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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-08 · Heft 6 (8.2.1840) · p. Seite 75

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 6 (8.2.1840)
Date
1840-02-08
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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75 het, wie das Band der zartesten Einheit den Israeliten wie den Christen umfaßt, wie sie ruhig neben einander lagern, die verschiedenen Confessivnen, und aller Hader, Kampf und Zwietracht vor der Sonne der Toleranz verschwindet, wie der Nebel am heitern Mittag. — Die kleine israelitische Gemeinde dahier, erbaute mit vieler Aufopferung, wozu namentlich unser König einen wesentlichen Beitrag gnädigst spendete, eine Synagoge im neuesten Style. — Am Sabbat 8-idn den 4. Jan. 1540 wurde diese eingeweiht. Die Oberbeamten, der Magistrat in Festkleidern, die Geistlichen der verschiedenen Consessionen, zahlreiche Honoratioren, und eine Menge christlicher Bürger, waren Zeugen dieser würdigen Feier. Nachdem der Oberbcamte, unter dessen Leitung der schöne Bau emporstieg, die Synagoge öffnen ließ, der Stadtmagistrat in geordnetem Zuge, die für ihn bestimmten Plätze einnahm, und die Menge in den Räumen der Synagoge sich placirte, erschien der Rabbine begleitet von den Kirchenvorstehern mit der geschmückten Tora, am Portale, durchschritt die Synagoge und stellte die Tora in die heilige Lade. Die Melodien, von der Königlichen Hochpreislichen Oberkirchenbehörde, für die Synagogen des Königreichs bestimmt, wurden von Vorsängern und der Schuljugend feierlichst und — trefflich gesungen. Hierauf hielt der Rabbine eine für den Zweck des Tages wohlgeordnete Rede. Als diese Predigt geendet, bestieg der hochwürdige humane Stadtpfarrer und Dekan der katholischen Confession dahier die Kanzel, die kaum der Rabbine verlassen, und hielt einen eindringlichen Bortrag „Ueber den Zweck der Ceremonie beim Gottesdienste." Chorgesang und Mussafgebet beschloß die Feier. Diese einfache Einweihung, diese Ruhe und Würde die sich im Verlauf der ganzen heiligen Handlung darthat — diese Andacht, die Katholiken, Protestanten und Juden in den still freundlichen Hallen vereinigte, um den Schöpfer des Himmels und den Vater aller Menschen anzubeten, diese Einigung aller Slaatskräste um den Gott Israels der über Cherubin thront in seinem neuen Tempel zu verherrlichen — ist ein freundliches Zeichen der Zeit, ein lichter Stern für Israels Zukunft, ein Beweis welcher Geist der Toleranz Würtemberg's Bewohner beseelt, und dieser Tag der Wonne wird unserm Gedächtnisse nie entschwinden, weil wir im Hinblick auf die Gnade des Schöpfers, der uns bis auf diesen Tag erhalten,' und auf die Großmuth unseres Königs, unter dessen Scepter Israel sicher ruht, gerne Davids Worte sprechen „Sieh' diesen Tag hat der Herr gemacht, lasset uns freuen, lasset uns jubeln an ihm!" Altona, 24. Jan. (Privatmitth.) Am 16. Januar als am Begräbnißtage Sr. Maj. des verstorbenen Königs fanden hier zwei Trauerfeierlichkeiten Statt; die erste Morgens in der deutschen und die zweite Abends in der Portugiesischen Synagoge, und es wurde in jener vom Herrn Oberrabbinen Ettlinger und in dieser von dem Oberlehrer der T. T. Schule Hrn. Dr. Enoch gepredigt. Außer verschiedenen Psalmen wurden in der deutschen Synagoge ein hebräisches, vom Oberrabbinen verfaßtes, und von einem jungen Hamburgischen Musiker Herrn Cobelli Zadich componirtes Gedicht von einem Männerchor und in der Portugiesischen ein Chor aus Händcls Jephta gesungen; letzteres unter Theilnahme von Damen. In Herrn Dr. Enoch erkannte Ref. mit Vergnügen ein bedeutendes aufkeimendes Predigertalent, welches bei gehöriger Ausbildung gewiß Erfreuliches leisten wird. — 11. Jan. (Kiel. Korresp.) Es scheint, daß unter der neuen Regierung ein rascherer Geschäftsgang in den Collegien stattsinden wird. Die in einer Adreß - Antwort von Sr. Maj. als wünschenswerth bezeichnete Erweiterung der Rechte der Israeliten in den Herzogthümern scheint schon zur Folge gehabt zu haben, daß über diesen Gegenstand durch die schleswig-Holstein-lauenburgische Kanzlei und die schleswig-holsteinische Regierung von den Unter-Behörden Bericht gefordert ist, welcher binnen drei Wochen erstattet werden soll. Die Hauptfrage soll die sein: Ob den Israeliten in den Herzogthümern nicht dieselben Rechte ertheilt werden könnten, welche denselben in Dänemark schon gewährt sind? Hoffentlich werden alle Behörden sich beeifern, diese Forderung der Gerechtigkeit anzuempfehlen und nicht durch einseitige Hervorhebung kleinlicher Nachtheile und Unbequemlichkeiten, welche aus einer solchen Emancipation für die christlichen Mit-Unterthanen entspringen mögen, der edlen Absicht des Königs Schwierigkeiten in den Weg zu legen, die wenigstens die Ausführung verzögern könnten. Ohne Zweifel ist

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