Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1840)
- Date
- 1840-02-15
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 daher begierig sein, die Ansicht des Konsistoriums zu Strasburg, das seit lange den Weg des langsamen, aber sichern Fortschrittes geht, zu erfahren. Ich zeige Ihnen dahier mit Vergnügen an, daß ich Ihnen einen ausführlichen Bericht des Groß-Rabbinen Herrn Armand Aron zufenden werde, welchen dieser mein ehrwürdiger Freund in der nächsten Sitzung des Konsistoriums abstatten wird. Dieser Bericht, den ich einsehen durfte, spricht sich auf's klarste über diesen Gegenstand aus, ergeht sich bis in's geringste Detail, über alle 69 Artikel des Entwurfes, und athmet den reinsten Geist der Frömmigkeit, ohne den Forderungen der Civilisation und des Fortschrittes abzustehen. Ich werde vielleicht im Stande sein, Ihnen noch andere, schätzenswerthe Dokumente über diesen Gegenstand mitzutheilen. E ... 1. Strasburg, 27. Jan. (Privatmitth.) Ich gebe mir die Ehre, Ihnen hierbei eine der jüngsten Nummern der Gazette des Tribunaux (vom 23. Jan.) zu übersenden, wo Sie den Bericht über einen Prozeß, der in unserm Departement großes Auffehn gemacht, finden werden. Die Rede des Herrn Cremieur, Vicepräsidenten des Central-Konsistoriums, fügt eine neue Palme dem Ruhme dieses berühmten .Advokaten hinzu, der sich öffentlich rühmt, ein Israelit zu sein. Dieselbe Frage des Schwures morc judaico hat vor zwei Jahren zu einer energischen Protestation des Unterzeichneten Gelegenheit gegeben, die in die Journale hiesiger Stadt eingerückt war, und später in die Gazette des Tribunaux. Diese Protestation stützt sich auf dieselben Motive, auf welche sich die Beredtsamkeit des Herrn Cremieux stützt"). Armand Aron, Groß - Rabbiner. Deutschland. Dresden, 17. Jan. (Allg. Augsb. Zeit.) Von Israeliten starben im Jahre 1839 : 22, wurden geboren 13, und getraut 8. — In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist bei Gelegenheit der Errichtung der neuen großen Synagoge ein Schisma (???) eingetreten , das deren Ausbau und Einweihung stört In der nächsten Nummer werden wir eine» Auszug aus diesem Bericht« geben. Redakt. und verzögert. (Was ist hieran Wahres? Solche Gerüchte wurden schon öfter von böswilliger Hand ausgcstreut: es ist einmal Zeit, dem kräftig zu erwiedern. Daß doch irgend eine Uneinigkeit diesseits sofort von jenseits als Schisma bezeichnet wird! R e d a k t.) Leipzig, 16. Jan. Professor Krug theilt der hiesigen Zeitung folgende Berichtigung Mit: „Einheimische und auswärtige Blätter (u. 11: mfy das hiesige Tageblatt vom 24. Jan.) haben berichtet, „ „daß im Laufe des vorigen Jahres auf unserer Universität zum ersten Male ein Bekenner der israelitischen Religion, Dr. Julius Fürst, zu Vorlesungen über orientalische Literatur berechtigt wurde."" Diese Nachricht ist aber falsch. Denn schon im Anfänge des I6ten Jahrhunderts war ein Israelit, Namens Antonius Margarita, als Lehrer der orientalischen Sprachen an der Universität zu Leipzig angestellt, der sich auch sehr verdient, besonders um die hebräische Sprache und Literatur, machte. S. Geschichte der Stadt Leipzig von Karl Grosse. Lief. 9. S. 482." Frankfurt am Main, 17. Jan. Das hiesige deutsche Journal giebt folgenden Artikel: „Sinsheim. Im Monat Mai v. I. haben sich, durch Anregung des hochwürdigen Herrn Bezirks-Rabbincn Geismar dahier, sämmtliche Lehrer und Vorsänger im diesseitigen Rabbinate vereinigt: sich gegenseitig nach Kräften zu unterstützen, um tüchtig zu werden, den religiösen Gesang in Schulen sowol, als auch in Synagogen auszuführen. Die Wichtigkeit und die wohlthätigen Folgen eines solchen Vereins erkennend, zeigt auch jedes Mitglied den regsten Eifer, und ein unermüdetes Streben nach Vervollkommnung im Musikalischen; schon bei der ersten Zusammenkunft am 7. Nov. v. I. wurden in der Synagoge dahier mehrere Stücke jüdischer Ritualgesänge wohlgelungen ausgeführt. Das rege Streben und Mühen der Herrn Lehrer und Vorsänger in der Ausbildung der Musik sowol, als auch die wiederholt stattgefundenen Filial-Zusammenkünfte, wo auch jedesmal die besseren Sänger aus den Schulen zugezogen wurden, lassen erwarten, daß bei der nächsten General-Zusammenkunft am 20. d. M. die ausgeschriebenen Cyoralgesänge mit dem besten Erfolg ausgeführt werden! — Und gewiß kann bis Ostern in den Synagogen diesseitigen Bezirkes der