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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-22 · Heft 8 (22.2.1840) · p. Seite 113

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 8 (22.2.1840)
Date
1840-02-22
Page
Seite 113 (sequence 13)
Language
German
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Literatur. Archäologie. Homiletik. Literatur. Ei» Brief des Maimnni. Vorbemerkung der Redaktion. In jüngster Zeit haben sich die Anfeindungen gegen Maimuni mit einer wahren Wuth erneuet. Man hat es nicht über sich gewinnen können, ruhig und besonnen, wie es nach so vielen Jahrhunderten sich geziemet, diesen großen, umfassenden Genius zu beurtbeilen, und ihm seine Stellung im Judenthume historisch und kritisch zu vindiciren. Man hat, was immer ein Zeugniß eines seichten Studiums ist, ihn vernichten wollen, aber das ist ein vergebliches Bemühen. Eitle Erklamationen vermögen das nimmer. Maimuni, der die griechische, insonders die peripatetische Philosophie gleicherweise wie die Offenbarung und Tradition umfing, der, nach seinem großen Vorbilde, dem Stagiriten, dies eben so sehr mit ungeheurem realem Wissen, wie mit logischem Scharfsinn und metaphysischer Spekulation versuchte, ist nicht mit leichtem Schwerte, an einer Tagespolemik geschliffen, umzuhauen. Gerade indem Maimuni Philosophie und Offenbarung zu vereinen strebte, hat er uns als dunkelste Parthie seines Genius den Jncidenzpunkt seiner Philosophie und seiner Theologie, seines philosophischen und seines theologischen Systems, hinterlassen. Diesen suchet zuvörderst zu eruiren, und nur von da aus könnte es gelingen, seiner Autorität die Schwache abzugewinnen. Das wäre löblich. Unredlich aber ist es, zu jagen, stoßet die Moral des Maimuni von Euch, ohne zu demonstriren, welche sie ist, wahrhaft ist. Unredlich gegen den erlauchten Schatten eines solchen Heros. Wer so gerungen nach allen Moralbegriffen, wie Maimuni in seinen Sch. Perakim, der verdient von dankbaren Enkeln ein anderes Loos! Mittlerweile tragen wir hier einen Stein herbei, zu dem Bauwerk der subjektiven Persönlichkeit des Maimuni, für das allgemeine Publikum. Aus eigenem Worte über sein Ich und sein Werk ergiebt sich vieles Licht über Werth und Unwerth. Wir se» hen hier Maimuni, eifrigen Gegnern und Hassern gegenüber, eine Ruhe und sichere Gelassenheit bewahren, die des Weltweisen wahrhaft würdig ist. Mit solchem Geiste blickt er noch jetzt auf uns, und fordert die Kinder einer neuen Zeit aus, ihn partheilos und würdigend zu prüfen. Das allgemeine Publikum kann nicht selbst Schiedsrichter sein; da muß ihm denn durch die Persönlichkeit selbst ein Standpunkt gegeben werden, und wie könnte dies besser geschehen, als durch die eigenste Portraitirung. Wir geben daher sehr gern folgende, uns zugesandte Uebersetzung eines Schreibens des Maimuni, Freunden und Feinden zur Prüfung und Mahnung. — Fragment eines Briefes an Joseph ben Eknin von seinem großen Lehrer und Freunde Mose Maimuni. —*) (Im Eingänge wird an das Vorzügliche allgemeiner Maximen, im Thun wie im Lassen erinnert, woraus dem Vernünftigen die Pflicht erwachse, in Allem vorerst die rechte Bahn aufzusuchen, auf der fortgeschritten werden soll. — Er — Maimuni — fährt dann in Folgendem fort. —) Du mußt wissen, daß ich über die Richtigkeit deiner Angaben keineswegs zweifelhaft bin. Indem *) Maimuni, von seinem Geburtslande, dem maurischen Spanien, nach Aegypten ausgewandert, behielt für die gelehrten Rabbinen in Europa insbesondere für die in Spanien und Südfcankceich aufrichtige Hochschätzung, wahrend die Orientalen in Syrien, Babylonien und Jemen, von ihm tief verachtet wurden. — (Man sehe nur •vnn ins No. 35.) Was Wunder, daß sie ihm einen Haß entgegensetzten, von dem sich noch viele Jahre nach seinem Tode Spuren finden. Als nun seine, noch jetzt und mit Recht berühmte, 14 Bücher enthaltende Sammlung aller Vorschriften in Lehre und Gesetz ans Licht kam, wurden sie sofort von jenen Rabbinen des Ostens angefeindet. Kurz darauf (1188) wurde, in Beziehung auf

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