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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-04 · Heft 14 (4.4.1840) · p. Seite 193

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 14 (4.4.1840)
Date
1840-04-04
Page
Seite 193 (sequence 5)
Language
German
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193 daß, als jüngst bedeutende Männer auf das Restaurationsgesetz zurückkamen, auf die Verletzung des Sonntags eine Strafe zu setzen, man sich gegen sie auch des Arguments bediente, ob die Israeliten, wenn sie ihren Sabbat gefeiert, gezwungen sein sollen, am Sonntage auch zu ruhen. (S. Courr. franc. vom 9. h.) Preußen. Posen, 20. Marz. Die Leipz. Allg. Zeit, enthalt folgenden, sonderbar stylisirten Artikel: Von der Warthe, 14. März. Die Emancipation der Juden im Großherzogthum Posen hat viele Federn in Bewegung gesetzt, als diese Maßregel zur Ausführung gebracht wurde. Seit mehren Jahren hat man nunmehr bereits Gelegenheit, die Erfolge zu beobachten, welche das dicsfallsige Gesetz gehabt hat, und noch ist darüber wenig in das Publikum gekommen. Es dürste daher an der Zeit sein, die Leser Ihrer Zeitung damit bekannt zu machen. Die Juden-von Vermögen oder Bildung sind jetzt bereits vollständig emancipirt; aber auch der Zustand der andern ist verbessert, obwol sie noch manchen Einschränkungen unterworfen sind. Sie dürfen nämlich nur in Städten wohnen, kein Schankgewerbe, keinen Hausirhandel treiben. Aber alle gehören zu einer jüdischen Corporation, deren jeder Kreis wenigstens eine besitzt, die sich selbst verwaltet und ihre eignen Verwaltungsbeamten und Stellvertreter hat, welche sie sich selbst wählt. Die)e schreiben die Bedürfnisse für die Corporation, für Synagoge und Schule aus, und obwol sie keinen Gehalt bekommen,' fehlt es doch nicht an Männern, welche sich diesen Geschäften der Ehre wegen unterziehen. Noch hat sich kein Beispiel einer Weigerung gefunden, auf der andern Seite aber auch sehr wenig Beschwerden über die Verwaltung dieser selbstgewählten Beamten. Auch werden die Beiträge zu den Gemeindebedürfnissen nicht für groß gehalten, obwol davon jetzt die Wohlthat des Schulunterrichts selbst für den Aermsten bestritten wird. Die Lehrer werden geprüft wie die Seminaristen der Christen, von denselben Behörden, und die Christen schicken hier und da ihre Kinder in die Judenschule, damit sie mit Verwunderung sehen, daß die Kinder der Juden ihren Cursus viel schneller machen. Der arme Jude, der sonst seine Kinder ohne Unterricht aufwachsen lassen mußte, wird jetzt von den Wohlhabenden übertragen, und sogar gestraft, wenn seine Kinder die Schule versäumen. Es ist erfreulich zu sehen, wie sehr diese wohlthätige Gesetzgebung von den Betheiligten überall anerkannt wird, und der König mag wol in dem ganzen Großherzogthume keine dankbarern Unterthanen haben als die Juden. Der Enthusiasmus für die preußische Negierung ist so groß, daß man öfters Juden sagen hört: „Es ist eine so unbedeutende Abgabe, womit wir uns vom Militärdienste loskaufen, daß auf manchen Familienvater oft nur 8 Gr. kommen, während er fünf Sühne stellen müßte; und dennoch würden wir, wenn es uns freigestellt würde, Soldaten zu werden, dies lieber thun, als das Rekrutengeld bezahlen, das so unbedeutend ist; denn wir würden vorziehen, derselben Ehre theilhaftig werden zu können wie die Christen und wie die Juden in den andern Provinzen." Elbing, 4. März. (Privatmitth.) Sic haben vor einiger Zeit einige Gemeinden Preußens aufge- \ führt, in denen regelmäßig religiöse Vorträge gehal- 1 ten werden. Ich kann nicht umhin Ihnen zu be-! richten, daß auch in Elbing seit Jahr und Tag der j Dr. j>hil. Herr Sommerfeld als Prediger angestellt ist. Derselbe predigt'jeden vierten Sabbat und außerdem an den Festtagen, halt bei Hochzeiten unter dem Trauhimmel eine Rede, und segnet nach vollendeter Ceremonie das Brautpaar ein; desgleichen spricht derselbe bei Beschneidungen den Segen über das Kind und bei Beerdigungen eine angemessene Grabrede. Auch Einsegnungen sowol von Knaben als auch von Mädchen fanden schon mehrcremal in unserer geschmackvoll erbauten Synagoge statt. Diese sämmtlichen Functionen werden von Herrn Dr. Sommerfeld unter Zustimmung und Beifall der ganzen Gemeinde verrichtet. Was die eben erwähnten Predigten anbetrifft, so sind dieselben streng religiös und athmen ein jugendliches Feuer. Bonn, 6. März. (Privatmitth.) Die Redaktion muß abermals ihren Grundsatz geltend machen, eine geschehene Wahl weder bekämpfen, noch, bevor von dem Gewählten wesentliche Schritte gethan sind, beloben zu lassen. Aus zwei, in den entgegengesetztesten Richtungen abgefaßten Berichten, die uns vorliegen, heben wir daher nur hervor, daß am 3. h.

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