeliten in Ungarn erheben würden, war vorauszusehen. Die Leipz. Allg. Zeit. bringt darüber unter dem 16. April: „In Presburg wohnen bekanntlich sehr viele Juden, und darunter die Mehrzahl nicht eben gewählten Standes, so daß diese Stadt, in der Besorgniß, nach den Zugeständnissen des Landtages damit noch mehr überschwemmt zu werden, eine Deputation mit der Bitte hierher an den König sendete, daß derselbe dem betreffenden Gesetzentwürfe die königliche Sanction nicht ertheilen möchte." — Die Allg. Augsb. Zeit, vom 14. April: „Eine wichtige Angelegenheit beschäftigt jetzt den Ungarischen Landtag, nämlich die Einführung der Gewerbe- und Handelsfreiheit und die damit bedingte Aufhebung des Zunft- und Jnnungswesens in Ungarn. Die Stänvetafel hat den betreffenden Gesetzentwurf bereits angenommen und man erwartet mit Ungeduld den Beschluß der Magnatentafel. Alle Verständigen würden sich freuen, wenn endlich einmal den verderblichen Einflüssen der Zünfte, die in Ungarn mit allen ihren Mißbräuchen noch Bestand haben, ein Ziel gesetzt würde. Indessen hat dieser Gegenstand unter den Bürgern der Königlichen Freistädte einen panischen Schrecken verbreitet, und es werden ihrerseits Sessionen über Sessionen gehalten und Deputationen angeordnet, um bei Sr. Majestät dem Kaiser bittlich dagegen ernzuschreiten. Auch von Pesth aus geht eine ähnliche Deputation ab, die zugleich gegen die den Juden zu bewilligenden Koncessionen wirken soll." —. Hierüber ist uns selbst folgende Privatmittheilung zugekommen: Preß bürg, 10. April. . (Privatmitth.) Leider zeigt sich auch hier der Spießbürgersinn der Emancipation feind. Die Bürger der freien Städte sind über die Reichstagsbefchlüffe sehr entrüstet. Besonders aber zeichnen sich auch hier die Preßburger Bürger durch Judenhaß aus, An 14 Straßenecken wurden Zettel mit der Inschrift: Fluch den Juden und Ständen! angehestet. Die Bürger der freien Städte sollen auch dem Vernehmen nach eine Bitte an Sr. Majestät gerichtet haben, dem Gesetze die Sanktion zu verweigern. Rußland. Riga, 17. April. (Privatmitth.) Ich beeile mich, Ihnen hiermit zwei Briefe höflichst zu übermachen, die der allerhöchst bestätigten Commission der israelitischen Schule als Erwiederung auf die übersendete Einweihungsrede direct von Seiner kaiserlichen Hoheit, dem Großfürsten Michael Pawlowitsch und Seiner hohen Excellenz dem Herrn wirklichen Geheimen Rath und Minister der Volksaufklärung Uwarow aus St. Petersburg zugekommen sind. An die Mitglieder der ebräischen Schulcommission in Riga! Seine kaiserliche Hoheit der Großfürst, Michael Pawlowitsch haben, nach Empfang der bei dem Schreiben der Glieder der in Riga allerhöchst errichteten Commission der ebräischen Schule vom 15. März d. I. übersendeten gedruckten Exemplars, der bei der Eröffnung dieser Schule (vom Oberlehrer vr. Lilienthal) gehaltenen Rede, mir den Befehl zu ertheilen geruht, denselben für diese Ueberbringung den vollkommenen Dank Seiner Hoheit zu erkennen zu geben. Welchen Willen Seiner Hoheit ich deßmittelst zu erfüllen die Ehre habe. Adjudant Seiner kaiserlichen Hoheit Obrist Rostowzow. No. 115, Am 25. Mär; 1840. St, Petersburg.