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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-09 · Heft 19 (9.5.1840) · p. Seite 267

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 19 (9.5.1840)
Date
1840-05-09
Page
Seite 267 (sequence 3)
Language
German
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M7 „Genehmigen Sie, Herr Redakteur, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. G. Z. Blum." Deutschlanö. Mainz, 16. April. Das Comite des hiesigen israelitischen Handwerkervereins hat kürzlich seinen Rechenschaftsbericht von den letzten drei Jahren veröffentlicht. Darin kamen folgende interessante, die Wirksamkeit des Instituts ehrende Expectorationen vor: „Das Aufsuchen der Werkstätten, das Erlernen von Handwerken gehört bei den heutigen Juden mit zu jenen anerkennungswerthen Bestrebungen, die sie so sehr zur bürgerlichen Gleichstellung fähig machen. Hätten die Juden Europas keine jüdischen Handwerker aufzuweisen, wie sie deren heutzutage viele Tausende aufzuweisen haben, sie würden bei aller unverkennbaren Bildung und bei dem redlichsten Wandel dennoch die Vorwürfe verdienen, die ihnen noch jetzt von Einzelnen so ungerechterweise gemacht werden. Denn das Handwerk eröffnet der Masse stets einen sehr ehrbaren Tätigkeitskreis/um so mehr, weil hier selten an Bereicherung, wol aber an einen redlichen Gebrauch der natürlichen Kräfte und an eine einfache Nahrungsquelle gedacht werden kann. Das sah man überall ein, und die Handwerkervereine, die auf allen Punkten Deutschlands entstanden,, beweisen, daß man es nicht blos bei der Einsicht bewenden ließ. Die Idee, die diesen Handwerkervereinen zum Grunde liegt, ist zugleich human und praktisch; die bemitteltern Juden spenden ihr Scherflein, auf daß die Unbemittelten dereinst einen ehrbaren Erwerb finden. DieseWohlthat ist so schön, daß sie obenan zu stehen verdient in der unendlichen Reihe von Wohlthaten, die von den Juden aus Drang und Bedürfniß gegenseitig geübt werden." Weiterhin heißt es im Rechenschaftsberichte: „Der Mainzer israelitische Handwerkerverein, wol einer der ältesten, die jetzt existiren, hat still und anspruchlos schon so unendlich viel Gutes bewirkt, daß wir uns gedrungen fühlen, sowol den Gründern als den unermüdeten Unterstützern im Namen der Menschheit und der Bildung einen aufrichtigen Dank zu zollen, und anzüerkennen, daß sich dieselben um die hiesige Gemeinde mit diesem Verein ein unverwelkliches Verdienst erworben haben, das noch die kommenden Geschlechter mit Pietät betrachten werden. Diese Anstalt, die im Verlauf ihres 24jahrigen Bestehens schon Hunderte armer israelitischer Knaben Handwerke erlernen ließ und ihnen die Mittel an die Hand gab, eine ehrbare bürgerliche Existenz zu erwerben, darf sich kühn allen hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten an die Seite setzen, ja sie darf sie zum Vergleiche herausfodern; denn die Wohlthat, die sie übt, ist nicht momentan und vorübergehend, sondern sie greift tief in die bürgerlichen Verhältnisse ein und gibt den urbaren Boden her, worauf noch vieles andere Gute gesäet werden kann. Mit diesem Institute dürfen wir vor die Welt treten und sagen: Sehet, das ist ein Werk freier Milde, das keiner Misdeutung fähig ist und für sich schon den Grad der sittlichen und socialen Bildung der Bessern in unserer Gemeinde documentirt." In der That, die wenigen Juden- Hasser, die noch eristiren, könnten an der Wirksamkeit dieses edeln Vereins eher eines Bessern belehrt werden, als an der lügenhaften, famosen Geschichte der Ermordung eines Paters durch Juden in Damaskus. (Leipz. Allg. Zeit.) Preußen. Berlin, 24. April. Die Preuß. Staatsz. enthält über die von uns schon erwähnte (S. No. 15.) Moser'sche Stipendium folgende Bekanntmachung. Um das Andenken der seltenen Vorzüge des Geistes und Charakters zu ehren, wodurch der am 15. August 1838 zu Lipprhne verstorbene hiesige Banquier Moses Moser sich die Liebe und Achtung der Freunde erworben hat, welche mit ihm in näherer Verbindung gestanden: haben die Herren: Professor Dr. F. Benary, Professor vr. A. Benary, I Lehmann, L. Lesser und der seitdem verstorbene Herr M. Friedländer ein auf ihre Aufforderung von mehreren näheren Freunden und Bekannten des Verewigten gesammeltes Kapital von 1<M)9 Rthlr., welches der Vater desselben, Herr J. Moser zu Lippehne, um noch 290 Rthlr. erhöht hat, der hiesigen Königs. Friedrich-Wilhelms-Universität, als welche der Verstorbene immer besonders geehrt, und mit deren Lehrern und Zöglingen er bis zuletzt den liebsten uttd lebendigsten Verkehr unterhalten habe, mit der Bestimmung überwiesen, daß dieser, vielleicht durch fernere Beiträge und Schenkungen noch zu vermehrende Fonds den Namen der Moserfchen Stiftung führen, und dessen Zins-Ertrag zu einem von dem Senate

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