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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-25 · Heft 17 (25.4.1840) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 17 (25.4.1840)
Date
1840-04-25
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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232 hm myß: „Sir Moses Montesiore, ein reicher Jude aus London, machte vor kurzem eine Reise nach Palästina, und zog über alle biblische Alterthümer die genaueste Kunde ein. Nachdem er ermittelt hatte, "daß die heiligen Ortschaften der ägyptischen Regierung etwa 64,900 Beutel (?) an Steuern zahlen müssen, ging er nach Alexandrien und bot dem Vicekönig an, diese aus eignen Mitteln herzugeben, wenn ihm erlaubt würde, israelitische Colonien dort anzulegen. Mohammed-Ali soll diesen Vorschlag angenommen haben, unter der Bedingung jedoch, daß die Colonien seiner Oberherrschaft unterworfen seien und nicht unter europäischem Schutze stehen." Preußen. Potsdam, 14. April. Das Potsdamer Amtsblatt vom 10. d. enthalt Folgendes: Potsdam, den 2. April 1840. Da Fälle vorgekommcn sind, daß Juden aus dem Großherzogthum Posen sich nach Ablauf mehrerer Jahre zur Einlösung der ihnen Seitens des Königl. Ministeriums des Innern bewilligten Naturalisationspatente nicht gemeldet haben, so wird auf Veranlassung eines an uns ergangenen Rescripts des Königl. Hohen Minister» des Innern, hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in Zukunft jedes Patent, welches binnen einem Jahre nicht abgelöst wird, von der betreffenden Behörde zur Kassation an das gedachte Königl. Ministerium zurückgereicht, und daß ein neues Patent nur auf anderweites Ansuchen bei der betreffenden Königl. Regierung und auf deren Antrag bewilligt, auch nur gegen Bezahlung der doppelten Ausfertigungsgebühren ausgeantwvrtet werden wird. Königl. Regierung. Abtheilung des Innern. Deutschland. Kissingen, 8. April. (Privatmitth.) Am 26. d. Monats hatten wir die Freude, unfern neuen, von 6 Landgerichts - Bezirken gewählten und von Königl. Regierung im Namen Sr. Majestät des Königs bestätigtensehr würdigen Distrikts - Rabbinen, Herrn Dr. Adler aus Unsleben, welcher als Herausgeber der Zeitschrift: die Synagoge, der gelehrten Welt bekannt ist, amtlich und feierlich installiren zu sehen. Vierzehn Tage vor der Installation wurden alle israelitischen Vorsteher der zum Rabbinate gehörigen Cultus-Gemeinden von unserem hochverehrten Landgerichtsvorstand Herrn Freiherrn von Rotenhan zu dieser Feierlichkeit eingeladen, und ein von demselben erlassenes Programm ordnete diese Feierlichkeit auf folgende Weise: I) „Sämmtliche hiesige, so wie „die zum Jnstallationsakte hiehcr kommende fremde „Israeliten versammeln sich um 8} Uhr im hiesigen „Rathhaussaale, und erwählen daselbst unter sich „eine zum Abholen des Distrikts-Nabbinen bestimmte „Deputation von 6—8 Männern. 2) Diese De- „putation begiebt sich um 9 Uhr in die Wohnung „des Distrikts-Rabbinen, und führt denselben von „da nach dem Rathhaussaale. 3) Wenn dieselbe „dortselbst eingetroffen, «und wenn sich auch die Ge- „meindeverwaltung der hiesigen Stadt im Saale ein- „gefunden und auf eigends hiefür aufgestellten Stüh- „len Platz genomn^, hat, wird sich auf vorherge- „gangene BenachMugung die Jnstallations-Com- „mission des Königl. Landgerichts dahin begeben. „4) Folgt nunmehr der Jnstallationsakt von Seite „des Königl. Landrichters. 5) Hierauf begiebt sich „die Jnstallations - Commission mit dem Distrikts- „Rabbinen, der Gemeindeverwaltung und sämmtli- „chen anwesenden Israeliten in einem Zuge nach der „Synagoge. 6) Die jüdische Schuljugend, der Leh- „rer an der Spitze, kommt von der Synagoge aus „dem Zuge bis zum Markte entgegen, tritt sodann „an die Spitze des Zuges, und kehrt mit ihm in „die Synagoge zurück. 7) Der Gottesdienst in der „Synagoge beginnt mit dem Absingen eines passen- „den Liedes durch die Schuljugend. Hierauf folgt „die Antrittspredigt des Distrikts-Rabbinen, welche „mit dem Gebet für Se. Majestät den König und „das allerhöchst Königliche Haus endiget, worauf „zum Schluß ein zweites paffendes Lied durch die „Schuljugend abgesungen wird." Eine große Menge Volkes verschiedener Confe'ssion wohnte dem Zuge und dem Gottesdienste in der hiesigen Synagoge bei, und hörte die, nächstens im Drucke erscheinende, inhaltsreiche Antrittspredigt des neuen Herrn Rabbinen mit gespannter Aufmerksamkeit und mit inniger Theilnahme zu. Die ganze Handlung währte von früh 9 bis Mittag nach 12 Uhr. Die ersten Schritte unseres, würdigen Herrn Rabbinen deuten schon auf mancherlei zweckmäßige dem religiösen Sinne fördernde Schritte. Der Rabbinatsbezirk darf sich so zu seiner Wahl Glück wünschen, und die Zukunft

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