Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1840)
- Date
- 1840-03-21
- Page
- Seite 165 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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165 lichen Glaubensgenossen für 2 Thlr.-! geleistet worden sind. Findet man also, daß die Feierlichkeit dadurch erhöht wird, daß Zeugen zugezogen werden, so wird das eben so nothwendig sein bei christlichen Eidesleistungen, und eine so kahl dastehende Bestimmung des Gesetzes, die blos auf Juden sich bezieht, finde ich daher nicht gerechtfertigt. Ferner hat man auch Vortheile in dieser Bestimmung finden wollen, weil dadurch eine gewisse Oeffentlichkeit eingeführt oder Schiedsgerichte vorbereitet würden. Nun, ich bekenne mich auch zu den Begünstigern beider Institute; es scheint mir aber nicht der Ort zu sein, gerade hier mit der Oeffentlichkeit anzufangen, da man nach allen Motiven, die sich namentlich am vorigen Landtage ausgesprochen haben, nicht eben geneigt ist, gerade die Israeliten mit zu vielen Wohlthaten zu überschütten. Was den Kostenpunkt anlangt, auf den von einigen Seiten kein großes Gewicht gelegt worden ist, so ist er doch auch einigermaßen in Berücksichtigung zu ziehen; er ist es, weil namentlich an den Grenzen bisweilen der Fall vorkommt, daß Zudeneide zu leisten sind, wo dann immer aus dem Auslande die nöthigen Zeugen zugezogen werden müssen, weil die Requisition nach Dresden und Leipzig noch mehr kosten würde. Hat nun ein Vertheidiger der Majorität, der zu Anfänge gesprochen, selbst diesen Punkt anerkannt, und deshalb ein Amendement in Aussicht gestellt, so liegt mir darin gerade ein Beweis, daß die Zuziehung der Zeugen aus diesem Grunde bedenklich sei. Das Amendement geht dahin, daß in solchen Fallen, namentlich an der Grenze, wo die Erlangung der Zeugen nicht so leicht sei, durch das Gesetz zu gestatten sei, daß sie wegfallen können. Ist aber der Wegfall in einem Falle möglich und unbedenklich, so muß er auch als allgemeine Regel gelten können. Das bestimmt mich also nur noch mehr, an dem Gutachten der Minorität festzuhalten, der ich mich übrigens freue, daß durch das Gesetz ein Fortschritt geboten wird, wenn dies auch nicht von allen Seiten geschehen ist. Abg. Zische: Der Abgeordnete Todt hat nicht undeutlich zu verstehen gegeben, daß diejenigen, welche für die Majorität gesprochen haben, zum Grunde hatten, den Israeliten von irgend einer Seite eine Unfreundlichkeit zu erzeigen. Ich gestehe, daß ich diese Tendenz nicht gehabt habe, und jene Beziehung von mir zurückweisen muß. (Fortsetzung folgt.) Preuße«. Marienwerder, 28. Febr. Von den circa 2808 jüdischen Kindern des Departements besucht etwa die Hälfte die christlichen und die andere Halste die jüdischen Schulen, und es giebt gegenwärtig 57 jüdische Privatlehrer im Departement. (Pr. Sr. Z.) Rosenberg (in Ober-Schlesien), 27. Febr. Die hiesige Zudenschaft hat unaufgefordert eine Kollekte zum Bau einer hier zu errichtenden evangelischen Kirche veranstaltet und die gesammte Summe den Kirchenvorstehern übersandt. Zn der begleitenden Zuschrift heißt es unter Anderem: „Mögen überall alle Vorurtheile weichen, jede Intoleranz schwinden, auf daß alle Menschen, welcher Religion sie auch angehören , als Brüder sich die Hand reichen können." (Pr. St. Z.) Berlin, 28. Febr. Die Akademie hat abermals für dieses Jahr die Concurrenz um den Michael- Beer'schen Preis eröffnet, der Termin ist auf den 12. Sept. d. Z> festgesetzt. Den Text der Aufforderung haben wir bereits in zwei früheren Jahrgängen gegeben, weshalb die Wiederholung unnöthig ist. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 9. März. Angekommen: Gedichten en Redevoeringen in de hebreeuwsche Taal door G. J. Polak. Amsterdam, 1836. Auch unter dem Titel: rfa bsmas n«53 *nsa rpttffi bis mm bba , mwn pchdw “"‘'X. — Gebeden der Nederlandsche Israeliten voor den eersten Dag van Ixet' Niewjaarsfeest. Bet hebreeuwsch in de beste orde bijeengebracht en nagezieti door G. J. Polak, en de nederduitsche vertaling, onder dezelfs toezigt bewerbt door M. 8. Polak. Amsterdam, 1839. (amn as> nsrsn tarn Vas ynam avb 817M2 rvHSbbJi). Paris, 1. März. In der ersten Lieferung der Arehives israelitcs de France beginnt ein Referat Über die hebräischen Manuscripte der Arehives du royaume, aus welchem wir einige Notizen ziehen wollen. Diese Manuskripte sind den Juden bei einer Berjagung aus Frankreich abgenommen worden. Wann? ist nicht sicher zu ermitteln, da mehrere Male den Juden ihre Bücher zurückgegeben wurden. Dieselben können daher wol aus ei- 12*