Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1840)
- Date
- 1840-04-04
- Page
- Seite 194 (sequence 6)
- Language
- German
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194 Vormittags 11 Uhr. von 17 (statt 25) gegenwärtigen Notabeln mit 15 Stimmen gegen zwei, der Herr Aaron Auerbach zum Nachfolger seines Vaters, des emerit. Oberrabbinen zu Bonn, erwählt worden, welche Wahl nun höherer Bestätigung vorliegt. Breslau, 20. Marz (Privatmitth.) Es ist hier vor Kurzem von einigen Feinden des Herrn Dr. Geiger ein heimtückischer, höchst infamer Versuch gemacht worden, diesem Gotteslehrer die Würde der Moralität zu rauben, ein Versuch/ der in den Annalen der sinsterstcn, fanatischen Verfolgung noch immer hervorstechen würde, dessen Details Sie aber übergehen werden. Ist es dem Dr. Geiger leicht geworden, den Trug aufzudecken, so hat er doch offenbar', so viel sein Herz dabei auch gelitten habejl mag, dadurch einen bedeutenden Sieg erfochten. Denn von nun an wird Niemand, der moralische Würde besitzt, sich ihm gegenüberstellen können, aus Besorgniß, mit jenen Betrügern verwechselt und in eine Klasse geworfen zu werden. Desterreich. Preßburg, 10. März. (Privatmitth.) Nachdem die sich hier befindliche Deputation der Israeliten Ungarns den löblichen Standen und hohen Magnaten so wie S. k. Hoheit dem Erzherzog Palatin eine von Herrn Rabbinen Schwab in Pesth meisterhaft verfertigte, ins Magyarische übersetzte Petition um Emanzipation überreicht hatten, wurde in der am heutigen Tage abgehaltenen Circularsitzung der löblichen Stande die Motion gestellt, den Juden gleiche Rechte mit den übrigen nichtadeligen Einwohnern zu verleihen, und einstimmig angenommen. Man sieht daher der Erörterung dieses Gegenstandes in den wirklichen Reichstagssitzungcn entgegen, und hofft, da die in den Circularsitzungen angenommene Vorschläge gewöhnlich auch hier durchgehen, der Vorschlag werde auch da keinen Widerstand erfahren. — Es bliebe uns demnach nichts weiter übrig, als daß sich die hohen Reichsstände auch unsrer geistlichen Angelegenheiten annähmen, und durch Einsetzung einer höchsten Rabbinenbehörde, oder eines Konsistoriums mit fest bestimmten Reglements, auch diesen wichtigen Gegenstand zu gedeihlichstem Fortschritte brächten. R. Wesprim, 5. März. (Privatmitth.) Wir hatten bis jetzt eine Synagoge, die der Gemeinde nicht cigenthümlich gehörte, sondern die durch Sr. Gnaden den Herrn Grafen Sichy, Domherrn zu Raab, der Gemeinde für einen unbedeutenden Zins vermiethct gewesen. War sie durch den täglichen Anwachs der Gemeinde längst zu enge, so hatte sie auch durch Bausalligkcit die unangenehmsten Störungen zur Folge. Zunächst suchte nun die Gemeinde sich die Synagoge eigenthümlich zu erwerben, und die Hochherzigkeit des Grundherrn erleichterte ihr dies unter den annehmbarsten Bedingungen. Und so gelang es den, allerdings oft und bei Vielen fruchtlosen Anstrengungen unsres Vorstehers, des Herrn Wasz, den ersten Grundstein zu einer neuen Synagoge zu legen. Wird aber auch dieses äußere Werk zur Ehre Gottes zu Stande kommen, so wird es doch wol noch lange dauern, trotz den Bemühungen unsres eben so talinudisch gelehrten, als auch in aufgeklärtem Sinne strebsamen Rabbinen, ehe wir auch in innerer Beziehung einer edlern Gestaltung unsres Gottesdienstes entgegengehen werden. — Wir können auch nicht umhin, hier die Verdienste um uns, die väterliche Huld und Fürsorge Sr. Eminenz des Herrn Bischofs Joseph von Kapäcsy, gegenwärtigen Erzbischofs Fürsten Primas von Ungarn zu rühmen, und die Aufmunterung, die der hochwürdige Piaristen-Orden unsrer studirenden Jugend zukommen läßt, dankend hervorzuheben. G• Pesth, 15. März. (Privatmitth.) Als ein eclatantes Zeichen, wie der Geist der Aufklärung in ungarischen Gemeinden immer mehr Wurzel faßt, diene die Nachricht, daß Herr Nabbinatskandidat M. Melis Dr. Philos. am 7. März in der großen Synagoge unsrer Nachbarstadt Ofen eine Gastpredigt in hochdeutscher Sprache hielt, der das einstimmige Lob und die volle Anerkennung des anwesenden Auditoriums, darunter auch mehrer Honoratioren, zu Theil wurde. — Es äußerte sich allsobald der allseitige Wunsch, diesen jungen, talenrbegabten Mann als Gemeinde- Prediger angestellt zu sehen, welches unter der Aegide des löbl. Gemeinde-Vorstandes (wo Herr Mathias Spitzer rühmlich zu erwähnen) sondern'Zweifel als ein allgemein gefühltes Bedürfniß. bemerk-