Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1840)
- Date
- 1840-03-14
- Page
- Seite 153 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Literatur. Ein Brief des M a i m u n k. (Schluß.) Was ich von jenem Herrn Zacharias *) halte? Er selbst hält sich für einen sehr großen Mann, indem er sich mit Expliziren und räsonnirendem Vergleichen (des Talmud) viel zu thun gemacht und hierin Fertigkeit erlangt, meint er das letzte Ziel erreicht zu haben, und der Erste seines Zeitalters geworden zu sein. Nun aber ist es dir, mein Sohn! bekannt, und vor Gott könnte ich es ja noch weniger leugnen, daß selbst die größten Gelehrten in Israel, in meiner Achtung nur allein in dem Verhältniß des Werthes stehen, welchen ich ihren auf uns gekommenen Reden und Schriften zuerkennen muß; bekannt ist auch der Ausspruch: „Jene Mflerions- „Weisen, wie sie seit den Zeiten der beiden babylo- „nischen Schulhäupter •’-on und (ums Jahr „330) in Schwung gekommen, seien (für den Den- „ker des Allgemeinen wie 'sot “p ‘pirn ^“i) etwas „Geringes." — So gewiß nun Dergleichen mir etwas nur Geringes sind, so wenig kann ich mich, von den Einwürfen dieses armen (sich allein in jenen bewegenden) Mannes, stark betroffen fühlen; armselig im eignen Wissenskreise, in jedem andern gänzlich unwissend, ist er mir gegenüber wahrlich nur als ein plapperndes Kind zu achten, und doch hat er auf seine Weise Rechts Jndeß beschränkt sich seine Kritik blos auf meinen Commentar zur (erstes Jugendwerk des Maimuni) und ich denke, die Stel- °) Ein sonst unbekannter rabbinischer Gegner des Maimuni. len zu berichtigen; der Himmel weiß, daß ich in Mehrzahl derselben, durch ältere Lehrer aus der Geonim-Reihe, irre geleitet worden bin, die ich aber aus Schonung nunmehr (während des Streites) nicht nennen will; gesetzt indeß, daß die gerügten Fehler sämmtlich mir allein zuzuschreiben sein, wo habe ich mich je gerühmt, den größtmöglichen Grad der Vollkommenheit erreicht zu haben; noch weniger dürfte ich behaupten, daß ich im Einzelnen (meiner Schriften) nie irren könnte; im Gegentheil, werde ich stets darauf bedacht sein, in allen meinen Arbeiten, seien es Darstellungen fremder (positiver) Sätze, oder Vortrag eigner Gedanken, Fehler und Jrrthum zu verbessern und zu berichtigen, gleichviel, ob ich zu deren Kenntniß durch mich selbst oder durch Andere gelangen sollte, was doch weniger Ueberwindung kosten möchte, als das Bestreben, sittliche, ja auch Temperamentssehler zu korrigiren; was mir auch Pflicht ist. — Inzwischen hat sich Rabbi Zacharia schriftlich und zwar mit vieler Bescheidenheit gegen mich entschuldigt; aber auch von dem akademischen Oberhaupt erhielt ich ein zweites Schreiben. — Wiewol ich nun weiß, was von diesem Allen zu halten ist, und daß dabei die Absicht blos dahin gehet, eine Antwort in die Hände zu bekommen, so verlange ich von dir, theurer Sohn! daß du dir jedenfalls einen Mann nicht zum offnen Gegner machen möchtest, der dir gegenüber, immer durch Ansehn des Alters das ersetzen würde, was ihm an Wissenschaft abgehn möchte; der Himmel bewahre dich übrigens vor solchen Menschen, die, während sie keine Art wahren Verdienstes haben, doch schlau genug sind, Andern eine hohe Meinung von sich bcizubringen, überdies auch eitel genug, um zu glauben, diese Meinung wirklich verdient zu haben; so wie ich dir anderseits rathen möchte, demjenigen mit Achtung zu begegnen, von