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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-18 · Heft 16 (18.4.1840) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 16 (18.4.1840)
Date
1840-04-18
Page
Seite 221 (sequence 9)
Language
German
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221 nasial - Cursus, Attestate erhalten und eine höhere Bildung zu erlangen wünschen, wird erlaubt, zur Fortsetzung der Wissenschaften in Universitäten, Akademien und andere höhere Lehranstalten im ganzen Reiche einzutreten; und 85: Diejenigen Hebräer, welche durch Fähigkeiten und Fleiß ausgezeichnete Fortschritte in den Wissenschaften beweisen, können, nach der allgemeinen Grundlage für alle übrige Russische Unterthanen, gelehrte Grade erlangen. Die letzte Frage ist entschieden im Art. 893 des 9. Bandes des Swod der Gesetze, in welchem cs heißt: ausländische'Hebräer, und auch die aus dem Königreiche Polen nicht ausgenommen, werden nicht zur Umsiedelung nach Rußland oder zum Eintritt in Russische Unterthanschast zugelassen. In Folge dieser Verfügungen vermeint der Dirigirende Senat nach der Meinung des Ministers des öffentlichen Unterrichts und des stellvertretenden Ministers des Innern die Entscheidung aufzustellen, daß diejenigen Hebräer, welche Russische Unterthanen sind, nach Beendigung des vollen Cursus auf Universitäten und Akademien, und nach Ertheilung von gelehrten und medicinischen Graden durch ein Exainen, darüber mit den vorgeschriebenen Diplomen versehen werden müssen; vor der Ertheilung dieser Diplome aber muß, laut dem Art. 194 im 5. Bande des Swod der Gesetze in dem Ustaw über die Unterthanen, die Eingabe gemacht werden, um selbige von der Kopfsteuer auszuschließen, mit Beifügung der Documente, kraft deren sie in Universitäten.und Akademien ausgenommen worden; was aber die ausländischen Hebräer betrifft, so dürfen selbige weder zur Anhörung der Vorlesungen, noch zum Examen zur Erhaltung gelehrter und medicinischer Grade zugelassen werden, da ihnen, laut Art. 893 im 9. Bande des Swod der Gesetze über die Stände, verboten ist, sich in Rußland anzusiedeln, und in Russische Unterthanschaft zu treten." Riga, 26. März. (Privatmitth.) Wir würden das folgende, an uns erlassene Schreiben nicht veröffentlicht haben, wenn nicht erstens dies der ausdrückliche Wunsch der löblichen, Unterzeichneten Stellen gewesen, zweitens unsre getroffene Wahl damit gerechtfertigt wäre, endlich von dem schönen und wahrhaften Streben der dasigen Israeliten kein deutlicherer Ausdruck gegeben werden konnte, als überall aus diesem Schreiben hervorleuchtet' Dies bitten wir ganz besonders zu berücksichtigen. D. Redakt.s „Gottlob, wir sind so weit, daß wir unsrer Pflicht, unfern herzlichen Dank im Namen unsrer Gemeinde auszusprechen, endlich Nachkommen können; und so giebt sich denn das Kahalsamt, die erwählte und obrigkeitlich bestätigte Schulso wie die beeidigte Synagogen-Commission die Ehre, hiermit den Dank und die Anerkennung für Ihren väterlichen Rath und Theilnahme öffentlich abzustatten. — Sie haben unferm Mühen und Streben die Krone aufgesetzt, Sie haben in der Aquisition des Herrn Dr. Lilienthal unser Ringen nach dem Edlen, nach dem Schönen belohnt. Dies möge in kurzen Worten den Charakter dieses jungen Mannes bezeichnen, übrigens, wenn man nur bedenkt, wie er in kurzer Zeit von noch nicht zwei Monaten, die Achtung aller entgegengesetztesten Partheien zu gewinnen, und noch mehr, wie er für sich Liebe und heißes Verlangen nach seinen Vorträgen verschafft hat, so ist es zu bewundern und wir müssen ausrufen: vz? iirbü ■’/a bs 'b sv-in Rastlos geht er in seinem Werke vorwärts, und es wird mit Gott das große begonnene Werk ihm gelingen, daß auch unfern Juden, den Juden Rußlands die Sonne der Humanität und der Aufklärung, gepaart mit reiner Religiosität, leuchten und sie erwärmen werde. — Dank also, herzlichen Dank dem, welcher unsren Bedarf so richtig aufgefaßt und so gewissenhaft ihn uns in vollem Maaße dargereicht hat. — Möge Sie der Allvater und ewige Beschützer Israels noch lange für sein Volk erhalten, damit Sie die seegenreiche Frucht Ihrer mit Mühseligkeit ausgestreuten Saat erndten und diese Himmelskost in Freuden genießen. — Unsre Schule stehet offen, und 53 Knaben und 23 Töchter Israels hören täglich Jehova's Wort in der ihnen allen verständlichen deutschen Sprache; wann und wie unsre Schule eröffnet worden, wird Sie Herr vr. Lilienthal selbst benachrichtigt haben, und was von derselben zu erwarten stehet, 'hängt von der Gnade unsres großen Monarchen und dem Wohlwollen des Beschützers derselben, des Fürsten Uwarow ab, das zu erhalten wir uns mit Sehnsucht und Kraft, mit Leib und Seele zu bestreben geloben, und daß wir guten Willen und Eifer für die Erziehung unsrer Jugend haben, kann und wird stets von Freund und Feind 16 »

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