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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-22 · Heft 8 (22.2.1840) · p. Seite 109

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 8 (22.2.1840)
Date
1840-02-22
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
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109 ausgedehntere Repräsentation gewinnt, andererseits aber die Beschlüsse des Vorsteher-Amtes, wenn sie durch die Meinung von unabhängigen Männern, die in den Geschäftsgang eingeweiht sind, unterstützt werden, einen viel größeren Einfluß üben müssen, obwol die persönliche Achtung, deren unser erster Vorsteher genießt, keiner weiteren Zuthat bedarf. Jener vergrößerte Einfluß ist besonders den hohen Behörden gegenüber von Wichtigkeit, und der Nutzen jener Einrichtung dürste sich besonders bei Fragen, worin es sich um Erweiterung der politischen Vortheile der Juden handelt, kund geben. Nur Schade, daß man sich in dieser Hinsicht nie den ersten Schritt zu thun erlauben zu dürfen glaubt.-Die Zeit des vereinten Wirkens dieser Männer ist noch zu kurz, als daß man bei den Hemmnissen, aus die man hier bei jedem Schritte, den man vorwärts machen will, schon zu sehr zu stoßen gewohnt ist, ein sichtbares Resultat erzielt sehen sollte; indessen stehen viele Verbesserungen für die nächste Zukunft zu erwarten; so sieht das israelitische Spital einer baldigen neuen Gestaltung entgegen, und das sogenannte w-nun ms soll durch das Bestreben jener Männer dem wohlthätigen Einflüsse einer gediegeneren Bildung nicht entzogen werden. In welchem vernachlässigten Zustande sich dieses Institut befindet, und wie wenig es in dieser Gestalt dem Sinne der großmüthigen Stifter entsprechen könne, darzuthun, wollen wir uns für eine spätere Gelegenheit Vorbehalten und einstweilen jedem unpartheiischen Augenzeugen selbst zu beurtheilen überlassen. Hier kann cs nur darum zu thun sein, auf das Gute, das im Anzuge ist, hinzudeuten, und da begegnen wir wieder unserem thätigen M. I. Landau, der seitdem er erster Vorsteher geworden, unablässig bemüht ist, diesem Institute durch Errichtung eines ordentlichen, denBedürfnissen entsprechenden Erziehungshauses eine bessere Gestaltung zu geben, dessen Realisirung aber bis zu einer anderen Zeit verschoben werden mußte, worin man sich theils durch Erfahrung, theils aufmerksam gemacht durch die herrlichen Vorträge unseres Predigers, H. Or. Sachs, von dem schlechten, bisher verfolgten Erziehungssystem der jüdischen Jugend allgemein überzeugt hat, und bis die Gemeinde, von einem bessern Geiste beseelt, vier Männer mit ihrer Repräsentation betraut hatte, die edelmüthig genug sind, sich mit Geld und andern Opfern ihrem ersten Vorsteher zur Erreichung eines so schönen Zweckes anzuschließen. Das Gebäude ist nun fertig, an Zöglingen wird's auch nicht fehlen, und es bedarf nur noch eines muthigen Anlaufes, um ein Werk zu vollenden, dessen wohlthatige Folgen gewiß bald im ganzen Lande verspürt werden müssen, wenn es wahr ist, daß dieses Institut nicht nur armen, sondern auch Kindern solcher Eltern offen stehen soll, die für die Erziehung ihrer Kinder wol etwas thun können oder wollen, aber durch das, nicht alles Vertrauen rechtfertigende Hauslehrerwesen, nicht zum Ziele zu kommen hoffen dürfen. Zur Ergänzung dieses kaum noch mehr als im Keime bestehenden Institutes ist ein neues oder vielmehr ein altes, aber durch mißliche Umstände den Verfall drohendes Institut neu und in einer ausgedehnteren Gestalt ins Leben getreten. Es ist dieses die mit der Normalhauptschule seit vielen Jahren in Verbindung stehende Schule des als Literat bekannten H. Wolf Meyer. Diese Lehranstalt, sonst meist von solchen besucht, die sich dem Lehrstande widmen wollten, gerieth zu einer Zeit, worin man sich begnügte, wenn das Kind nur etwas von der Pflichtenlehre und Bruchstücke aus der Bibel, mit moralischer Nutzanwendung nach Art der äsopischen Fabeln herplappern konnte, und alles Andre als unnöthigen, Zeittödtenden Trödel betrachtete, in Verfall, wenn die Hauslehrer als verständige Detailhändler sich nicht mit Ladenhütern belasten, und sich nur mit solchen Maaren befassen wollten, nach denen-eben Nachfrage aus dem Markte war — leider zeigte es sich, daß diejenigen, welche nur moderne Artikel führten, auch diese spottschlecht lieferten. — Aber seitdem ein besserer Sinn rege geworden, und ein gründlicher Bibelunterricht als ein wesentlicher Theil der Erziehung eines Juden anerkannt wurde, hat sich auch H. Meyer veranlaßt gefühlt, seiner Schule — in der bis jetzt die hebräische Sprachlehre fast ausschließlich gelehrt wurde — eine zeitgemäße Umstaltung und Ausdehnung zu geben. Ihm selbst — dem Einzelnen — war es freilich nicht möglich, allen Wünschen zu genügen, und mehrere Versuche, sich mit Anderen zu diesem Zwecke zu verbinden, mißlangen, bis durch den im vorigen Jahre erfolgten Beitritt des neuerlich definitiv als Religionslehrer an der deutschen Hauptschule angestellten H. vr. Wessely es möglich wurde, mit dem hebräischen H-

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