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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-05-02 · Heft 18 (2.5.1840) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 18 (2.5.1840)
Date
1840-05-02
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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250 tet diese schrecklichen Strafen als ein zur Entdeckung der Wahrheit legalisirtes Mittel." So sprachen Manasse und Mendelssohn, diese beiden Lichter des jüdischen Glaubens, und als sie die Reinheit dieses Glaubens begründet hatten, der als der erste, als der einzige während 400V Jahre einen Gott zum Gegenstände seiner Anbetung hat, sagte Man.: „wenn alles dies, was ich angeführt habe, noch nicht genügt, die infame Gemeinheit dieser Anklagen zu beweisen, nun! so nehme ich in dieser schrecklichen Lage, meine Zuflucht zu einem Schwur beim Ewigen 2. Buch Mos. Kap. 22. „ich schwöre also beim höchsten Gott, beim Schöpfer des Himmels und der Erde, der sein Gesetz dem Volke Israel offenbart hat, ich schwöre in meinem Namen und im Namen von ganz Israel, daß ich nie bis auf den heutigen Tag einen solchen. Gebrauch in meinem Kultus gesehen habe, daß nie eine ähnliche Lehre zu finden war, weder in der heiligen Schrift, noch in dem mündlichen Gesetze, noch in den Schriften von Gelehrten, noch in der Tradition, noch in irgend einem Gebrauch, daß sie nie weder ausgeführt noch versucht wurde, daß ich nie so was Schändliches, nie eine solche Grausamkeit aus dem Munde eines Juden gehört habe, daß ich sie nie weder in irgend einem Buche, noch sonst in einer Schrift gelesen habe. Und so ich lüge, möge mich aller Fluch treffen, der in der Lev. und in dem Deut, ausgesprochen ist! So will ich weder den Segen noch den Trost Zions sehen! So möge ich auch gar keinen Antheil an der Unsterblichkeit der Seele haben!" Und Mendelssohn, begeistert von diesen erhabenen Worten, rief ebenfalls aus: „diesen wichtigen Eid der Purisikation, den Manasse in seinem und in Israels Namen abgelegt hat, leiste auch ich heute in der Reinheit und Unschuld meines Gewissens!" Und ich beschwöre heute alle Juden, die auf dem ganzen Erdkreis verbreitet sind: haben wir in unfern Schulen, in unserm Unterricht, in unfern Büchern, in unfern Schriften, in den Worten der Greise, in den Leidenschaften der Jugend, in den Betrachtungen des reifem Alters, in dem Gesetze Mosis, im Texte oder im Kommentar, im Talmud, in den Erinnerungen, die in Betreff des jüdischen Volkes sich bis auf die Schöpfung der Welt erstrecken, haben wir irgend etwas gelesen, gehört, erfahren, das dieser wilden und barbarischen Vorschrift gleich wäre? „Das Blut eines Menschen, das ihr vergießet, soll euer Fest reinigen, das ungesäuerte Brod, mitchristlichem Blute befruchtet, soll eurem Gott ein angenehmer Weihrauch sein?" Nur noch ein Wort: Seit beinah 1250 Jahren hat der Jslamismus seine Fahne im Orient aufgepflanzt, in der Stadt Damask. Wahrend dieser langen Reihe von Jahrhunderten ist eine so thörichte Anklage gegen die Juden noch nicht erhoben worden. Nun fangen die Christen an, ihren Einfluß in dieser Gegend fühlen zu lassen, und es erwachen die Vorurtheile des Occidents auch schon im Orient. — O welch ein trauriger Stoff zu schmerzlichen Betrachtungen! Französische Christen, wir sind eure Mitbürger und eure Brüder! Ihr habt der Welt das Beispiel der mildesten, der reinsten Toleranz gegeben. Dienet uns zum Schilde, nachdem ihr uns zur Stütze gedient habt! Möge die französ. Presse mit diesem edlen Eifer, der ihr zum Ruhm gereicht, sich dieser heiligen Angelegenheit der Civilisation und der Wahrheit annehmen; es ist eine Rolle, die ihr so gut steht 'und die sie auf so schöne Weise erfüllt. — Die empörende Weise, mit der die französische und deutsche Journalistik diesen Gegenstand behandelt hat, hat ihm eine allgemeine Wichtigkeit zugewandt, und wir halten es daher für unsere Pflicht, einen ausführlichen Bericht darüber zu geben. Der 8emaplioro de Marseille hatte zuerst jenen lügenhaften Bericht gegeben, -den wir in vor. Nummer abdrucken ließen, und welcher der Text zu der ganzen Verhandlung wurde. Die franz. Blätter gaben ihn fast sämmtlich wieder, nur das Journal des Debats mit der Vorbemerkung, daß er unglaub, lich sei. Die deutschen Blätter folgten, die Augsb. Allg. Zeit., die Leipz. Allg. Zeit. ff. Nur die Preuß. Allg. Zeitung machte eine rühmliche Ausnahme, indem diese nur berichtigende Artikel gab. In Marseille hatte sofort der dortige Oberrabbine eine heftige Gegenerklärung erlassen, die jedoch nicht zu uns gelangte; dann folgte das Schreiben Cremieux', welches die Leipz. Allg. Zeit., die Düsseldorfer Zeit., die Magdeb. Zeit, in der Uebersetzung gaben. Die Elberfelder Zeit, gab sofort einen berichtigenden Artikel. Die Leipz. Allg. Zeit, enthielt in der folgenden Nummer diese Erklärung:

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