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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-04 · Heft 14 (4.4.1840) · p. Seite 198

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 14 (4.4.1840)
Date
1840-04-04
Page
Seite 198 (sequence 10)
Language
German
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198 lebendiger Athernzug und Pulsschlag dieser Erkenntniß, ein selbstthätiges Glied, ein Schaffner der Gotteslehre! Hat man erst diese Ueberzeugung gewonnen, und sich entschlossen, an deren Verwirklichung Hand anzulegcn, so wird man allerdings auch sich vergewissern, daß das Iudenthum in jener Ausarbeitung seiner Lehre, in der Bearbeitung seiner Moral, seines Rechts, seines Gottesdienstes und seiner Lebensnorm immerfort begriffen ist. Er wird einsehen, daß allerdings von jener Lehre bestimmte, unveränderliche, ewige, göttliche Ausstrahlungen ausgingen, die die Grundlagen dieser Moral, dieses Rechts, dieser Gesellschaftlichkeit, dieses Gottesdienstes und dieser Lebensnorm des Judenthums abgaben und auf ewige Zeiten abgeben, daß aber um diese ewigen Ausstrahlungen und Grundlagen herum sich immer zeitliche Gebilde lagerten und lagern mußten-und lagern müssen, die nach den Wandlungen der Menschheit, nach den Wandlungen der jüdischen Wirklichkeit und ihrer Schicksale sich auch wandeln müssen. So hat er denn einer Seits die Aufgabe, das Judenthum aufrecht zu erhalten seinerseits, andrer Seits an der immerwahrenden Ausarbeitung des Judenthums mitzuarbciten seinerseits. Auch dieser Gedanke bedarf spezieller Ausführungen, und sie soll ihm nicht fehlen. (Werden fortgesetzt.) Theologie. Das Zudenthum und der Koran,*) in ihren Beziehungen. Erster Artikel. In einer Zeit, wo die welthistorischen Beziehungen des Judenthums immer klarer gelegt, und immer mehr zum Bewußtsein gebracht werden, muß auch das Verhältniß des Judenthums zu jener großen religiösen Abzweigung, welche der Islam heißt, in größere Deutlichkeit gestellt werden. Man begnügte sich bis jetzt mit Raisonnements und Phra¬ *) Das von Mohamed verfaßte Religkonsbuch des Islams. sen. Es ist Zeit, zuvor' an die Sammlung materiellen Wissens in diesem Bezüge zu gehen, bevor die allgemeinen Urtheile gefällt werden. Es lassen sich aber auf diesem Gebiete folgende Fragen aufstellen: 1) Wie verhält sich der Koran in seinen Meinungsäußerungen über die heilige Schrift? 2) Wie verhielt er sich zu den damaligen Juden? 3) Wie verhalt er sich zum Judenthume, und zwar: a) was hat er demselben entnommen? b) in wie hat er eine andere Richtung eingeschlagen? Es kann hier nur unsre Absicht sein, vorläufige Skizzen zu entwerfen, nicht aber erschöpfende Beantwortungen zu geben. Wir legen daher in diesem ersten Artikel die vier ersten Suren, nach der jüngsten Bearbeitung des vr. Ullmann, zu Grunde. Die erste Unterfrage von No. 3 hat Geiger in seiner bekannten Preisarbeit so behandelt, daß man nur Nachlesen halten kann. Mohamed hat es für gut gefunden, sich eben so an das Testament der Christen und an das Testament der Israeliten zu lehnen, wie sich jenes an dieses lehnt. Es liegt Diesem die Nothwendigkeit zu Grunde, daß nur durch unsere heilige Schrift die Idee einer unmittelbaren Offenbarung Gottes an die Menschen aufgestellt und begründet worden ist. Er mußte daher seine vorgegebene Offenbarung eben so auf die vorhandenen lehnen, da er die ganze Idee seiner Religionsbegründung aus ihnen geschöpft hatte, wenn er auch nicht, wie der Stifter der christlichen Religion, durch Abstammung von den Israeliten darauf gewiesen war. Er nennt daher in einer Anrede an die Israeliten, die wir weiter unten ganz mittheilen werden, seine Schrift „eine Bestätigung eurer früheren Offenbarungen" (Sure II.) Er nimmt daher auch alle Berichte der h. Schrift in ihrem ganzen Umfange an, und erzählt sie, freilich meist ganz entstellt, theils aus Unkenntniß, theils mit gehörten und selbst erdachten Fabeln verbrämt und verunstaltet, wieder. Er erkennt die h. Schrift als Offenbarung Gottes an, und führt viele Stellen, aber oft mit verdorbenem Texte, aus ihr auf. Aber er sieht den Koran als die Bestätigung der Schrift an, und nennt ihn daher auch „Schrift von Gott." Nun behauptete er, daß in der h. Schrift viele Stellen sich auf ihn bezögen, und von ihm, Mohamed, voraus verkünde»

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