Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1840)
- Date
- 1840-02-22
- Page
- Seite 114 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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114 ich, was kommen werde, so ziemlich vorausgesehen, habe ich vielmehr die Gewißheit, daß sich die Dinge das Dogma der Auferstehung des Leibes, Verdacht gegen Maimuni erregt, und der daraus entstandene Lärm gab die Veranlassung zum offnen Streite, bei welchem Rabbi Samuel Halevi in Bagdad, ein Rabbine von vielem Ansehen und vornehmer Herkunft, als erster Kampfer auftrat. Da ec die Schule, der er verstand, in jenen Gegenden als Fortsetzung der uralten Babylonischen Akademien (die mit dem Tode des letzten Gaon Rabbi Hai [1038] völlig aufhörten) geltend zu machen wußte, so erließ er mit der anmaßlichen Autorität eines Gaon (welchen Titel er sich auch geben ließ,) verschiedene gesetzliche Entscheidungen, im Widerspruche mit maimunischen Bestimmungen, und schrieb zu gleicher Zeit einen Traktat über die Auferstehung, den er an die Gemeinde in Pemen gerichtet. — Wider ihn kämpfte zuerst Joseph den Eknin in Aleppo, der geliebte Schüler des Maimuni; wie es indeß scheint, nicht mit großem Vortheil, daher er in Briefen, die wir aber nicht besitzen, seinen Lehrer angefeuert zu haben scheint, den Streit selber zu ergreifen, und kräftig durchzuführen. Dieser nahm zwar nunmehr den Streit auf, und führte ihn mit Ernst und Würde, suchte jedoch den Feuereifer seines jungen Freundes zu mäßigen. — Correspondenz wie Streitschriften waren ursprünglich arabisch geführt und erlassen. Später wurde ein Thcil derselben, von dem bekannten Freunde des Maimuni, Rabbi Samuel Eben Tibon aus Lunel, ins Hebräische übersetzt, von welcher Arbeit, ein trefflicher Traktat über die Auferstehung, zwei gelehrte und gewandte Antworten an gedachten Rabbi Samuel aus Bagdad, und der vorliegende Brief, dieser jedoch nur abgekürzt, (alles geschrieben im Jahre 1190) bis auf uns gekommen sind. — So viel zu besserem Berständniß für unkundige Leser. — . Was die gegenwärtige Uebertragung betrifft, so konnte sie freilich nicht durchaus eine wörtliche bleiben, so sehr dies auch angestrebt ward; ob indeß der Sinn des Meisters genau und vollständig erreicht wurde, (ist Maimuni in jeder Bedeutung Meister des StylS, so ist er es vorzüglich im Sinne von Schillers bekanntem Dichterworte), mögen Kenner beurtheilen, da in diesen Blattern kein Raum für begründende Anmerkungen sich finden dürfte. — Nur eines soll erwähnt werden, daß man zu Anfang gleich, vN2 T’:'", gelesen, weil nämlich Sna gar keinen Sinn giebt; wonach der Plural örta einem gewöhnlichen Sprachgebrauch gemäß, wol auch vermöge des Ausdruckes n2£p», der sich in der Aufschrift erhalten, sich auf das arabische Originalschreiben beziehet. — Daß aber die oben in Klammern eingeschlossene Worte, dem epitomirenden Uebersetzer gehören, beweist ohnehin das am Ende derselben, welches die Uebersetzer, dem arabischen analog, unmittelbar vor dem eigentlichen Texte zu setzen pflegen. — N. K. gerade so zugetragen haben müssen. Die Verschiedenheit meiner jetzigen Gemüthsstimmung von der deinigen, lieber Sohn, den Gott erhalten wolle! ist es allein die den Unterschied macht. Mir haben Jahre und Schicksale — auch dafür sei Gott gedankt — den Stolz gebeugt; auch geistige Lebensanschauungen und wahre Wissenschaft trugen dazu bei, daß ich nunmehr auf Ehren ganz verzichte, und selbst Erniedrigungen öfter übersehe; während du Sohn, den Gott beschützen möge, im brausenden Jugendalter und bei ungedämpfter Temperamentswärme, deiner nicht mächtig bleibest und unvermögend wirst all diesen Bedaurlichkeiten gelassen zu begegnen. — Vernimm daher, was ich dir als allgemeine Prämissen eknzuschärfen für nöthig erachte. — Als ich zur Fassung dieser Sammlung (der 14 Bücher) schritt, war die Absicht nicht, mir mit derselben große Autorität bei dem jüdischen Volke oder auch nur Berühmtheit zu gewinnen. Gott weiß es, die Arbeit wurde ursprünglich nur meinetwegen, und um der Ruhe meines Geistes willen unternommen, damit ich nicht jedesmal das Zerftreuete (in den rabbinischen Quellen) aufsuchen müßte, um dann erst mittelst Erörterungen und Durchführungen des Für und Wider, zu dem mir etwa nöthigen Resultate zu gelangen. Erst im Alter, — Dan? dem Himmel, der mich so weit erhalten — eiferte ich um des Herrn willen, als ich nämlich die Nation ohne positiven Codex sah, in welchem die Vorschriften der Wahrheit gemäß dargestellt, und in anschaulicher Weise, ungemengt mit Streit und Jrrthum mancherlei Art, vorgetragen würden. Da vollendete ich was ich hierin gethan, allein zur Ehre Gottes. — Dieses ist nun Ein Hauptpunkt. — Ein zweiter ist, daß ich schon während der Abfassung merkte und gewiß ward, daß mein Werk zum Theil in die Hände solcher kommen werde, welche, indem sie durch dasselbe entweder ihren eignen Unwerth, oder doch die Mangelhaftigkeit ihrer Einsichten gewahren werden, aus Bosheit und Neid, es herabzusetzen, und auch dessen Schönstes als ungestaltet darzustellen, suchen werden,; dann auch zu Händen des verdummten Unwissenden, der nicht begreifen wird, was Großes damit bezweckt wurde, und es daher von wenig Nutzen erachten wird. — Der dünkelhaft« Halbkenner wird manches darin zu widerlegen finden, und zwar aus dem Grunde, weil