Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1840)
- Date
- 1840-03-07
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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135 Crömieux, die Entgegnungen dieser passenden Rede zu vernichten. Das Tribunal hat durch seinen Urtheilsspruch erklärt, daß der Rabbine, indem er seinen Beistand zur Leistung des Eides more judaico verweigert, seiner religiösen Ueberzeugung, selbst den Befehlen seiner Vorgesetzten gefolgt sei, daß diese Verweigerung seines Beistandes für eine Thal geschah, welche sich auf die Ausübung seiner religiösen Vorschriften, (welche die Anklage gegen ihn veranlaßt hatte) bezog, daß das Tribunal keinen Rechtspruch thun könne, daß, wenn man behaupte, der Rabbine habe seine Pflichten verkannt, indem er sich über einen so zarten und wichtigen Gegenstand, wie der Eid more judaico ist, so aussprach, wie er es thun zu müssen glaubt, so wäre dies ein Mißbrauch, dessen Kenntniß das Concordat und die Spezialgesetze dem Staatsrathe übertrügen. Folglich wurde die Anklage gegen den Rabbinen verworfen. Nach der Verhandlung vereinigten sich die Advocaten von Saverne zu einem Gastmahle, das sie für Herrn Crömieux veranstaltet hatten. Die größte Herzlichkeit, die Beweise der lebhaftesten Achtung, haben dem Advocaten bewiesen, welches Mitgefühl er erregte. Der Vorsteher, Herr Didier, brachte einen Toast aus auf das Wohl der Advocaten zu Paris und des Herrn Cremieux, dessen beredete Vertheidigung alle Stimmen anzog, und die Advocaten haben sich verbunden, zu dem Erfolg eines edlen Werkes beizutragen, für welches sie die aufrichtigsten Wünsche hegen, um die vollkommene Wiedergeburt der Juden des Elsaß, welches so herrliche Beispiele zur Nachahmung vor sich habe, zu erreichen. HerrCrömieux hat mit der lebhaftesten Bewegung in seinem Namen und im Namen der pariser Advocaten geantwortet. — (Fortsetzung folgt.) Belletristik. Es ist schon häufig der Mangel an größeren Gesangstücken, welche bei besonderen Synagogenfeierlichkeiten gebraucht werden könnten, und dennoch auf israelitischem Boden erwachsen find, gefühlt und beklagt worden. Zunächst fehlt es allerdings an Stoffen, die dem Künstler zur Bearbeitung vorlägen. Aus diesem Gesichtspunkte entstand der folgende Text zu einem Oratorium, welchen wir in einem der letzten Hefte des Predigt - und Schul - Magazins gaben, den einem größern Kreise mitzutheilen wir ersucht wurden, und der, so er musikalische Bearbeitung fände, schon bei Trauerftierlichkeiten mannigfache Benutzung darböte. Sollte sich ein Komponist mit dem Gegenstände vertraut machen, so sind wir gern erbötig, mit dem Texte nvthwendige Veränderungen vorzunehmen. Der Redakt. Moses auf Nebo. Ein Oratorium. Chor der Engel. Frommer Pilger, steig heran. Zu dem Ende deiner Bahn, Unter Felsen, über Höhen — Vor des Wildbachs Sturz vorbei. Vor des AarS Einsiedelei, Auf dem hohen Firn zu stehen! Frommer Pilger, klimm' herauf, Freudig schau'n wir, daß dein Lauf Auf der Erde hier vollende — Wo cs ablauft mit dem Staub, Flücht'gec Zeiten feigem Raub, Da beginnt des Himmels Spende! Frommer Pilger, zögre nicht. Zwischen Erd' und Himmelslicht Ragt des Nebo Haupt hier oben — Und ein rosig Morgenroth Soll umfangen deinen Tod, Von der Engel Chor gewoben! Moses. Recitativ. Das Ziel, es ist erreicht. Auf steilem Pfad bin ich emporgeklommen. Und über Menschen stch'ich hoch erhaben: Mein Auge schweifet über Land und Meer — So wollc's der Herr! Chor der unsichtbaren Engel. Es ist sein Ziel, Er klomm empor. Die Pfort' ist auf, Der Himmel Thor! Moses. Recitativ. Was schau' ich? ist's ein Traum, Der über die entschlafne Seele kommt? Im Nachtgesicht,