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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-15 · Heft 7 (15.2.1840) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 7 (15.2.1840)
Date
1840-02-15
Page
Seite 96 (sequence 8)
Language
German
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96 didaten, sind natürlich unausführbar, darum ist auch alle und jede Umstaltung bis aus den heutigen Tag unterblieben. Indem ich die Fortsetzung des Benediktischen Berichtes für meinen nächsten Brief aufspare, mache ich nur noch auf die Behutsamkeit aufmerksam, mit welcher der Berichterstatter die modernen Kandidaten und Religionsbücher unzulänglich machen wollte. Brünn, 18. Jan. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen starb zu Neurausnitz Joseph Flesch, bekannt durch seine hebräische Uebersetzung zweier Philonischer Schriften. In die Landauische Bibel sind viele Erklärungen einzelner Schriftstellen, dann ein alphabetarisches Verzeichniß aller, um die hebräische Literatur verdienten Männer von ihm ausgenommen. Er schrieb einen correkten, aber etwas harten hebräischen Styl. Als wohlhabender Kaufmann betrieb er die Schriststellerei zu seiner eigenen Erholung und Erheiterung. Er soll zur Gründung einer hebräischen Schule ein bedeutendes Vermächtniß hinterlassen haben, worüber nächstens das Nähere. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 2. Febr. (Privatmitth.) Für die bekannte Preisbewerbung in Bezug auf Jugend - und Volksschriften sind bei uns drei Manuscripte, sammtsich erzählenden Inhalts, cingelaufen. Wir werden sie den Herrn Preisrichtern zusenden. Berlin, 25.Jan. (Privatmitth.) Allhier ist eine Subscciptionseinladung von einer neuen Ausgabe des Buches Cusari mit einer deutschen Uebersetzung und einem fortlaufenden deutschen Kommentar von den Candd. rabb. HH. Heymann Jolowic'z und David Cassel erschienen. Sie erscheint in 6 Liest., Preis 3 Thaler. Die eine Seite enthalt eine Probe, die sehr viel verspricht, nur schienen uns einige sprachliche Bemerkungen im Bekannten sich zu bewegen. In Kommentarien sollte an Linguistischem nur das Ungewöhnliche, Ausnahmsweise, Seltene erörtert, das Uebrige der Lexigraphie und Grammatik überlassen werden, cs sei denn, eine Ausgabe sei zum Schulgebrauche bestimmt, was hier nicht der Fall ist. Ferner wünschten wir die Anmcrkungszahlen aus dem Texte gänzlich hinweg, weil diese stören, und, da der Text in Verse abgetheilt ist, sich die Anmerk, leicht danach ordnen lassen. Tages - Controle. Prager Zustände. Zweiter Artikel. Hat sich der erste Artikel, der vor zwei Jahren unter diesem Titel in d. Bl. erschienen mit der Entstehungsgeschichte des ersten Tempels für den geregelten Gottesdienst befaßt, und wurde zum Schlüsse der Wunsch ausgesprochen, daß dieses einmal gegebene Beispiel bald Nachahmung finden möge: so sollte der zweite Artikel füglich mit dem Berichte über die Errichtung eines zweiten Tempels beginnen, und wie gerne thäten wir es, beurkundeten sich nicht auch in unserer Mitte die Folgen der Engherzigkeit, jener wahrhaft babylonischen Gefangenschaft, die einerseits in ihrer Gedankenlosigkeit nichts als ihre verletzte Eitelkeit, andererseits in ihrer Verderbtheit nichts als ihr bedrohtes Interesse ins Auge zu fassen im Stande ist. — Frägt man nun, warum es bei uns mit der Einrichtung eines zweiten Gotteshauses Behufs der Regulirung der Gebete, und der Einführung deutscher Borträge nicht zu Stande komme, so erhält man zur Antwort: es fehle an — Geld. Nun könnten wir freilich genau Nachweisen, daß es bei vielen derjenigen, welche dieses behaupten, das Geld das nicht ist, woran es ihnen fehlt; wir könnten sehr siegreich darthun, daß das Abschaffen der unanständigen Gesänge Seitens der Vorbeter, des noch unanständigeren Geschwätzes Seitens der Gemeinde, des Verauktionirens der Mizwot u. s. w. keiner großen Kapitalien bedarf, wir könnten ohne viel Aufwand von Witz die Sonderbarkeit der Gefühlsrichtung derjenigen lächerlich machen, die sich einbilden durch das Beibehalten solcher Mißbräuche ihre Anhänglichkeit am guten Alten an den Tag zu legen: doch ist es heute unsere Absicht, blos den Fortschritt, auf welchem unsere Gemeinde begriffen ist, zu erwähnen, und wir wollen denjenigen, die sich zurück halten, oder widerstehen, gerne Zeit lassen, damit sie zur Einsicht kommen, wie es besser sei, sich mit ihren Mitteln und ihrem Einfluß, statt sie zur Beftiedigung irgend einer vornehmen Laune zu mißbrauchen, dem allgemein herrschenden Streben nach dem Besseren anzuschließen. — Und so wollen wir wieder aus unseren Tempel zurück kommen, der,

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