Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1840)
- Date
- 1840-04-25
- Page
- Seite 238 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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238 leben, das mit dem Christenthume, mit der Religion überhaupt gar wenig zu schaffen habe, es sorge für seine Bedürfnisse nur aus dem juristischen, politischen Gesichtspunkte, und sc> sei gar nrcht abzusehen, wie dem Juden die Mitwirkung zu einem solchen Staatsleben zu versagen sei. Nach mancherlei anderen Besprechungen, endet dann der Herr Prof. Bülau seine Vorrede auf würdige Weise: „Wo aber, wie in Sachsen, Regierung und Volksvertretung einen so ernsten Willen dethatigt haben, die Lage der Juden mehr und mehr zu verbessern, da wird es doppelte Pflicht der Juden, sich durch Dankbarkeit und Bescheidenheit der empfangenen Wohlthaten würdig zu zeigen, die neu eröffneten Bahnen so zu benutzen, wie eine väterliche Staarsregierung es wünscht, und ebin dadurch die weitere Emancipation zu beflügeln, deren Vollendung ein Triumph der Humanität ist." Werfen wir nun einige Blicke auf das Werk selbst. (Schluß folgt.) Magdeburg, 9. April. Angekommen: Israelitischer Ehrentempel von E. B. Feder. Lief. I. Dinkels> buhl, 1840. Nach . einer kurzen Charakterisirung des jüdischen Cyarakters, allerdings nur die Lichtseiten hervorhebend, werden biographische Skizzen berühmter Juden (in dieser Lieferung von 100 vor, bis 1677 nach der gew. Zettrech., von Hyrkan I. bis Spinoza,) gegeben, die leicht und fließend geschrieben, zwar keine wissenschaftliche Bedeutung haben, dennoch aber dem mit dem Gebiete unsrer Geschichte Unbekannten einen guten Stoff zur Kenntnißnahme bieten. Ist das Ganze, odwol aus einer christlichen Feder geflossen, rein apologetisch gehalten, so ist die Tendenz gewiß höchst anerkennenswert, und das Unternehmen zur Unterstützung anzuempfehlen. Ein Mehreres nach Vollendung des Ganzen. Berlin, 1. April. (Privatmitth.) Um mehrseits ausgesprochenen Wünschen zu genügen, wird von der neuen Ausgabe des Benjamin von Tudela eine deutsche Uebersetzung (mit Text) erscheinen, welche auch die Noten der englischen Edition mittheilen wird, so wie die selbstständigen Abhandlungen der berühmten Mitarbeiter an diesem Werke. Diese deutsche Ausgabe wird in jeder Rücksicht für Deutschland und das deutsch verstehende Publikum berechnet sein. Bonn, 2. April. (Privatmitth.) Der Licentiat Herr Gottfried Kinkel, durch seinen seelenvollen Vortrag wie durch seine toleranten Ansichten den Studirenden rühmlichst bekannt, wird, nachdem er im Wintersemester die Geschichte des Heidenthums vollendet hat, die Geschichte des Judenthums beginnen. Er hat sie im Katalog so angezeigt: Synchronismus Novi Test, seu historia gentis et religionis Judaeorum inde ab exilio usque ad diruta HierosoJviua» Trier, 5. April. (Privatmitth.) Der Aufruf des Hamb. Telegraphen nach den Modifikationen, welche die Allg. Zeit, des Judenth. S. 70 in Vorschlag brachte, findet auch hier die gebührende Theilnahme, und man wünscht sehr, daß der projektiere Verein bald in'S Leben trete, wodurch nicht nur den noch nicht angestellten Gelehrten eine edele Beschäftigung und die Gelegenheit, sich auszuzeichnen, sondern auch der Literatur viel Vorschub geleistet würde. Sollten sich nicht überall Kontribuenten und Agenten zu solchem edlen Zwecke finden lassen? Moses Heß, Rabbine. Tages-Cinrtrolr. Petition der Deputirten der ungarischen Israeliten an die hohen Reichsstande. (Aus einer ungarischen Zeitung treu übersetzt.) Wol ist alles, was in neuerer Zeit voll den hohen, edelmüthigen und hochherzigen Reichsständen zu Gunsten der israelitischen Bevölkerung dieses Landes gcthan und gesprochen wurde; — vorzüglich die in allen öffentlichen Verhandlungen sich kundgebende Tendenz, die Rechtsverhältnisse sämmtlicher Volksklaffen nach humanen und vernunftmäßigcn Grundsätzen zu ordnen — vollkommen geeignet, in den einheimischen Juden die sreudige Ueberzeugung fest zu stellen, daß es nicht erst der gegenwärtigen Petition bedürfe, um die fürsorgende Weisheit einer hohen Reichsversammlung auf den beklagenswerthen bürgerlichen und socialen Zustand ihrer israelitischen Unterthanen hinzulenken, und daß sie getrosten Muthes auch ohne bittliches Einschreiten die Hoffnung einer radikalen Verbesserung dieses Zustanves, auf die Weisheit, Humanität und Gerechtigkeit der erhabenen Landesstände, des erlauchten Reichsverwesers und des huldvollen Landesvaters gründen können. Allein die in tiefster Ehrfurcht Namens ihrer Glaubensbrüder Unterzeichneten, können demungeachtet dem Drange ihres Herzens nicht widerstehen, und würden es als Hintansetzung ihrer heiligen Pflicht betrachten, wenn sie da, wo die Entscheidung ihres Geschickes von dem Wohlwollen ihrer ihnen von Gott gesetzten Obern abhangt, eS ihrerseits an dem flehentlichen Anruf an diese fehlen ließen. Auch der himmlische Vater kennt in feiner Allwissenheit die Bedürfnisse seiner Menschenkinder, und will in seiner AUliebe ihnen abhelfen; dennoch ist Beten eine der heiligsten Religionspstichtm. Der Umstand vol-