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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-28 · Heft 13 (28.3.1840) · p. Seite 185

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 13 (28.3.1840)
Date
1840-03-28
Page
Seite 185 (sequence 13)
Language
German
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185 Das Wort der Wahrheit und der Liebe Wort, In lindem Säuseln nach dem wilden Sturm: Es fort und fort, von Zeit zu Zeit zu tragen, Won Welt zu Welt, bis es verstanden wird, Ist unser Amt, dem wir uns willig beugen, Ist unsre Ehr', ist unsre Herrlichkeit! Und giebt dies Wort uns granzendes Gesetz, Legt es Entbehrung in die schwache Brust, Um es zu wahren rein und unverfälscht: Des Geistes Wonne blühet innen auf, Und gießt Entzücken in des Herzens Raum! — Casus, Gewichtig Wort habt Beide Ihr gesprochen. In schnellem Fluge ging's dem Geist vorbei. Wol ist es nicht des Römers Werk, zu schaffen, Doch es zu bergen in der ernsten Brust. Wer Recht hat, mag's, nicht ich, ein Gott entscheiden. Dem losen Spiel des Griechen kann der Römer Die schwere Hand nicht leih'n, doch auch das Wühlen Im Tod der Dinge, wie's der Jude treibt, Er theilt es nicht. Mit würdig festem Arm Hat er die Welt und ihren Gang ergriffen, Und drückt sie unter seines Fußes Schritt. Die Wirklichkeit, wie sie in eherner Gestaltung sich aus dem Besitze formt. Hat er mit Kraft und Willen unterworfen. Und leitet sie nach sicherem Gedanken. Drum hat die Völker er vor sich gebeugt. Die Welt zu seinen Füßen sich gelegt Vom Jndusstrom bis zu der Tamesis. Wer wagt's zu widersteh'»? Von Volk zu Volk Hat mächtig er sein eisern Netz geschlagen, Deß' Knoten in der ew'gen Roma liegt. Saul. Was Menschen schürzten, können Menschen lösen. Zn Roma's Wuchs ist Roma's Sturz gelegen. Der Untergang der Völker schreitet schnell. Das jüng're nimmt des ältern Zepter sich, Um einem jüngsten ihn zu überlassen. Doch ewig bleibet Jsrael's Geschlecht, Besiegt ein Sieger durch der Zeiten Gang, Weil's nicht der Macht, weil es dem Geiste dient, Der unsichtbar die Welt zum Ziele leitet! Rückblicke auf die früher» 'Zustände der Juden in den deutschen Ländern. I. Die Juden unter den anhaltischen Markgrafen von Brandenburg. Unter mancherlei Züge der liberalen Denkungsart und Aufklärung der anhaltischen Markgrafen gehört auch ihre lobenswerthe Toleranz. Zu ihrer Zeit war es einzig, daß sie schon den edlen Gedanken faßten und ausführten, den Juden alle Rechte und Freiheiten anderer Einwohner zu ertheilen. Otto's Judenverordnung vom Jahre 1297, ist die erste in ihrer Art und enthält schon die weisen, menschenfreundlichen Grundsätze, auf welche man erst spät wieder zurückgekommen ist. Wir finden in den Urkunden der Geschichte der damaligen Zeit die Juden als wohlhabende, ansässige Einwohner der Mark beschrieben. In Stendal konnte seit 1292 ein Jeder das Bürgerrecht erwerben; nur mußte er zehn Mark Silber im Vermögen haben und jährlich ein bestimmtes Schutzgeld zahlen. So war es auch in Prenzlau, wo 1319 die Juden Bürger werden und eigene Häuser kaufen oder erbauen durften. So in Salzwedel, wo sie eine ganze Vorstadt, das Judendorf oder der Perm er (noch jetzt) genannt, inne hatten. So in Brandenburg, wo schon im Anfänge des 14. Jahrhunderts eine Synagoge erwähnt wird., Otto's Verordnung befahl, die Juden ganz wie Bürger in völliger Gleichheit der andern Einwohner zu behandeln, mit allen Rechten, wobei die Magisträte sie schützen sollten, mit allen Pflichten, so daß sie bei dem Zusammenschießen ' der Bürgerschaft zu den landesherrlichen Abgaben mit beisteuerten. Oft beschuldigte sonst der blutdürstige Aberglaube, Heiligthümer geschändet, Krucisixe durchstochen, Kinder heimlich beschnitten, Christenblut zum Passahfeste gebraucht, Brunnen vergiftet zu haben, und die Verfolgung erhob sich gegen die ganze Nation mit allen Greueln der fanatischen Wuth. Brausten die Mönche ein neues Wunderwerk, um ihre Einkünfte zu vergrößern, so webten sie in ihre abgeschmackte Erdichtung immer einen kirchenräuberischen Juden ein. Die Wallfahrten zu dem Wunderblute

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