Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1840)
- Date
- 1840-04-25
- Page
- Seite 235 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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255 mit der Bemerkung gaben, daß sie uns unglaublich scheint. Wir wünschen eben so wie Herr Crömieux, daß die absurde Fabel bald aufgedeckt werde. Wir begreifen übrigens das lebhafte Gefühl des Unwillens, welches die folgenden Zeilen diktirt hat, und geben diese mit Vergnügen." Paris, 7. April 1840. „Mein Herr! Ist es wahr, daß in Frankreich, daß in Paris die den Ideen des Fortschritts und des Liberalismus ergebensten Journale ebenso wie die, welche in den politischen und religiösen Ideen unsrer Zeit zurückgeblieben sind, mit demselben bedaurenswerthen Eifer, ohne ein Wort der Widerlegung, die absurden und monströsen Details, aus Alexandrien und Beprouth datirt, über den Mord des Pater Thomas und seines Bedienten gegeben haben? Im Namen eurer israelitischen Mitbürger, im Namen aller Israeliten der Welt, welche in Masse dagegen protcstiren werden, insonders im Namen jener Israeliten in Damaskus, gegen welche sich vielleicht in diesem Augenblicke das Henkerschwert erhebt, lasset mich Allen das jüdische Gesetz in die Erinnerung rufen, lasset mich einige Erinnerungen aus der Vergangenheit zurückrufen, einer Vergangenheit, die solche Artikel bald wieder herbeibringen würden, selbst in unserm Frankreich. Vor Allem, welches ist das Faktum, das so schmähliche Beschimpfungen auf die jüdische Religion aufhäuft? Ein Mord ist zu Damaskus an einem Geistlichen und seinem Bedienten begangen. Sieben Juden, die reichsten — merkt man wohl; die reichsten! — in einem Augenblicke, wo die Konfiskationen ihrer Güter so trefflich die zerstörten Finanzen des Vicekönigs wiederherstellen würden, die geachtetsten der jüdischen Bevölkerung, die sich fast auf 30,000 Seelen beläuft, lassen sich von einem Barbier und einem Knechte helfen; sie haben den christlichen Priester ermordet, sie haben in einem Gefäße sein Blut aufgefangen, dessen sie bedürfen, um das religiöse Fest der Ostern zu feiern, um damit ihre ungesäuerten Kuchen zu benetzen! Sie haben den Leichnam zerstückt, den Kopf des Opfers in einem Mörser zerstoßen, die Reste in Säcke gestopft, und die Säcke in die Rennen ihres Viertels geworfen.... Alle diese schrecklichen Details haben sieben der Angeklagten auf der Tortur bekannt, zwei nur, die beiden Rabbinen, haben nicht gestanden. Ist dies eine Geschichte, ein Mährchen, oder Wahrheit? Da man darin von dem glücklichen Funde des französischen Konsuls spricht, so habe ich mir die Freiheit genommen, sofort an den Herrn Minister des Auswärtigen zu schreiben, um anzufragen, ob eine Depesche ihn in Kenntniß von dieser schrecklichen Katastrophe gesetzt: man hat nicht die geringste Kenntnis im Ministerium weder durch den Konsul, noch auf einem andern Wege erhalten. Setzen wir voraus, das Verbrechen sei begangen: wer sind die Schuldigen? Die Juden, welche man anklagt/ Aber es sind die wichtigsten, die angesehensten, folglich die aufgeklärtesten von 30,000 Juden zu Damaskus! Aber unter ihnen befinden sich zwei, von ihrer zahlreichen Gemeinde erwählten Rabbinen! Wie an ein solches Verbrechen glauben bei solchen Personen! Und warum ein Barbier, ein Knecht in ihrer Mitte? „Sie haben das Blut des Christen aufgefangen, um' sich desselben in dem ungesäuerten Brode zu bedienen!...." Am ersten März ist der Mord begangen, Ostern wird gefeiert am 48. April — begreift man wohl, wie man das Blut in den Gefäßen aufbewahren will fünfzig Tage, faulend und verdorben, um zur Nahrung der Würger zu dienen? „Sie haben den Leichnam des Priesters in die Nennen ihres Quartiers geworfen, den Leichnam des Bedienten in den Keller eines Juden!...." Begreift man wohl ein solches Betragen? Wäre es ihnen so schwer gewesen, die anklagenden Reste außerhalb ihrer Wohnsitze zu schaffen? „Sie bekennen, daß sie das Verbrechen begangen, um den Kultus ihrer Religion auszuüben!...." Aber ihr Bekenntniß stammt aus der Tortur, aber die beiden Rabbinen, welche der Glaube stärker macht, als die anderen, haben nicht bekannt! Ihre Religion! gerechter Gott! aber wenn die jüdische Religion so den Mord und das Vergießen menschlichen Blutes beföhle, auf, jüdische Philosophen, Christen, Muselmänner, laßt uns, selbst in den Menschen, die sie ausüben, diesen barbarischen und gotteslästerlichen