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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-01-25 · Heft 4 (25.1.1840) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 4 (25.1.1840)
Date
1840-01-25
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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seiner Weise folgendermaßen darstellt: Fuere lucripetae Judaei qui amnem n?rium patientem reddere voluerunt, et sal fossilis e Danubio adverso flumine in aquilonarem Hungariae angulmn, provelii posset; sed tarn etsi dederint qualecunque ejus instiluti documentum, tarnen quod res successerit extra modum impedite, et sumtus aequarit ea navigatio itineris terreslris; pericula autem subierit multa plura, res successu, spe lucri Judaeus excidit (Belii not. Hung. T. I. pag. 16.) Wien, 31. Dez. (Privatmitth.) Die Gazetta di Benezia vom 21. d. M. meldet: Der venezianische Israelit Alexander Ca lad i, ein ausgezeichneter Violinvirtuose hat am 1. d. M. zu Siena vor einem zahlreichen und gewählten Publikum entschiedene Beweise seiner Virtuosität dadurch abgelegt, daß er mehre Variationen und Polonaisen auf einer einzigen Saite seiner Violine so durchführte, wie es ein guter Spieler auf allen vier Saiten thun würde. Was aber das Publikum am Meisten überraschte war, daß Herr Catadi einer, aus einem Bogen Papier geformten Düte, langst welcher er mehrere Löcher eingebohrt hatte, so sanfte und liebliche Töne zu entlocken wußte, als wäre es eine höchst harmonische Flöte. Seine Glaubensgenossen beschenkten ihn mit 200 Stück Dukaten, und wiesen ihm überdies eine jährliche Pension von 200 fl. C. M. an, um ihn in seiner dürftigen Lage zu unterstützen. Diese Aufmunterung wird Herr Caladi ohne Zweifel anspornen, verschiedene andere musikalische Instrumente, mit deren Verfertigung er eben beschäftigt ist, bald bekannt zu machen/" Wir wünschen vom Herzen, daß dieses Beispiel recht viel Nachahmung finde; denn wenn auch nicht als Präservativ vor dem Uebertritte, so verdienen doch Kunst und Wissenschaft an sich alle mögliche Unterstützung. Neben dem allgemeinen, menschlichen Interesse kommt bei den Juden noch ein nationelles hinzu, in so ferne jede wissenschaftliche oder künstlerische Capacitat ihr Theil dazu beiträgt, die Schmach von Israel zu wälzen, und dessen Bildsamkeit und Empfänglichkeit für Kunst und Wissenschaft immer schlagender zu bethatigen. Darum sollten sich die Geld- und Einfluß-Reichen in Israel überall und zu jeder Zeit zu jeglicher Unterstützung des, besonders aufkeimenden, Talents bereit finden lassen, damit dasselbe nicht im Kampfe mit Noch und Mangel untergehe; aber eine Glaubens - Versicherungs-Anstalt im Sinne des Telegraphen gehört zu den seltsamsten Projecten unserer Zeit, wenn — was man zu vermuthen berechtigt ist — jenem vielbesprochenen Aufrufe nicht eine andere, nicht schwer zu errathende, Absicht zu Grunde liegt, — und wahrlich, Wär' der Gedank' nicht so verwünscht gescheut, Man wär' versucht ihn herzlich dumm zu nennen. Pesth, 1. Januar. (Privatmitth.) An das antikabbalistische fci-ris von Leon di Modena und an die mehr im entgegengesetzten Sinne gehaltenen Briefe über Chassidismus wird sich mit Nächstem eine neue, diesen Literaturzweig betreffende, Schrift anschließen. Hr. Ahron Chorin ist nämlich im Begriffe sein n*nn m&wpn herauszugeben, worin der Gegensatz des Sohar's zum talmudischen Rabbinismus sehr umständlich hervorgehoben und auseinandergesetzt wird. Nun ist zwar nicht zu läugnen, daß der Sohar, wo er vom Talmud divergirr, auf einer hohem Stufe der Erkenntniß steht, aber der Vers, geht auf seinem talmudischen Standpunkte hierauf nicht ein, wozu er sich um so mehr berechtigt glaubt, als der hohe Werth, welcher in diesem Buche auf Erkenntniß und Spekulation gelegt wird, und dessen Ursprung in der spanischen Schule schon allein zu beweisen geeignet ist, als unjüdisch erscheint. Es hat wol den Anschein, daß sich das Judenthum in den letzten Jahrhunderten auf eine geistigere, ich möchte sagen, religiösere Weise entwickelt hatte, wäre der Sohar mehr berücksichtigt worden; denn man wäre so nicht auf den Abweg des unpraktischen, jeder hohem, religiösen und ethischen, Tendenz baren Pilpuls gerathen: Aber bei näherer Betrachtung ergiebt es sich, daß die Kabbala mit ihrer Theosophie und höhern Magie noch auf schädlichere Abwege geführt hätte, wie sich dies links im Sabbathäismus und rechts im Chastidismus unverkennbar herausstellt. In jedem Falle ist es der Mühe werth, zu untersuchen, welchen Einfluß der Sohar auf die Entwicklung des Judenthums gehabt, und welche Momente der Kabbala überhaupt oie Synagoge ausgenommen, und in verschiedenen Gebräuchen und Gebeten verarbeitet und ausgesprochen habe. Pesth, 1. Januar. (Privatmitth.) Da Sie den Faden der Verhandlungen über die Facultatsfrage wieder ausgenommen, und es zu erwarten steht, daß Sie auch auf das Benehmen der österreichischen Juden bei dieser hochwichtigen Angelegenheit zurückkommen werden; so erlaube ich mir, Ihnen in dieser Beziehung Folgendes zu bemerken. Daß die Beiträge zur Gründung des in Rede stehenden Instituts von oben herab verboten wurde, daß dieses Verbot eben so an die ungarischen, wie an die, in den deutschen und italienischen Erbländern wohnenden, Israeliten erging, darf ich als bekannt voraussetzen. Zum Verständniß und zur Würdigung dieser Maßregel ist es aber wichtig zu wissen, daß die Frequentation ausländischer Universitäten bei uns verboten. Die ungarischen Protestanten, die früher deutsche und holländische Universitäten zu besuchen pflegten, sind in neuerer Zeit, besonders seit Gründung des evangelisch-theologischen Instituts in Wien, sehr beschrankt, und nur auf Berlin angewiesen. Da es also höchst ungerecht wacc, für die Juden hierin ein Exceptionsgesetz in Anspruch zu nehmen, und denselben den Besuch einer ausländischen Universität zu gestatten, so war es nur sehr consequent, uns die Beiträge zu einer Anstalt zu verbieten, die unsern Jünglingen unmittelbar niemals zu Statten gekommen wäre. Diese Konsequenz erscheint noch zeitgemäßer, wenn man

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