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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-08 · Heft 6 (8.2.1840) · p. Seite 77

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 6 (8.2.1840)
Date
1840-02-08
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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77 eine Lauheit in religiösen Ansichten eiritritt, deren verderbliche Folgen für unsere Religion sich nicht berechnen lassen. Mögen daher meine Worte Eingang finden bei den Männern unsers Glaubens, die die Leitung der Gemeinde-Angelegenheiten in Händen haben und etwas dazu beigetragen haben, sie zu bewegen, in der Verbesserung unsers Kultus damit den Anfang zu machen, daß sie den hier gerügten Mißbrauch abstellen. Die allenfalls daraus entstehenden pekuniären Nachtheile lassen sich leicht auf eine andere Art ausgleichen, und dürfen sie sicher auf den aufrichtigsten Dank des gebildeten Theils unserer Glaubensbrüder rechnen. Köln, 20. Jan. (Privatmitth.) Sehr befremden muß es, daß sich zu der schon seit dem 31.Okt. 1830 ausgeschriebenen Nabbinen - Wahl zu Bonn, bis jetzt noch kein einziger Kandidat als Mitbewerber gemeldet Hat. Dieses ist noch um so auffallender, da bekanntlich auch bei der unbedeutendsten erledigten und wieder zu besetzenden Stelle die Anzahl der Contricanten außerordentlich groß ist. Was mag nun der Grund dieser Anomalie bei uns sein? Liegt dieser vielleicht darin, daß diese eröffnet« Conkurrenz, weil sie in keinem andern Blatte — ja nicht einmal (wie dieses doch jetzt allgemein geschieht) in der weit verbreiteten „Zeitung des Judenthums" — als in dem „Amtsblatt der königl. Regierung zu Köln" offiziell ausgeschrieben wurde,") —-den dabei betheiligten Kandidaten unbekannt blieb? Oder -—?? Schreiber dieses will daher so wol im Interesse der jüdischen Bewohner der Regierungsbezirke Kölns und Koblenz als auch der Kandidaten hier die erwähnte Aufforderung wörtlich aus dem Amtsblatte mittheilen: (Stück 48 vom 26, Nov. 1839 S. 398 No. 780.) „Durch hohen Erlaß sind wir in Folge der von dem Herrn Oberrabbiner des hiesigen Konsistorial- Sprengels nachgesuchten Amtsentlassung, beauftragt, zur Wiederbesetzung dieser Stelle? das gesetzlich Erforderliche zu veranlassen. Es werden daher die Rabbinats-Kandidaten des Inlandes, ") Wir erinnern uns, diese Vakanz in der Haude- «nd Spenerschen Zeitung angezeigt gefunden zu haben. ' Re da kl. welche sich um dieselbe bewerben wollen, hiermit eingeladen, ihre deßfalligen Fähigkeits-Zeugnisse, sowol hinsichtlich allgemein wissenschaftlicher Bildung, als insbesondere der israelitisch-theologischen Gelehrsamkeit, nebst Vitae curriculum und Geburtsschein, längstens bis zum 1». Februar a. f. an die Unterzeichnete Stelle portofrei einzusenden." Bonn den 31. Okt. 1839. Das israelitische Konsistorium. Köln, 20. Jan. (Privatmitth.) Es ist der Redaktion von dem Vers, des Artikels aus Köln in No. 98 v. I. eine Entgegnung auf die Erwiderung des vr. Auerbach in No. 104 v. I. zugekommen. Wir können dieselbe aber ihrer Länge nach nicht aufnehmen, da das resp. Publikum sich bereits selbst das Urtheil bilden konnte. Der Abfasser ist durchaus ein parteiloser Mann, er bemerkt, daß die von vr. A. erwähnten, diesem gemachten Anträge selbst auf die Sachlage Hinweisen, er erinnert, daß der Bonner Rabbine es selbst dahin zu bringen gewußt, daß früher den zu Bonn studirenden jüdischen Theologen alle Predigtübungcn untersagt wurden, was Geiger, Hirsch, Ullmann ff. bezeugen müssen, die damals in Bonn studierten. Er klagt über die verfehlte Einrichtung, daß sich die Kandidaten bei dem Vater des Bewerbers zu melden haben, daß derselbe die Notabeln vorzuschlagen und den Vorsitz zu führen hat. Unter solchen Umstanden hegt er wenig Hoffnung, wollte aber damit die schlechte Organisation der dortigen Kultusangelegenheiten, die noch aus der Fremdherrschaft herstammt, erwiesen haben. Oesterreich. Raab, 10. Jan. (Privatmitth.) Die geographische Lage macht Raab zur zweiten Stadt in Ungarn; sie liegt in der Mitte von Oesterreichs und Ungarns Hauptstädten, so durch sich selbst aufgefordert, das Schöne sich anzueignen, was jenen beiden entfließt. Die Gemeinde hat aber erst in neuerer Zeit einen bedeutenden Schritt gethan, indem sie sich einen tüchtigen Rabbinen in der Person des Herrn Freier erwarb. Derselbe hat bereits regelmäßige Predigten, welche er den Bedürfnissen der Gemeinde nach allen Richtungen trefflichst anzupasscn versteh:, eingeführt. Er unterwarf bei seinem Antritt sofort die hiesigen Lehrer einer interimistischen Prüfung, und will sich der Jugend aufs, thätigste annehmeu. *

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