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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-22 · Heft 8 (22.2.1840) · p. Seite 111

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 8 (22.2.1840)
Date
1840-02-22
Page
Seite 111 (sequence 11)
Language
German
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ili und demnach von nicht geringem Einflüsse auf die öffentliche Meinung sein kann. In diesem Augen« blicke verdienen die Aeußerungen dieses Statistikers um so mehr beleuchtet zu werden, als die Zudensrage in Ungarn bereits die Aufmerksamkeit des Reichstages auf sich gezogen, und die an beiden Tafeln darüber gepflogenen, vom Geiste ächter Humanität geleiteten Verhandlungen schon bisher zu schönen Resultaten geführt haben. Prof. Schwartner spricht sich, nachdem er, wie sich in den folgenden Nummern dieser Aphorismen zeigen wird, im vorhergehenden Paragraph Wahres und Falsches untereinandergeworfen, §. 31 seiner Statistik folgendermaßen aus: „Eine andere Landplage für Ungarn sind unge- „fähr 40,000 Zigeuner, deren bürgerliche Verbesse- „rung zwar eben nicht um vieles, jedoch um et- „was leichter sein müßte, als eine bürgerliche Pacing enesie der Juden, auch schon weil der Zi- „geuner, obgleich nur des Pathengeldes „wegen, doch getauft ist, und der Mangel „an Religionsunterricht (der Unglaube) sich über- „haupt ungleich leichter ersetzen läßt, als es den „verrückten Talmudisten, von dem, alle Vernunft ^empörenden Aberglauben zu heilen möglich ist." Diese im Jahre 1809 ausgesprochenen Worte hat Bielek in seiner Statistik von Ungarn im Jahre 1839 nachgesprochen, und gezeigt, wie schwer cs sei, Vorurtheile und pöbelhafte Meinungen abzulegen, wenn man nicht mit Belesenheit und Gelehrsamkeit gesunden Verstand, ein gebildetes Herz und Kenntniß des Levens verbindet. Ja, die gelehrten Kathedermänner zeigen hinsichtlich der Judensrage, wie in Rücksicht auf manches Andere, gerade die größte Befangenheit, und können sich von den falschen, alle Vernunft und - Rechtlichkeit empörenden, wie aller Erfahrung Hohn sprechenden, Vorstellungen -durchaus nicht lossagen. S i e ziehen sich durch das wiederholte Auftischen längst widerlegter Anschuldigungen den Vorwurf der Unheilbarkeit zu, welchen sie den Talmudisten in so derben, eines Gelehrten unwürdigen Ausdrücken zu machen gewohnt sind.' Was ins Besondere unsere Statistiker betrifft, so erregt ihre aufrichtige Naivetät eben so sehr unser Erstaunen als ihre engherzige, inhumane Gesinnung. Aus dem Zigeuner ist doch noch etwas zu machen, meinen sie, denn er ist doch getauft, und sei dies auch nur äußerlich, ohne alle und jede Sinnes¬ und Sittenreinigung, und, wie sie selbst sagen, nur um des Pathenlohnes wegen geschehen; aber der Jude, der Talmudist, dem sein Glaube, für den seine Väter gelebt und gestorben, für kein Trinkgeld und für keinen Preis seil ist, und der das höchste irdische Gut, die bürgerliche Existenz, dem religiösen Leben mit Achtung gebietender Resignation opfert, ist verrückt, unheilbar, und seine bürgerliche Wiedergeburt soll mit so ungeheuren Schwierigkeiten verbunden sein. Und dies Alles des Talmuds wegen, eines Buches, für dessen ärgste Schattenseiten sich Analogien in Werken Nachweisen ließen, — Analo» gien, welche die Jünger Eisenmengers zum Schweigen und Erröthen bringen müßten. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Di. Verlagshandlung. Die Realschule zu Erfurt. Die unter der Leitung des Unterzeichneten stehende Realschule ist durch Erweiterung der in dem Jahre 1820 errichteten mathematischen Lehranstalt gebildet worden. Der Zweck derselben ist: die wissenschaftliche Ausbildung für jeden praktischen Beruf, der gediegene Kenntnisse und allgemeine Bildung fordert. Die Anstalt bestehet aus vier Klaffen, und der Unterricht wird durch 12 Lehrer ertheilt. In der vierten Klasse werden die Schüler ausgenommen, sobald sie mit den ersten Elementen des Unterrichtes bekannt sind, und die vollständige Ausbildung derselben in den verschiedenen Klassen geschieht nach und nach in solcher Weise, daß diejenigen welche den Cursus der ersten Klasse beendet haben, in dem vollen Besitz aller der Kenntnisse sein müssen, die nach der „vorläufigen Instruction zur Anordnung von Abgangsprüfungen von der höher» Bürger- und Realschule" zur Erlangung eines Zeugnisses der Reife erforderlich find, durch welches die Schüler aller der Begünstigungen theilhastig werden, die früher schon in Folge des Besuches der höher» Klassen der Gyinnasien, zugestanden worden sind. Montag den 27. April beginnt ein neuer Lehrgang, und bittet der Unterzeichnete, die Anmeldungen zur Aufnahme neuer Schüler ihm recht bald zukommen zu lassen. Gern ist derselbe, alle erforderliche Auskunft zu geben, erbötig, und wird auf Verlangen sehr achtbare Fa-

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