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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-08 · Heft 6 (8.2.1840) · p. Seite 74

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 6 (8.2.1840)
Date
1840-02-08
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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74 lus Iesaias 6, 3. Die höchst pracise ausgeführten Gesangstücke, und die gehaltvolle und beredte Predigt machten einen tiefen, rührenden, das höchste Gefühl ansprechenden Eindruck, ließen manche Thräne dem Andenken des hochverehrten Königs fallen, und bewirkten, daß jeder Theilnehmende befriedigt und innigst angesprochen das Gotteshaus verließ. Ich, mit vielen Anderen, weiß den Anordnern dieser Feier einen gerechten Dank. Die hiesige portugiesische Gemeinde besitzt seit Jahrhunderten alle bürgerlichen Rechte, die noch das Ziel der Wünsche für ihre hochdeutsche Schwester sind. Weniger berührten daher dieselbe die vielen besonderen Verdienste des höchstsel. Königs um die Israeliten seiner Staaten, so wie die Hoffnungen, die sich jetzt aufgethan haben. Um so reiner konnte sich die Tendenz dieser Feier halten, um so klarer erschien es, daß sie nur den Verlust des gemeinsamen Vaters des Vaterlandes betraf. Mochte aber auch diese Feier der portugiesischen Gemeinde der Anfangspunkt sein neuer, frischer Regsamkeit. Sie hat sich in ihr ausgesprochen, so möge dies ein Wellenschlag sein, der nachfolgende aufregt. Von welcher Bedeutung dies neben der gegenwärtigen Strebsamkeit der deutschen und selbst polnischen Synagoge wäre, wird Jedermann klar sein, der die großen Erscheinungen kennt, welche ehemals aus der Mitte der portugiesischen Synagoge hervorgingen. Hamburg, 26. Jan. Der hiesige Korresp. läßt sich in einem Artik. vom 9. Jan. aus Frankfurt am Main unter Anderin schreiben: „Die altere der beiden jüdischen Freimaurerlogen wird den vierzehn Stimmen, welche sich für, die Aufnahme der Israeliten in die Frankfurter Lesegesellschaft erklärten, einen öffentlichen Dank in Form eines Geschenkes abstatten. Es sind bereits über 500 Gulden zu diesem Zwecke unterzeichnet. Die heftigen Angriffe, welche sich einige, den Interessen des Judenthums gewidmete Zeitschriften gegen die Richtung, nach welcher hin das Haus Rothschild seine allbekannte Wohlthätigkeitsliebe wandte, erlaubten, werden in Kürze durch einen Beweis, wie sehr sich dasselbe den wahren Interessen des Judenthums zuwendet, widerlegt werden. Der von Hamburg aus in Anregung gebrachte Vorschlag eines Unterstützungs-Fonds für diejenigen israelitischen Künstler und Gelehrten, welche ihres Glaubensbekenntnisses wegen zur Zeit noch im Staate keine Anstellung finden können, hat nicht nur in Baiern (S. Allgem. Zeitung für das Judenthum No. I, in welcher die Redaktion anzeigt, daß Hr. A. Schwab zu Jchenhausen diesem zuerst im Hamburger Telegraphen angeregten Vereine vom Tage des Zustandekommens an auf zehn Jahre die Zinsen eines Kapitals von 1000 Fl. mit jährlichen 40 Fl. widme), sondern auch hier lebhaftes Interesse erregt." —. Wir kennen keine andere jüdische Zeitschrift/ welche die Indolenz des Rothschild'schen Hauses, namentlich darum, weil ihr Reichthum uns beständig vorgeworfen wird, besprochen hat, als diese Allg. Zeit, des Judenthums. Aber man ist wol auch so klug, die Absicht dieses Artikels zu durchschauen, sie ist nichts anders, als eine captatio bcnevolentiae, man will jenen Leuten zu verstehen geben: seht, hier habt Ihr eine Gelegenheit, den bösen Ruf zu verdecken, werft uns ein Paar Lausend Gulden hin, und wir wollen Euch glanzend rechtfertigen, und diese Paar tausend Gulden sollen ein herrliches Pie» destal für Euch werden, daß Ihr bis in die Wolken des Ruhmes Euch erheben sollet. Der Vers, dieses Artikels verstehe uns recht; wir wünschen ihm allen Erfolg; aber erlangt er denselben durch eine niedrige Kriecherei, welche offenherzigen Anklagen gegenüber um so kleinlicher erscheint, so hat er wahrlich — Nichts erlangt. Gott gebe, daß uns in Zukunft das Rolhschildsche Haus alle Tage Lügen strafe! Wir wünschen nichts sehnlicher. Wir hätten dann den geheimen Trost, uns ganz heimlich sagen zu können: siehst du, daran hast du auch einigen Theil, es bewirkt zu haben! Uebrigens fordern wir alle die, welche der gedachten Idee einiges Interesse widmen, auf, unfern „zweiten Artikel" über diesen Gegenstand wahrhaft zu berücksichtigen. Mergentheim (Würtemberg), 16. Jan. (Privatmitth.) In einer Zeit, wo die Gegensätze der Confession sich so schroff gegenüberstehen, in einer Zeit, wo das gebildete Deutschland den Schauplatz täglicher Reibungen zwischen den Religionsparteien ist, in einer Zeit, wo der Kampf zwischen Staat und Kirche wieder neu austauchen will, ist es Pflicht eines Jeden, Thatsachen zu veröffentlichen, welche zeigen, wie in Würtemberg durch das erlauchte Beispiel seines gerechten und trefflichen Königs, der erquickende Hauch der Liebe alle Confessonen anwe-

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