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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-14 · Heft 11 (14.3.1840) · p. Seite 154

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 11 (14.3.1840)
Date
1840-03-14
Page
Seite 154 (sequence 14)
Language
German
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154 dem weder er selbst noch seine Ncbenmenschen hoch! denken. — Heber den stolzen Ton, den er — Rabbi Samuel — in seinem Schreiben führt, und über die harten! Ausdrücke, die er gegen dich gebraucht, hättest du j weder erstaunen noch dich besonders gekränkt fühlen j sollen; es hat wol deiner Frage nicht nöthig, „wo | ist dieses Mannes Rechtlichkeit, wo seine religiöse! Frömmigkeit?" als wenn Rabbinen seiner Art, und! selbst die noch höher stehen möchten, hierin nicht ganz; dem gemeinen Manne gleichen; nur das Strafgesctzlich-Verbotene zu meiden, höhere Humanitäts-Pflichten aber gering, und kaum für religiöse Schuldigkeiten zu achten; sich stets und selbst in Worten zu mäßigen, ist nur den sittlich und wissenschaftlich gebildeten Männern eigenthümlich, mehr noch dem vollkommenen Weisen. Die meisten dieser herrschsüchtigen Geistlichen hingegen, vergessen schnell alle Demuth und scheinbare Unterwürfigkeit, da wo es sich um ihre Herrschaft, oder auch nur um ihr hohes Ansehn in etwas handelt, und keiner von ihnen will sich den frommen alten Rabbinen, son '2;xr:n, i und “Tto 12 DttÄ, ähnlich zeigen. — Darf nun keij ncr, der eine solche Stufe nicht erreicht, deswegen : als wenig rechtlich oder gar als ohne Religion bezeichnet werden, so fordere ich von dir, als meinem > Schüler, meiner Weise zu folgen, was gewiß zu 1 deinem Besten gereichen wird; setze du nämlich den Schmähungen Anderer keine Schmähungen entgegen, — gehöre lieber zu den Beleidigten, als zu den Beleidigern, wodurch ohnehin deine Worte herabgewürdigt würden, schaue jedes Mal zuerst zu Gott auf, und deine Rechtlichkeit wie deine Religiosität werden dich in Weisheit und Erkenntniß der Vollendung immer näher bringen. — Was den Traktat (des Rabbi Samuel über die Auferstehung) betrifft, so befremdet es mich, wie du dir es so angelegen sein lassen konntest, denselben zu überschicken, nur um uns hier (wie du sagst) einen Beweis von der Geistlosigkeit und Unwissenheit seines Verfassers zu geben; meinst du wol, daß ich diesen Rabbi, und selbst einen, der noch höher als er gestellt wäre, für fähig halten könnte, irgend etwas aus vollständige (begreifliche) Weise zu erfassen? Nein! wie jeder gemeine Volksprediger (der sich herausnähme, über Vernunftgegenstände zu reden) wird er stets nur albernes Zeug Vorbringen; und dennoch weiß der Himmel, wie er zu diesem erstaunlich lächerlichen Unsinn gekommen sein mag. Er kommentirt über die Segenformel beim Anblick eines israelitischen Friedhofes, das ist schon gut; nun er hätte besser gethan, die IOO Segensprüche sämmtlich abzuhandeln, als über die Natur der Seele zu sprechen, und sich in die Spcculationen der Philosophen über dieselbe, gleichviel seien es Hypothesen, oder erwiesene Sätze, einzulassen. — Doch (wir wollen ihn entschuldigen) es sind ohne Zweifel fremde verwirrte Gedanken, die er nur abschrieb, wie es denn auch viele gibt, die bei gleichem Abgänge aller wahren Geistesvorzüge, noch eitler als er sind, und in diesem Verhältniß auch noch größern Unsinn zu Markte bringen. — Ueber die Sache selbst (Auferstehung und Seelenunstcrblichkeit) habe ich bereits nach Yemen geantwortet, woher mir ähnliche Einwürfe, wie die des Genannten zugekommcn. Das Wesentliche ist, daß diese Leute, dadurch, daß sie das von den messianischen Zeiten Gesagte, auf die zukünftige Welt (Leben des reinen Geistes) übertragen, in irrthümliche Verwirrung gerathen. — Zu deinem Vorhaben, nach Babylonien zu ziehen, gebe ich meine Zustimmung, daß du, nämlich dort, eine Schule eröffnen darfst, um zu lehren und Recht zu sprechen; hauptsächlich beschäftige dich ein j fleißiges und gründliches Studium der Sammlung j (der 14 Bücher). — Nebstdem sollst du, mit Ausj schluß alles andern, über die rvDiH deS 2-, (Alfassi) lesen und denselben stets mit unserem Werke vergleichen: findet ihr irgendwo Meinungsverschiedenheit, so wisset, daß eine sorgfältige Erörterung der einschlä-

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