Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1840)
- Date
- 1840-02-22
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Sprachunterrichte auch dm eines Theils der Bibel zu verbinden. Um aber den Unterricht so umfassend als möglich zu machen, und zugleich der Schule im Voraus jenes moralische Ansehen zu geben, dessen eine entstehende Anstalt nimmermehr entbehren kann, bedurfte es des Anschlusses eines Mannes, wie unseres verehrten Predigers, H. Dr. Sachs, der auch wirklich neuerlich erfolgte, und die Größe von Vertrauen, dessen das Institut mit jenem erfreulichen Ereignisse genießt, läßt sich daraus ermessen, daß seit dem neuen Lehrkurse, der am 1. November d. I. eröffnet ist, sich über 100 Schüler — worunter viele Erwachsene — zum Besuche dieser Schule anmeldeten. Und jetzt, da in der Hauptsache alles Wünschenswerthe geschehen, bedarf es nur noch der Errichtung einer Elementarklasse, Behufs des Unterrichtes im hebräisch - Lesen und im Uebersetzen der Gebete, um bei den Kräften, die ihr jetzt schon zugewendet sind, von dieser Schule das Beste für die Zukunft erwarten zu können. Aus dieser Darstellung ersieht man, wie viel Gutes von dem Momente an, als man angefangen hat, ernstlich zu wollen, trotz so vielen Widerstrebens begründet und gefördert wurde, und wie viel des Guten gefördert werden könnte, wenn Alle mit einem Herzen und einer Seele dem Besseren, ohne Rücksicht darauf, von wem es ausgeht, sich zuwendeten, wenn auf der einen Seite aus Vorwitz und unzeitiger Neuerungssucht nicht zu viel begehrt, auf der anderen Seite aus Sprödigkeit und Sucht zu widersprechen nicht zu viel versagt würde, kurz, wenn wirkliche, herzliche Einigkeit herrschte, die aber unter den jetzigen Umständen nur dadurch herbeigeführt werden kann, wenn die oberste Leitung unserer religiösen Angelegenheiten einem Manne übergeben wird, der mit einer tiefen talmudischen Gelehrsamkeit einen so hohen Grad von Aufklärung verbindet, um Fragen von allgemeinem religiösen Interesse nicht nach der Laune und Bequemlichkeit des Einen, oder nach der Beschränktheit des Anderen, sondern in einem höheren Sinne, im Sinne eines ächten, unverdorbenen, jüdischen Glaubensbekenntnisses, auf rein wissenschaftlichem Wege, zu lösen. Und auch in dieser Beziehung ist schon Vieles geschehen, indem die Anstellung Rapoports durch das hohe Landesgubernium genehmigt und nur noch die Allerhöchste Dispens wegen Mangels einiger Belege einzuholen ist. Wir hoffen übrigens von der Gnade unseres väterlich gesinnten Monarchen, daß auch hier die dringend gefühlten Bedürfnisse der Gemeinde eine Allerhöchste Berücksichtigung finden, und daß da, wo der Name eines Mannes das beste Zeugniß abgiebt, andere Zeugniße als entbehrlich angesehen werden. °) 0. Geschichte. Aphorismen über die Geschichte der Israeliten in Ungarn. Von Leopold Löw. (Fortsetzung)"). IV. Professor Schwartner und der Talmud. Die Erwähnung des Professors Schwartner in Pesth (S. 630. b) führt uns auf dessen Ansicht von der politischen Stellung und bürgerlichen Verbesserung der Juden in Ungarn. Die Aphorismen, welche ohnehin keine chronologische Ordnung beobachten, unterbrechen also auf einen Augenblick die Erzählung längst vergangener Begebenheiten, um das Urtheil eines Gelehrten zu referiren, welches ebenfalls der Geschichte und der geschichtlichen Würdigung anheim gefallen, und wol dem größten Theile der Leser dieser Aphorismen unbekannt sein dürfte. Rücksicht muß auf dieses Urtheil eines deutschen Gelehrten in Ungarn schon deßhalb genommen werden, weil dessen Statistik in den meisten ungarischen Schulen als Leitfaden bei Vorlesungen gebraucht wird, °) Dieser Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen, wie wir vor Kurzem mclveten. Redakt. °') No. 100 dieser Blatter bitte ich folgendes zu berichtigen: S. 630. A. 4. statt wenn wann, dann das. Z. 5. statt: in der nächsten Nummer, in einer der nächsten Nummern.