Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1840)
- Date
- 1840-03-07
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Wenn sich mein Geist erhob, In der Erscheinung glänzenden Gestalten Sah ich des Herrn, Sah ich des Weltenschöpfers Herrlichkeit — Doch hier das Land Der Vater und des Volks, Das mir gehört, das meine Schöpfung ist — Ist Erdenherrlichkcit! Arie. Wer deutet mir, Was hier mein Aug' erschaut, Gefild und Höh', Und Wald und See, Und wo es fließt, und wo es thaut, Ersteht die Pflanze und das Thier! Wer deutet mir, Was hier mein Aug' erblickt, Der Städte Zahl, Am Berg, im Thal, Wohin ich schau', seh' ich entzückt Der hohen Zinnen goldne Zier! Wer deutet mir, Was hier mein Aug' ersieht. Der Krieger Heer, Der Könge Wehr, Der Eine siegt, der 'Andre flieht, In raschen Treibens wilder Gier! Raphael und Uriel. Raphael. Recitatrv. Uns sendet der Herr! Zu deuten den unübersehbaren Pfad Durch trüber und heller Zeiten Gespann Dem treuen geliebten Gottesmann. Raphael. Terzett. Durch düstre Wüsten ist dein Pfad gegangen, Der Sterbliche betritt sie nur mit Bangen, Wir leiteten dich ungesehn hindurch Zur Gottesdurg. Uriel. Durch düstre Wüsten ist dein PAd gegangen. Dein Heldenmuth könnt' nur zuns Ziel gelangen, Wir leiteten dich ungesehn hindurch Zur Gottesburg. Moses. Durch düstre Wüsten ist mein Pfad gegangen, Es sollt' mein Volk als herrlichstes erprangen, Wer leitete mich unsichtbar hindurch Zur Gottesburg? Raphael und Uriel. \ Des Lebens Preis hast du gewonnen!! Moses. / Hab' ich des Lebens Preis gewonnen? ) Raphael, Uriel, Moses. Der Herr verleiht allein den Sieg! Chor der Enget. Was des Sterblichen Hand entspringt. Ob es schwindet, ob es gelingt — Der Herr lohnt Will' wie That, Doch die Kraft verleiht er nach seinem Rath! Raphael. Arie. Wem die Leidenschaft Brennt im Busen, Wem die dunkle Macht Raubt die Ruhe, Ist die That vollbracht Um die Mitternacht: Träufeln Gift der Reue Schlangen Zn des wunden Herzens Kammern, Und Verzweiflung folgt der That! Uriel. Wer die Leidenschaft Kräftig fesselt, Wer die dunkle Macht Bringt zur Ruhe, Wer mit weisem Rath Schafft die reine That: Friede weht um seine Wangen, Balsam in des Herzens Kammern, Segen folgt der reinen That! Ehor der Engel. Was des Sterblichen Hand entspringt, Ob es schwindet, ob es gelingt — Der Herr lohnt Will' wie That, Doch die Kraft verleiht er nach seinem Rath! Raphael. Recitativ. Schau dort nach Mitternacht, Wo der Jordan fluchende Wellen Durch Auen rollt, Durch Patmeuhaine, Hinab zu des todten Meeres Graun: Da wird Josua das Volk hinüberführen, Die heilige Lade, Israels Hort, Bei ihrem Nah'n Theilt sich der Strom Zu hohen kristallnen Mauern. Arie. Dort schimmern Jerichos Zinnen Im lichten Sonnenstrahl, Sie können dem Sturz nicht entrinnen Beim Hellen Dcommetenschall. Es fallen goldene Kronen Won hundert Häuptern herab, Es steigen von ihren Thronen Wohl hundert Kön'ge in's Grab.