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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-02-01 · Heft 5 (1.2.1840) · p. Seite 67

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 5 (1.2.1840)
Date
1840-02-01
Page
Seite 67 (sequence 7)
Language
German
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67 Kaufmann erklärte demnächst, daß er den Eid nach der Preuß. Proceßordnung sofort zu schwören bereit sei, daß er aber den Eid nach sächsischer Form nicht schwören könne, weil derselbe Grundsätze des Judenthums voraussetze, die er als solche nicht kenne, die ihm auch sein Seelsorger, der Geistliche seiner Gemeinde, als Nicht - Grundsätze des Judenthums zu erkennen gegeben, daß er aber auch sogleich erkläre, wenn ihm gestattet würde, den Eid nach Preuß. Gesetzordnung zu leisten, den daraus für ihn fließenden Wortheil an Geld - oder Geldeswerth den hiesigen Stadt-Armen überweisen zu wollen. Alle diese Erklärungen wurden nun in angemessener Form und Aussprache in ein Protokoll ausgenommen, und dem wohllöblichen Leipziger Gerichte vorgelegt. — Der Dr. Philippson hat somit die Verpflichtung auf sich genommen, diese Erklärungen zu rechtfertigen und zu erweisen. Er erbat sich daher eine Copie dieser Akten, und sobald er diese erhalten, gedenkt er darüber 'öffentliche Aussprache zu führen. Die hohe Sächs. Regierung hat in neuester Zeit zu oft dargelegt und thatsächlich erwiesen, daß sie im schönsten Geiste der Menschlichkeit die Rechte aller ihrer Unterthanen beschützt: gewiß wird sie auch hier Eingriffe in das Privatrecht und in das Gewissen, von Israeliten, noch dazu solchen, die nicht ihre Unterthanen sind, durch mittelalterliche Formen nicht langer dulden. Wir fügen daher heute Nichts weiter hinzu, als daß dieses Faktum darum schon von höchster Wichtigkeit ist, da so viele Israeliten als Meßfremde in ähnliche Verhältnisse kommen können. Oesterreich. Pesth, 7. Januar. (Privatmitth.) Ich schicke mich hiermit an, Ihnen heute zwei Thatsachen mitzutheilen, deren erste ebenfalls den milden Geist der Humanität beurkundet, welcher in diesen Blättern schon öfters den Magyaren nachgerühmt, und, man muß gestehen, im Allgemeinen mit Recht nachgerühmt wurde; deren andere hingegen zeigt, daß das mittelalterliche Gespenst des Judenhasses und der Judenbedrückung noch immer nicht ganz beschworen sei, und hie und da noch sein unheimliches Wesen treibe. In unserer Gespannschaft nämlich sind unter zwölf Direktoren, welche bis zur definitiven Wahl provisorisch die Leitung der Geschäfte der neu errichteten Sparkasse haben, vier Juden gewählt worden, nämlich die H. H. I. L. Boskowitz, I, Oesterreicher, Cahen und S. Wodjaner. Als ein Gegenstück hiezu stellte neulich die Grundherrschaft von Stampfen, (unweit Preßburg) an die daselbst domicilirenden Juden, 150 Familien an der Zahl, welche bisher 1700 Gulden jährlich Schutzgeld zahlten, die Foderung von 2500 Gulden. Auf die Vorstellung der Vorsteher, daß die, nur wenige Wohlhabende zahlende? Gemeinde, diese Summe nicht aufzubringen im Stande sei, da sie schon bis jetzt das Schutzgeld mit Noch und Mühe zusammenbrachte, ward erwiedert, daß es ihnen frei stehe, auszuwandern!! Gerechte und wohlwollende Christen, welche diese Blätter lesen, — und in Ungarn giebt es deren viele, — mögen sehen, daß wir jede Annäherung von ihrer Seite dankbar anerkennen und rühmend erwähnen, daß wir uns aber auch nicht scheuen, öffentlich die inhumanen Rückschritte zu rügen, welche man, den Foderungen und Fortschritten der Zeit, so wie aller Gerechtigkeit und Menschlichkeit zum Trotz, noch hie und da sin Beziehung auf die Juden zu versuchen wagt. — Bei der, vor einigen Tagen hier Statt gehabten Gemeinderestauration sind bis auf S. I. L. Boskowitz, welcher auf sein Amt resignirte, die frühern Vorsteher wieder gewählt worden. Die durch den Austritt des H. B. und die Vorrückung der H. H. Oesterreicher und Löwy vacant gewordene Stelle eines dritten Vorstehers wurde durch H. S. E. Kern, ersetzt. — Möge unter dieser Verwaltung der lang gewünschte Bau der Synagoge und Schule wenigstens begonnen werden! Wir möchten unfern kirchlichen Vorstand an die Ermahnungen und Aufmunterungen des Propheten Chaggai, unsere weltlichen Vertreter an die Rührigkeit und Rüstigkeit Zerubabel's und Nehemia's erinnern. — Möge unter dieser Verwaltung — und dieser Wunsch hätte wol mit Recht obenan stehen sollen,—die lang ersehnte und oft erwartete Creirung unserer Hauptschule erfolgen, an welcher sodann ein pädagogischer und didactischer Cursus eingerichtet werden soll. Ein Vorschlag, welcher von unserm verehrten Rabbiner ausgegangen ist, und für den sich die öffentliche Meinung bereits entschieden erklärt hat. Da unsere Schule mit braven Schulmännern besetzt ist, so würde die Einrichtung eines solchen Cursus höchstens nur die Aufnahme noch eines Lehrers nöthig machen, und ungarische Jünglinge hätten da die schönste Ge-

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